Artern

Zur freundlichen Beachtung & aktuelle Meldungen

Dienstag, 8. Februar 2011

Der Ort des Geschehens, das heute vor hundert Jahren stattfand, ist längst Geschichte: das „Hotel zur Krone“ in der Alten Poststraße (unser Bild). Das Ergebnis dessen, war vor einem Jahrhundert ebendort auf der Taufe gehoben wurde, ist indes heute noch bzw. wieder aktuell: der Heimatverein ARATORA. Insbesondere auf den Arbeiten früherer Forscher bzw. Gelegenheitshistoriker aus und um Artern aufbauend, reiften zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei einigen heimatgeschichtlichen interessierten Männer aus Artern Idee und Einsicht zur Gründung eines Geschichtsvereins, um die bislang nur verstreut auffindbaren Quellen und historische Nachrichten zu erforschen, aufzuarbeiten und zu publizieren. Bis zur Bildung eines Heimatvereins war es dann nur noch ein kleiner Schritt. Am 8. Februar 1911 trafen sich an Arterner Ortgeschichte und Heimatkunde interessierte Männer, um eben jenen Verein zu begründen, der in den folgenden Jahrzehnten maßgeblich an der Erforschung und Publizierung geschichtlicher Ereignisse unserer Heimatstadt beteiligt war. Heute vor einem Jahrhundert wurde die Gründung des Heimatvereins ARATORA beschlossen, nachdem zuvor in der Lokalpresse ein „Weckruf“ von Schriftsteller Ewald Engelhardt (1879-1976) zur Förderung der Heimatgeschichtsforschung auf offene Ohren gestoßen war. Die konstituierende Sitzung fand einen Monat später, am 8. März 1911, gleichfalls in der „Krone“ statt, wobei neben Engelhardt E. Haase und E. Thierbach federführend waren. Seit dessen Gründung untrennbar und bis zuletzt (allgemeines Vereinsverbot seitens der Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg) mit dem Heimatverein ARATORA verbunden war Ewald Engelhardt (1879-1976) – Forscher, Dichter, Maler, Spiritus Rektor, Allround-Genie und Mann der Tat im Dienste dieses Vereins und weit darüber hinaus. In seinem Sinne und in Anknüpfung an die alte Tradition des Arterner Heimatvereins wirkt der neugegründete Heimatverein ARATORA wieder seit Herbst 1990 (siehe dazu auch auf dieser Homepage unter Registerkarte VEREIN). Bis heute stellen insbesondere die Vereinsveröffentlichungen seit 1911 (um die 70 Bücher, Hefte, Drucke, Bilder und Karten) wichtigste Quellen zur Geschichte unserer Heimatstadt dar!


Mansfelder Land

Sonntag, 6. Februar 2011

In historischer Verbundenheit mit der vormaligen Grafschaft Mansfeld, der anzugehören Artern die Ehre ab 1449 (zur Hälfte) bzw. seit 1510 (gänzlich) hatte, soll auf eine Buchneuerscheinung aufmerksam gemacht werden, die unter dem Titel „Das Mansfelder Land - Persönlichkeiten und Ereignisse“ (144 Seiten, zahlreiche Abbildungen) vom Förderverein für Kultur und Brauchtum im Mansfelder Land herausgegeben wurde. Hintergrund ist das zwanzigjährige Firmenjubiläum des Mansfeld Bildungszentrums GmbH am 4. September letzten Jahres, das mit der Herausgabe dieses Buches gewürdigt wird. Die Mitteldeutsche Zeitung (Ausgabe Eisleben) berichtete über die Neuerscheinung wie folgt: „Um die Weihnachtszeit [2010] ist in Eisleben ein neues Heimatbuch erschienen, das mit wesentlichen Persönlichkeiten unserer Heimat vertraut macht. […] Mit seiner neuesten Publikation, die unter Mitarbeit der ebenfalls promovierten Historikerin Marion Ebruy entstand, hat [der Historiker Dr. Hartmut] Lauenroth nun eine Lücke in der Heimatliteratur geschlossen, denn eine so umfangreiche Vorstellung von Personen, die sich um die hiesige Region verdient gemacht haben, suchte man bislang vergebens. Etwa ein halbes Hundert Namen fanden Platz in dem Buch, es hätten gut und gern doppelt so viel sein können, wie der Autor versicherte, aber das hätte den zur Verfügung stehenden Rahmen gesprengt. In die Auswahl gelangten berühmte Namen wie Martin Luther, Friedrich König, Friedrich von Hardenberg (Novalis), Gottfried August Bürger und Cyriak Spangenberg auch Namen, die wie Carl Christian Agthe, Bernhard Rupprecht und Gustav Adolf Spengler der Allgemeinheit weniger vertraut sein dürften. […] An der Art und Weise, wie Lauenroth die ausgewählten Personen in Wort und Bild sehr übersichtlich und chronologisch vorstellt und dabei den historischen Kontext berücksichtigt, gibt es nichts zu deuteln. Das ist eine gelungene Arbeit, an der keiner vorbeikommt, der sich für das Mansfelder Land und seine Geschichte interessiert, wobei in diesem Fall mit Mansfelder Land eher die Region Mansfeld-Südharz gemeint ist, weshalb das Buch auch im Sangerhäuser Gebiet auf Interesse stoßen dürfte.“


Wohnungsannonce

Freitag, 4. Februar 2011

Eine neue Sonderausstellung mit dem Titel „Genossenschaftliches Wohnen in Sangerhausen. Spar- und Bauverein - AWG – WGS“ wird ab morgen im Spenglermuseum Sangerhausen präsentiert. Dazu vermeldet die Homepage des Museums unserer Nachbarstadt www.spengler-museum.de:Vor einem Jahr hat die Wohnungsbaugenossenschaft Sangerhausen eine Chronik ihrer bis in das Jahr 1900 zurückreichenden Geschichte veröffentlicht. Der Autor ist der Wirtschaftshistoriker Michael Laschke. Jetzt hat das Spengler-Museum basierend auf dieser Chronik in Zusammenarbeit mit der WGS eine kleine Sonderausstellung zusammengestellt, die die Möglichkeit bietet, auch einige zeitgenössische Objekte zu zeigen. Texte, Bilder und Dokumente zeichnen die Entwicklung der Genossenschaft vom Spar- und Bauverein der Zeit um 1900 (unser Bild) zur Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft in der DDR bis hin zur Gründung der heutigen WGS im Jahr 1990 nach. Die Gründerväter des Spar- und Bauvereins wollten ihren Mitgliedern guten Wohnraum zu einem angemessenen Preis zur Verfügung stellen. So ist es bis heute geblieben, wobei sich die Ansprüche von Mietern an eine Wohnung im Verlauf von 100 Jahren natürlich sehr verändert haben. Die WGS zeigt in der Ausstellung interessante Dokumente aus ihrem Genossenschaftsarchiv. Außerdem sind historische Alltagsdinge aus der Sammlung des Spengler-Museums zu sehen, die zeitlich zur Baugeschichte der Häuser der WGS passen. Die Objekte sind hauptsächlich dem Lebensbereich der Frauen entnommen, die mit ihren Familien in den Genossenschaftswohnungen lebten und ihren Haushalt führten. Der Spar- und Bauverein errichtete seine ersten Häuser im Jahr 1900 in der Hüttenstraße. In diesem Jahr wurde in Sangerhausen eine Wasserleitung verlegt, die frisches fließendes Wasser direkt in die Wohnungen führte. Die neuen Häuser in der Hüttenstraße wurden gleich an die Wasserleitung angeschlossen. Auch wenn es zuerst nur einen Kaltwasserhahn in der Küche gab, war es für die Hausfrau doch eine große Arbeitserleichterung. Seit 1912 gab es eine Überlandleitung vom Elektrizitätswerk in Bretleben nach Sangerhausen. Elektrischer Strom im Haushalt war ein großes Thema, als 1919 die ersten Häuser in der Genossenschaftsstraße errichtet wurden. Abschließend erinnert eine kleine Auswahl von interessanten Dingen aus der DDR an die Zeit der AWG.“ Die neue Schau, als auch die Dauerausstellung im Spenglermuseum hat Dienstag bis Sonntag von 13.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.


Mühlenberg

Mittwoch, 2. Februar 2011

Aus unserer Partnerstadt Einbeck wird mitgeteilt, dass in diesem Jahr ein großer Sohn der Stadt anlässlich seines 300. Geburtstages geehrt wird: Heinrich Melchior Mühlenberg (1711-1779, unser Bild), der Begründer des deutschsprachigen lutherischen Gemeindewesens im britischen Nordamerika - gemein auch als Erzvater des Lutheraner in den USA bezeichnet - und mit ihm auch eine nicht unbedeutende Persönlichkeit aus Artern (doch dazu weiter unten). Über die Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten berichtete die Einbecker Morgenpost Ende letzten Jahres: „Millionen Menschen in Nordamerika kennen ihn, aber in seiner Geburtsstadt Einbeck ist er nur wenigen bekannt: Im kommenden Jahr steht der 300. Geburtstag von Heinrich Melchior Mühlenberg an, und das sollte, so der Vorschlag von Museumsleiterin Dr. Elke Heege im Ausschuss für Kultur und Tourismus, groß gefeiert werden. Mühlenberg ist der Begründer des Luthertums in Nordamerika im 18. Jahrhundert. Geboren wurde er am 6. September 1711 in der Altendorfer Straße in Einbeck. Er studierte Theologie in Göttingen und Halle. Von den dort ansässigen Franckeschen Stiftungen wurde er zum lutherischen Prediger von deutschsprachigen Gemeinden in Pennsylvania in der Neuen Welt bestimmt. Er begann ab 1742 mit dem Aufbau einer lutherischen Kirche an der amerikanischen Ostküste, organisierte die erste lutherische Synode und betreute schließlich fast alle lutherischen Gemeinden in Nordamerika. Mühlenberg starb am 7. Oktober 1779 in Tappe/Pennsylvania. Das Jubiläum, so Dr. Heege, werde in den USA mit einem Festakt aufwändig begangen. Daran würden auch die Franckeschen Stiftungen teilnehmen. In Deutschland sollte man den Geburtstag am 6. September für eine eigene Jubiläumsfeier in Einbeck nutzen. Angesichts der Bedeutung des Jubilars sollte man schon in den nächsten Wochen Einladungen an hochkarätige Persönlichkeiten, angefangen von der Bundesregierung, verschicken. Wer dann letztlich komme, sei eine andere Frage, aber es handele sich bei diesem Sohn Einbecks um einen wirklich bedeutenden Vertreter des Luthertums.“ - Wie erwähnt, bestanden familiäre Beziehungen Mühlenbergs zu dem in Artern geborenen Johann Christoph Kunze (1744-1807), Sohn eines Händlers und Gastwirtes, der gleichfalls als Theologe in den USA wirkte. Kunze heirate eine Tochter Mühlenbergs und unterstützte seinen Schwiegervater und später erfolgreich allein die kirchlicher Arbeit. Eine Kurzbiographie dieses Missionars und Pietisten wurde in der Zeitschrift ARATORA 20/2010 veröffentlicht.


Montag, 31. Januar 2011

Unbemerkt verschwanden in den vergangenen Wochen wieder einmal in Artern Zeugnisse alter Kulturlandschaft im Stadtrandgebiet. In der Franz-Schubert-Straße wurden historische Strom- bzw. Lichtmasten, teils noch aus den 1930er Jahren, entfernt. Nur noch kläglich Stümpfe der vormals markanten Metallmasten blieben im älteren Teil dieser Straße stehen, ehe moderne Lampenmasten ihren Platz einnahmen. An der Ecke zum Wapplerweg wurde sogar der auf unserem Foto abgebildete eindrucksvolle Gittermast am 27. Januar 2011 niedergelegt. Mittlerweile „zieren“ moderne Lampenmasten die Franz-Schubert-Straße und spenden Licht für die Altbauten der AWG sowie die schmucken Zweifamilienhäuser. Sicherlich zeitgemäßer und energietechnisch ins Gesamtkonzept passend fehlen diesen irgendwie beliebig wirkenden Zweckbauten allerdings der Charme und das lokale Kolorit, die zuvor von den schrottreifen (?) historischen Masten mit und ohne Stahlfachwerk ausgingen. Immerhin stehen in und um Artern noch genügend alte Masten, teils sogar aus Holz, die an die Anfangs- und Blütezeit der Elektrifizierung erinnert. An diese Tage erinnert auch unsere vor 15 Jahren veröffentlichte, inzwischen längst ausverkaufte Broschüre „90 Jahre Elektrizitätswerk Bretleben“.


Samstag, 29. Januar 2011

Zum ersten Vortrag im neuen Jahr lud gestern der Förderverein Schloss Wiehe e.V. in den Gewölbekeller des 1666 errichteten Wieheschen Schlosses ein. Geschichtsinteressierte, darunter auch Mitglieder des Heimatvereins ARATORA, folgten gern der Einladung in die Ranke-Stadt. Als Referent des Abends konnte Rudolf Wendling, vormals Lehrer an der Klosterschule Roßleben, gewonnen werden (rechts im Bild). Seine langjährige Leidenschaft für die Archäologie frönt der Naturfreund als ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger, und diesem Thema widmete er auch seinem gestrigen Vortrag, mit dem er an die siebzig Besucher in die Ur- und Frühgeschichte unserer Heimat an Unstrut, Hoher Schrecke und Ziegelrodaer Forst entführte. Mit geschultem Auge entdeckt Rudolf Wendling auf seinen Streifzügen durch Fluren und Wälder immer wieder Relikte vergangener Zeiten - von der Altsteinzeit bis zum Mittelalter. Glanzpunkte seines engagierten Wirkens waren z. B. die Entdeckung der hochmittelalterlichen Stelzenburg aus dem 13. Jahrhundert in der Flur Wiehe sowie an gleicher Stelle (Kiesgrube) viel ältere Reste ausgestorbener eiszeitliche Fauna. Auch diese Funde und Befunde erläuterte der Hobbyarchäologe, weiterhin diverse Rekonstruktionen prähistorischer Werkzeuge, Waffen, Alltagsgegenstände und Gefäße. Besonders eng verbunden fühlt sich Rudolf Wendling auch mit der Himmelsscheibe; im Heimatmuseum Nebra schuf er eine sehr attraktive Ausstellung zu diesem Jahrhundertfund der frühen Bronzezeit.


Donnerstag, 27. Januar 2011

Infolge eines von vielen Gesprächen am Rande der Jahreshauptversammlung des Heimat- und Geschichtsvereins Goldene Aue am vergangenem Samstag brachte der (bereits seit Jahren bestehende angenehme) Kontakt mit Jürgen Sander, Heimatfreund und Amateurastronom aus Sangerhausen, ein vergessen geglaubtes Detail unseres ehemaligen „Hotels Stadt Artern“ zumindest fotografisch wieder ans Tageslicht. Neben der Garderobe im Vestibül in Richtung der Treppe zu den Toiletten im Kellergeschoss befand sich lange Zeit ein typisches Exemplar volkskünstlerischen Schaffens mit DDR-Charme der siebziger Jahre: Eine im Metallrahmen integrierte Uhr, geschmückt mit sieben Motiven aus der Tierwelt, nämlich: Schmetterling, Eule, Hahn, Pfau, heimischer Fisch, Krebs und exotischer Fisch. Das Bild dieses hübschen Kunstwerkes, das Jürgen Sander selbst für das Arterner Hotel angefertigt hat, ist in unserer Galerie, neben einem weiteren Foto aus der Glanzzeit des „Hotels Stadt Artern“ in unserer GALERIE, abgebildet. Wer kann nähere Angaben darüber machen, wo sich heute dieses Kunstwerk befindet, oder wurde es durch den Brand Anfang der 1990er Jahre bzw. durch die sich anschließenden Sanierungs- und Umbauarbeiten des Gebäudes in Mitleidenschaft gezogen?


Altertümer

Dienstag, 25. Januar 2011

Gut hundert Jahre ist es her, dass die Urgeschichtsforscher Alfred Götze, Paul Höfer und Paul Zschiesche die Bodenfunde Thüringens (auch Artern, umliegende Gemeinden und Nordthüringen; Einblicke in dieses Werk von 1909 beim Vorstand des Heimatvereins ARATORA) erstmals in einem Inventarwerk erfassten. Mit „Die vor- und frühgeschichtlichen Altertümer Thüringens“ legten sie einen wichtigen Grundstein für eine zur damaligen Zeit noch junge, aufstrebende Wissenschaft in Thüringen: die Archäologie. Zum Veröffentlichungsjubiläum dieses noch immer als Standardliteratur der Urgeschichtsforschung im mitteldeutschen Raum geltenden Werkes gab die Archäologische Gesellschaft in Thüringen e. V. kürzlich eine neue Publikation heraus.: „100 Jahre: Die vor- und frühgeschichtlichen Altertümer Thüringens“ – dieses Buch wird am 30. Januar 2011 ab 11 Uhr in einer Sonntags-Matinee im Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens Weimar der Öffentlichkeit präsentiert. Die neue Sonderschrift der AGT beinhaltet folgende Aufsätze und Berichte: Thomas Grasselt: Vorwort / Thomas Grasselt: Alfred Götze (1. Juni 1865 bis 20. November 1948) / Werner Gall: Paul Höfer (11. März 1845 bis 8. Oktober 1914) / Werner Gall: Paul Zschiesche (19. September 1849 bis 3. Februar 1919) / Frank Boblenz: "Die vor- und frühgeschichtlichen Altertümer Thüringens" im Kontext zum Umfang des "Landes" Thüringen um 1900 / Bernd W. Bahn: Der Anteil des heutigen Sachsen-Anhalt im Inventarwerk "Die vor- und frühgeschichtlichen Altertümer Thüringens" / Hermann Wirth: Paul Zschiesche, Paul Lehfeldt, Georg Dehio und Karl Friedrich Schinkel - Anmerkungen zur Geschichte der Inventarisierung von Kulturdenkmalen / Tim Schüler: Alfred Götzes Beitrag zur Erforschung der Travertinfundstelle von Weimar-Ehringsdorf / Thomas Huck: Georg Florschütz (1859 bis 1940) - Mediziner, Urgeschichtsforscher und Mitbegründer des Gothaer Heimatmuseums / Karl Peschel: Gotthard Neumann und die Bodendenkmalpflege in Thüringen 1930 bis 1947 / Wolfgang Timpel: Bodendenkmalpflege in Thüringen von den Anfängen bis ins Jahr 1990 / Bernd W. Bahn: Die "Wälle und Gräben" auf der Finne und die Anfänge der Altwegeforschung in Thüringen / Roland Geyer: Die Einbeziehung der Relikte des historischen Bergbaus in die archäologischen Forschungen Südwest-Thüringens /Adressen der Autoren. - Hinweis: Zur den Ausgrabungen im Kyffhäuserkreis entlang der Autobahn A 71 hält Dr. Klaus-Peter Wechler vom Landesamt für Archäologische Denkmalpflege am Donnerstag, 24. März 2011 um 19.00 Uhr im Arterner Rathaus einen Vortrag (siehe unter TERMINE).


Sonntag, 23. Januar 2011

Zur Jahreshauptversammlung lud gestern der Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins „Goldene Aue“ nach Sangerhausen ein; auch Mitglieder und Freunde des Arterner Heimatvereins ARATORA kamen gern in die Nachbarstadt. Im Mittelpunkt der in angenehmster Weise verlaufenden Zusammenkunft im „Herrenkrug“ standen neben der Planung von Veranstaltungen und Fahrten in 2011 gleich zu Beginn Vorträge zur Heimatgeschichte: Bauhistoriker Reinhard Schmitt (Halle/S.) berichtete über historische Dorfbefestigungen in Sachsen-Anhalt und berührte damit ein hochinteressantes und bislang in der Forschung eher vernachlässigtes Thema. Mit seinen Ausführungen weckte er das Interesse an diesen alten Anlagen, deren Reste sich bemerkenswert oft auch heute noch in vielen Dörfern als Wälle und Gräben finden, auf Messtischblättern und als Flur- bzw. Straßennamen ohnehin. Amateurastronom Jürgen Sander (Sangerhausen) nahm sich im Anschluss Sonnen- und Mondfinsternissen sowie Venustransiten in Vergangenheit und Gegenwart an. Er verknüpfte dabei die Darstellung der sich nicht immer auf den ersten Blick erschließenden Himmelmechanik mit lokalen und regionalen Bezügen zu einem abwechslungsreichen Vortrag, der bewies, dass auch Astronomiegeschichte Heimatgeschichte sein kann. Der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsverein „Goldene Aue“ Steffen Döhring widmete sich zudem in dem familiengeschichtlichen Vortrag "Von Questenberg bis Quesenberry“ den Nachkommen der Ministerialadelsfamilie von Questenberg im Südharz , die genealogisch heute sogar in den USA nachweisbar sind. Doch wie stets bei derartigen Veranstaltungen waren die Gespräche am Rande der eigentliche Gewinn an Informationen und Kontakten. Es wurde mit alten Bekannten, Kollegen und Referenten geplaudert, neueste Forschungsergebnisse und künftige Pläne angesprochen: So erhält der Heimatverein Goldene Aue bald eine Internetseite, die in der Homepage von Kyffhäuserkleinbahn-Forscher Tommy Pfennig integriert sein wird. Ein Bildband über den neuen Kreis Mansfeld-Südharz ist in Arbeit und wird Jahresende veröffentlicht, ebenso wird an einer Broschüre zur 900-Jahrfeier der Gemeinde Bennungen (Ersterwähnung 1112) gearbeitet. Und immer wieder fragten die Forscherfreunde nach dem neuen Aratora-Band für 2011, der im zweiten Halbjahr erscheinen wird. Auch künftig werden die Kontakte zum Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue gepflegt.


Wappen von Hacke

Freitag, 21. Januar 2011

Zwei heimatgeschichtliche Referate in diesem Quartal werfen ihre Schatten voraus: Das erste Treffen genealogisch Interessierter im Rahmen der Familiengeschichtlichen Abende des Heimatvereins ARATORA im neuen Jahr findet am Donnerstag, 17. Februar 2011 um 18.30 Uhr in der Volkshochschule Artern, Puschkinstraße 58 mit einem Vortrag statt. Im Mittelpunkt wird das ca. 45minütige Referat „Regenbögen, Halbmonde, Radfelgen? - Zur Geschichte und Blasonierung des Arterner Stadtwappens“ stehen. Darin wird kursierenden Auffassungen über Herkunft, Geschichte und Aussagekraft unseres Stadtwappens entgegengetreten und historische Richtigstellung vorgenommen. Das seit 1929 für die Stadt Artern gültige Wappen war seit dem Hochmittelalter das Familienwappen von Hacke (in verschiedenen Schreibweisen), der mit den Hackes versippten Familie von Gehofen und vermutlich auch der Ministerialen von Artern, die seit 1136 urkundlich nachgewiesen sind (unser Bild). Um Anmeldung (Tel. 03466 / 320139) wird gebeten, da die Anzahl der Sitzplätze begrenzt sind! – Zu einem weiteren Vortrag wird herzlich am Donnerstag, 24. März 2011 um 19.00 Uhr in den Sitzungssaal des Arterner Rathauses eingeladen: Entlang der künftigen Trasse der Autobahn A 71 retten und bergen Archäologen seit Beginn der Bauarbeiten dieses wichtigen Verkehrsweges durch Thüringen ur- und frühgeschichtliche Funde. Einen Einblick in die Arbeit der Grabungsteams wird uns ein Bildervortrag von Grabungsleiter PD Dr. Klaus-Peter Welcher geben und über archäologische Funde der vergangenen Jahre entlang der A 71 (Voigtstedt, Artern, Reinsdorf, Heldrungen, Gorsleben, Etzleben) informieren. Zudem wird Dr. Wechler archäologische Funde der vergangenen Jahre aus Stadtgebiet und Flur Artern näher vorstellen.


Mittwoch, 19. Januar 2011

Parallel zur noch in Arbeit befindlich Jahreschrift 2011 aus der Buchreihe ARATORA laufen derzeit Vorbereitung für eine weitere Schrift, die 2012 im Rahmen der Sonderschriften-Edition des Arterner Heimatvereins veröffentlicht werden soll. (Immerhin liegt die letzte Ausgabe einer Sonderschrift auch schon wieder etliche Jahre zurück.) Dahingehend haben zu Beginn des neuen Jahres der Erfurter Historiker Dr. Mathias Deutsch sowie der Vereinsvorsitzende erste Vorstellungen geäußert. Mit dem Arbeitstitel „Die Unstrut – Ein Fluss und seine Geschichte(n)“ soll ein rund hundertseitiges, reich bebildertes heimatkundliches Lesebuch verfasst werden, das unterschiedlichste Aspekte aus der Geschichte des Flusses und dem Leben am und mit der Unstrut darstellt. Noch befinden sich die Arbeiten in der Phase der Planung- und Ideenfindung, doch als mögliche Themen und Inhalte können nachstehende Einzug ins neue Buch halten: Geologische, geomorphologische und hydrologische Verhältnisse, Schiffbarmachung und Schifffahrt, wasserbauliche Anlagen und Brücken, Humoresken, Tourismus und Wassersport, der Hauptfluss und seine Nebenflüsse, Namenherkunft und -deutung, Sehenswürdigkeiten am Fluss, Hochwasserkatastrophen, Mühlen und Fischerei, Industrie am Fluss, Weinbau, Burgen, Schlösser und Klöster, historische Landkarten, die Unstrut in der Kunst, Unstrut-Sagen, Biographien hervorragender (mit der Unstrut verbundener) Männer. - Wir halten unsere Heimatfreunde über den Fortschritt des neuen Unstrut-Buches natürlich auf dem Laufenden. Unser Bild zeigt die Schiffsschleuse und das Wärterhaus in Ritteburg um das Jahr 1940.


Compgen

Montag, 17. Januar 2011

Immer wieder gern wird an dieser Stelle für Freunde der Ahnenforschung auf druckfrische Veröffentlichungen aufmerksam gemacht. So erschienen jüngst im Rahmen der Periodika des Vereins für Computergenealogie e. V. (http://www.genealogienetz.de/) sowie des Vereins für mitteldeutsche Familienforschung e. V. (http://www.amf-verein.de/) neue Zeitschriften: Die aktuelle Ausgabe 4/2010 der „Computergenealogie“ befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Archive“ und stellt solche in Nordrhein-Westfalen, in Osnabrück und Düsseldorf vor. Im Testbericht für genealogische Software wird das Programm „Familienbande“ zum Verwalten von genealogischen Personendaten (http://www.familienbande-genealogie.de) präsentiert sowie ein Rückblick auf den 62. Genealogentag in Stralsund geworfen (http://www.genealogy.net/genealogentag/2010/). Aktuelle Meldungen zur Thematik der Familienforschung im Internet vervollständigen Heft 4/2010. - Das neue Heft aus der Reihe „Zeitschrift für Mitteldeutsche Familiengeschichte“ 4/2010 nimmt sich folgender Schwerpunkte an: „Ein Oberlausitzer Netzwerk des 16. und 17. Jahrhunderts. Zur Genealogie der Familie des Bautzener Mäzens Dr. Gregorius Mättig (1585-1650)“ sowie „Die Härtingsche Brau- und Erbschenke zu Bothfeld bei Lützen. Besitz- und Familiengeschichte 1611-1756“, weiterhin Titelei und Register (Namen und Orte) für den Doppeljahrgang 2007/2008 der Zeitschrift ZMFG. - Interessierten wird ans Herz gelegt, sich über die jeweils im Quartal erscheinenden Veröffentlichungen via Internetseiten der genannten Vereine zu informieren. - Zudem sei an unseren nächsten Familiengeschichtlichen Abend im Februar erinnert (Termin folgt), an dem ein Bildervortrag über das Arterner Stadtwappen gehalten wird.


Samstag, 15. Januar 2011

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Heimat- und Geschichtsvereins „Goldene Aue“ e.V. am Samstag, 22. Januar 2011 in in Sangerhausen werden zwischen 10.00 und 12.30 Uhr drei interessante Vorträge zu heimatgeschichtlichen Themen gehalten: Bauhistoriker Reinhard Schmitt (Halle/S.) berichtet über historische Dorfbefestigungen in Sachsen-Anhalt, Amateurastronom Jürgen Sander (Sangerhausen) nimmt sich Sonnen- und Mondfinsternissen sowie anderen Himmelserscheinungen in Geschichte und Gegenwart an und Familienforscher Steffen Döhring (Sangerhausen) berichtet über die Nachkommen der Ministerialadelsfamilie von Questenberg, die er genealogisch bis in die USA weiterverfolgen konnte. Vertreter des Heimatvereins ARATORA kommen der Einladung des Partnervereins gern nach und bieten (allerdings begrenzte) Mitfahrtgelegenheit an. Telefonische Anmeldungen werden unter 03466 / 320139 erbeten.


Bergbau

Donnerstag, 13. Januar 2011

Erfreuliche Neuigkeiten vom regionalen Buchmarkt kommen aus unserer ehemaligen Kreisstadt Sangerhausen (1816-1952): Der 1937 in Naumburg geborene Hobby-Historiker Thilo Ziegler hat jüngst eine weitere Veröffentlichung  zur Geschichte des Bergbaus in und um Sangerhausen verfasst. Darin behandelt der ehemalige Bergmann den Carolus-Schacht nahe der Mooskammer bei Großleinungen, wo von 1820 bis 1880 Kupferschiefer abgebaut worden ist. Mit seiner neuesten und sehr umfangreichen Broschüre Nr. 12 (100 Seiten, 66 Abb., Preis 8,50 Euro) setzt der Autor seine vor zwei Jahren begonnene Reihe „Die Geschichte des Sangerhäuser Berg- und Hüttenwerkes von den Anfängen bis zur Neuzeit" fort. Heft 6 dieser Serie mit dem Titel "Das Obersdorfer Revier" (Preis 4,80 Euro) erschien schon 2009, es hat 88 Seiten und 14 Abbildungen. Die Broschüre 11 "Der Kunstteich" (bei Wettelrode) mit 23 Seiten und 19 Abbildungen (Preis 3,00 Euro) erschien gleichfalls 2009. Seine aktuelle Fortsetzungsreihe will Thilo Ziegler aus insgesamt 25 (!) Broschüren aufbauen; somit sollen jedes Jahr mindestens zwei Veröffentlichungen publiziert werden. Der Verfasser gehört seit vielen Jahren zum Urgestein der Bergbauforschung im Südharz und war nach seiner rund zwanzigjährigen beruflichen Tätigkeit unter und über Tage am Ausbau des Mansfeld-Museums in Großörner beschäftigt, danach im Bergbaumuseum in Goslar. Auch in unserer Zeitschrift ARATORA hat Thilo Ziegler bereits geschrieben bzw. weilte als Referent eines Vortrages in Artern. Alle Hefte sowie weitere Veröffentlichungen werden in den Buchhandlungen"Das Gute Buch" und "St. Michael" in Sangerhausen sowie im Bergbaumuseum Wettelrode angeboten bzw. können privat über Thilo Ziegler, Bertolt-Brecht-Straße 2 in 06526 Sangerhausen bestellt werden; ggf. hilft auch der Heimatverein ARATORA bei der Beschaffung. Näheres zum Autor, zu seinen anderen montangeschichtlichen und historischen Veröffentlichungen sowie den Altbergbau am südlichen Harz finden Sie auf der Homepage http://www.bergbau-sangerhausen.de/index.html.


Dienstag, 11. Januar 2011

Beim Pegelstand von 4,44 Meter (Mittel 1,82 Meter!) an der Messstation Oldisleben machten Vorstandsmitglieder am Vormittag des vergangenen Sonntags zahlreiche eindrucksvolle Aufnahmen vom Hochwasser der Unstrut und der Helme fürs Vereinsbilderarchiv. Trotz nasskalten Wetters wurde das Hochwasser an mehreren Stellen in Artern, Reinsdorf, Ritteburg und Kalbsrieth aufgenommen. Besonders eindrucksvoll rauschten die braunen Wellen über die Behelfsbrücke der Bundesstraße B 86, die über den Flutkanal zwischen Artern und Reinsdorf (unser Bild) führt und die bereits seit 7. Januar 2011 wegen Überschwemmung für den Verkehr gesperrt ist. Denn immer noch wird die historische Flutgrabenbrücke saniert, um eine dauerhafte Tragkonstruktion herzustellen, wobei das alte Sandsteingewölbe erhalten bleibt, jedoch punktuell saniert wird und einen komplett neuen Überbau erhält. Auch der aktuelle Wasserstand an der Hochwassermarke vom 9. Mai 1818 am Wohnhaus der Mühle Liebe in der Wasserstraße wurde kontrolliert, doch der damalige Wasserstand wurde längst nicht erreicht. Insbesondere auch unser Vereinsmitglied Dr. Mathias Deutsch aus Erfurt, Historiker und Hochwasserexperte, hat dieser Tage viel zu tun, um das aktuelle Flutereignis in Thüringen zu dokumentieren, aber auch um sein gerade angelaufenes Buchprojekt „Die Unstrut – Ein Fluss und seine Geschichte(n)“ mit Bildern zu versorgen. Darüber hinaus ist Dr. Deutsch weiterhin sehr an historischen Fotos von Überflutungen der Unstrut interessiert. Geschichtsfreunde, die helfen möchten, werden um leihweise Überlassung ihrer Fotos gebeten.