Artern

Zur freundlichen Beachtung & aktuelle Meldungen

Aratora

Sie suchen im Handel nicht mehr erhältliche ARATORA-Schriften?

Von den bislang zwanzig Jahrbüchern der Reihe ARATORA seit 1991 ist ein Drittel ausverkauft und somit nicht mehr im Handel oder beim Verein erhältlich. Dies betrifft die Ausgaben 2/1992, 3/1993, 4/1994, 6/1996, 8/1998, 9/1999 und 10/2000, weiterhin einige unserer Sonderschriften, so jene über den Braunkohlebergbau, die Kyffhäuserkleinbahn, das Elektrizitätswerk Bretleben, den Stadtbrand von 1683 oder über die Siegel und Wappen der Stadt Artern. – Je nach Angebotslage und Rücklauf werden diese Schriften in geringer Zahl als antiquarische Exemplare seitens des Heimatvereins ARATORA angeboten. Interessenten schauen bitte unter der Rubrik JAHRBÜCHER nach, ob dort gesuchte Ausgaben angeboten werden und melden sich telefonisch oder per Mail beim Vorstand, wenn Sie ein oder mehrere dieser gebrauchte Exemplare erwerben möchten! Gleiches gilt, wenn Sie genannte Bücher an den Verein zurückgeben möchten, um Interessierten eine Freude zu bereiten. – Hinweis: Andere als oben notierte Bücher werden nicht zurückgenommen, da diese noch vorrätig sind.


Artern 1727

Alte Dokumente gehören in ein Archiv – nicht auf den Müll!

Immer noch landen wichtigste historische Dokumente, Fotos und Bücher im Abfall. Wie viele unwiederbringliche Belege, Sammlungen und Forschungen sind so aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit endgültig den Weg alles Irdischen gegangen? Wohl leider mehr als genug! Daher die ganz herzliche Bitte um Nachricht, wenn z. B. Haushaltsauflösungen anstehen und damit für historisches Material möglicherweise Gefahr besteht entsorgt zu werden. Bitte rufen Sie uns an (Tel. 03466 /320139), wir kommen gern vor Ort und nehmen die Unterlagen in Augenschein bzw. stellen diese gern für die Nachwelt kostenlos sicher. – Wenn Sie eventuell vorhandene Einzelbelege, Bilder oder Sammlungen jedoch selbst behalten möchten, danken wir für Ihr Entgegenkommen, diese Unterlagen für unsere Forschungen bzw. die Vereinssammlung scannen, kopieren bzw. fotografieren zu dürfen.


Reprint

Drei Arterner Namenregister kostenlos anfordern!

Durch sehr viel Fleiß und Engagement liegen zwischenzeitlich drei Registraturen von Veröffentlichungen des Heimatvereins ARATORA vor, die von Walter Kawe aus Artern erstellt worden sind, so eine Aufstellung sämtlicher Namen der in den bislang veröffentlichten Zeitschriften der Reihe ARATORA, also von 1991 bis 2010, vorkommenden Personen, weiterhin ein Namenregister der im September 2011 veröffentlichten und jetzt ausverkauften Arterner Stadtchronik des 19. Jahrhunderts „Wichtige Ereignisse in unserem Gemeindeleben“ von Otto Wagner und erst jüngst eine Registratur für das Anfang Dezember 2012 erschienene und gleichfalls vergriffene Buch „Artern und seine Bewohner im 19. Jahrhundert - Arterner Handwerker und Geschäftsleute von 1800 bis 1900“. Alle drei Register sind als kostenfreie PDF-Datei erhältlich und können beim Vorstand des Heimatvereins ARATORA angefordert werden. Der Versand erfolgt per Email. Ausdrucke sind aufgrund des Umfangs nur in Ausnahmefällen möglich; in diesem Falle wird eine angemessene Spende für Kopierung und Porto zugunsten der Sanierung der Arterner Kirchen-Agenda von 1580 erbeten!


Unstrutbuch

Seit 26. Mai 2017 wieder erhältlich: „Die Unstrut“ als Nachauflage!

Nachdem die bislang umfangreichste Sachbuch-Veröffentlichung des Heimatvereins ARATORA „Die Unstrut - Geschichte(n) vom Fluss zwischen der Sachsenburger Pforte und dem Wendelstein“ (2015) bereits seit etlichen Monaten ausverkauft ist, diesbezügliche Nachfragen jedoch weiterhin bestehen, ist nun eine zweite, durchgesehene Auflage mit 200 Exemplaren Umfang erschienen. „Durchgesehen“ heißt in diesem Fall, dass einige geringfügige Anpassungen und Änderungen vorgenommen werden mussten, so die Tilgung kleinerer Fehler in Orthografie und Ausdruck, die sich trotz aller Sorgfalt leider eingeschlichen hatten, bzw. der Austausch einiger weniger Bilder, die zwar identisch aber mit jetzt besserer digitaler Qualität übernommen worden sind. Inhalt und Layout von „Die Unstrut“ blieben von diesen Modifikationen jedoch komplett unberührt und sind deckungsgleich mit der ersten Auflage. – Der Vertrieb (auch per Post) wird wiederum ausschließlich über den Heimatverein ARATORA und „Das Gute Buch“ in Artern abgewickelt. Bestellungen über ISBN bzw. die Gewährung von Buchhändler-Rabatten sind leider nicht möglich! Der Kaufpreis bleibt mit 19,90 Euro konstant zu dem der Erstauflage. Bestellungen können ab sofort wie folgt getätigt werden: Tel. 03466 / 320139 oder Email: verein@heimatverein-aratora.de. – Noch einmal kurz zum Inhalt: Auf 290 Seiten und illustriert mit über 400, überwiegend historischen Abbildungen widmen sich die Autoren Andreas Schmölling (Artern), Dr. Mathias Deutsch (Erfurt) und Binnenschiffer a. D. Hans-Joachim Büchner (Weißwasser) historischen, volkskundlichen, geografischen, verkehrsgeschichtlichen, wasserwirtschaftlichen sowie kartografischen Themen zur Flussgeschichte der Unstrut und Unstrut-Aue. Im Fokus der Untersuchungen, die schwerpunktmäßig den Zeitraum ab ca. 1750 bis um 1950 umfassen, stehen Geschehnisse in und um die Unstrut-Ortschaften Sachsenburg, Oldisleben, Bretleben, Schönfeld, Artern, Ritteburg, Schönewerda, Bottendorf, Roßleben und Wendelstein. Nachstehende Themenblöcke werden im Buch mit mehr als hundert Kapiteln angesprochen und sind reich illustriert: Daten und Fakten zum Fluss; historische Entwicklungsphasen der Unstrut und deren Flusslandschaft; Aberglaube und Brauchtum im Unstrut-Tal; Brücken und Stege, Straßen und Wege; Landwirtschaft im Unstrut-Tal; Fischerei in der Unstrut und ihren Nebenflüssen; Unstrut-Müller und Mühlen; Hoch- und Niedrigwasser sowie Trockenjahre; Hochwassermarken und Kleindenkmale mit Flussbezug; Baden und Schwimmen im Fluss; Unglücksfälle und Selbstmorde; Schiffbarmachung, Schifffahrt, Schleusen und Treidelwesen; wasserbauliche Maßnahmen, Brücken und Wehre; Persönlichkeiten aus der Unstrut-Region; Gewässerverunreinigung bzw. Gewässerschutz; Menschen, Orte und Natur an der Unstrut.


Kalender 2018

Arterner (N)Ostalgie-Kalender für 2018 wirft bereits Schatten voraus!

Noch bis Ende des Jahres begleitet der aktuelle (N)-Ostalgie-Kalender 2017 hunderte Geschichtsfreunde und Heimatinteressierte in Artern und außerhalb mit Motiven aus der jüngeren Vergangenheit unser Stadt durch die Wochen und Monate. Und auch im kommenden Jahr soll es einen solchen Wandschmuck in gewohnter Art und Weise geben. Zum Zwiebelmarkt am 7. und 8. Oktober wird der begehrte Druck wiederum an einem Info-Stand zum Stückpreis von nur 8,00 Euro angeboten. Mit Unterstützung von zwölf Bildgebern konnten dem Kalender erneut 24 bildliche Motive sowie weitere Fotos beigegeben werden. Folgende insgesamt 32 Abbildungen kommen bald zum Abdruck: Gärtnerei Gerlach mit Schlossstraße sowie Kirche und Rathaus als Titelblatt (unser Bild), Unstrut-Wehr, Kinderkrippe Leipziger Straße und Sündergasse auf der Vorwortseite, zudem Poliklinik und Veitskirche auf der Seite des Jahreskalenders 2018. Die vierzehntägig wechselnden Blätter zeigen: winterlicher Solebach, Rodelbahn auf dem Weinberg, Lastwagen am Geschwister-Scholl-Platz, Voigtstedter Straße, Blick von der Unstrut-Brücke, Vorfrühling im Talgebind, Sicht vom Kirchturm zum Weinberg, Frühlingsspaziergang durch die Saline, Schichtschluss in der Kyffhäuserhütte, Kinder im Sole-Schwimmbad, Altbauten in der westlichen Leipziger Straße, Abrisshaus am Geschwister-Scholl-Platz, Hotel von der Alten Poststraße aus, Marktplatz mit PKWs, obere Ritterstraße mit Getränkestützpunkt, Neubau „Flacon“ in der Ritterstraße, POS „Wilhelm Pieck“, Promenade, Erntedankfest, Saline mit Solebehältern und Altstadt, Metallkunstwerk im Kulturzentrum, Friedhof mit Quelle, Kinder auf dem Weinberg und Blick in die Marienkirche. Die Seite des Jahreskalenders 2018 zeigt die Superintendentur sowie das alte Hotel. – Der Heimatverein ARATORA hofft, dass auch diese bevorstehende Kalenderausgabe wiederum viele Freunde finden wird! Vor der Veröffentlichung zum Zwiebelmarkt wird rechtzeitig in der Presse an diese neue Publikation erinnert. Ab 9. Oktober bietet dann auch „Das Gute Buch“ Artern unseren neuen Kalender an. Bitte zu beachten: die Auflage ist nicht sehr hoch, die Nachfrage aber schon; eine Nachauflage, wie im vergangenen Jahr geschehen, wird es für die Ausgabe 2018 definitiv nicht geben!


Artern

Bewahrt & publiziert: Ihre alten Bilder für unsere neuen Bücher!

Auch für unsere nächsten Bücher und Broschüren bitten wir unsere Mitglieder, Freunde, Interessierte und Homepagebesucher um Mithilfe! In fünfundzwanzig Jahren Publikationstätigkeit mit mehr als dreißig Büchern über unsere Heimatstadt Artern sowie die nähere Umgebung wurden mittlerweile zigtausende Fotos und Dokumente publiziert. So interessant und aufschlussreich dieser überwiegend aus historischen Postkarten und „Standardmotiven“ bestehende Fundus auch ist, an den Reiz privater Aufnahmen kommen diese oftmals nicht heran. Für unsere jüngsten Veröffentlichungen – die Chroniken "Wichtige Ereignisse in unserem Gemeindeleben" sowie „Artern und seine Bewohner im 19. Jahrhundert“, die "Beiträge zur Geschichte der Salinen in Artern vom 15. Jahrhundert bis 1928" und ganz besonders für "150 Jahre Kindergarten Magdalenenstraße in Artern 1865-2015" und "Die Unstrut - Geschichte(n) vom Fluss zwischen der Sachsenburger Pforte und dem Wendelstein" – erhielt der Heimatverein ARATORA viele hunderte Bilddokumente aus privater Hand. Dafür unser besonders herzlicher Dank, und unsere Suche zur Sicherung und Publikation historischer Bilder geht weiter, so für die Ende 2017 geplante "Nachlese" unseres Unstrut-Buches. Dafür werden wiederum altes Bildmaterial und Fotomotive aus den Gemeinden zwischen diesen alten Unstrut-Burgen gesucht. Bitte helfen Sie auch hier bei der Motivfindung und stellen Sie uns die „Schätze“ aus Ihren Fotoalben leihweise zur Verfügung. Oder sprechen Sie mit uns über das Leben Ihrer Vorfahren an und mit der Unstrut, damit diese Überlieferungen erhalten bleiben! – Den Spendern wird auf unserer Homepage sowie in den Veröffentlichungen namentlich gedankt, zudem werden deren Namen als Bildquelle bzw. Bildgeber veröffentlicht. – Trotzdem und aus leidiger Erfahrung nachstehend ein sehr ernstgemeinter Hinweis: alle unsere Veröffentlichungen, deren Inhalte und Abbildungen bzw. der Umfang dieser Homepage sind urheberrechtlich geschützt. Sie sind keine kostenlose Quelle zur Aufhübschung z. B. von Onlinepräsenzen jedweder Art mangels eigenem relevanten Bildmaterial! Die Publikation in anderen, auch elektronischen Medien setzt in jedem Fall vorherige schriftliche Zustimmung voraus. Das gilt ebenso für die Veröffentlichungen von ARATORA-Autoren in anderen Verlagen bzw. unter Regie anderer Herausgeber. Vielen Dank für Ihre Kenntnisnahme!


Kibu-Suche

Suche nach verschollenen Kirchenbüchern aus unserer Heimat!

Die Freude über die jüngst aufgetauchte Abschrift eines Arterner Taufregisters für die Jahre 1902 bis 1906 (siehe unsere aktuelle Meldung vom 29. März 2016) kann leider nicht jene Verluste aufwiegen, die den evangelischen Gemeinden in unserem Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda infolge Diebstahls bzw. Nichtrückgabe von Archivalien entstanden sind. Aus diesem Grund werden nachstehend jene Kirchenbücher benannt, die leider abhanden gekommen sind. Zugleich wird um Mithilfe bei der Wiederbeschaffung dahingehend gebeten, bei historischen oder genealogischen Forschungen wachsam zu sein, vor allem aber, wenn Kirchenbücher oder andere kirchliche Archivalien zum Kauf angeboten werden bzw. bei Recherchen sich solche unberechtigt als in Privatbesitz befindlich herausstellen. In diesen Fällen wird um Nachricht an den Archivbeauftragten des Kirchenkreises Eisleben-Sömmerda, Pfarrer Hans-Martin Kohlmann in Wippra (Tel. 034775 / 20348 bzw. kirche-wippra@gmx.de), oder an das Archiv der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen in Magdeburg (Tel. 0391 / 50665990 bzw. archiv.magdeburg@ekmd.de) gebeten. Jede Mitteilung wird vertraulich behandelt! Für die Auffindung nachstehender Kirchenbücher (KB) aus unserem Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda sind Belohnungen ausgesetzt worden:

Günstedt: KB 1598-1665,
Günstedt: KB 1757-1799 (aus dem Pfarrhaus gestohlen; zwei weitere verschollene Kirchenbücher sind der Kirchengemeinde als Postpaket aus Mecklenburg-Vorpommern zugeschickt worden!),
Hohlstedt: KB 1579-1700 (aus dem Pfarrhaus Wallhausen gestohlen!),
Hohlstedt: KB 1700-1768,
Hohlstedt: KB 1769-1821,
Langenroda: KB 1599-1708 (an Ahnenforscher ausgeliehen und nicht zurückgegeben!),
Mansfeld: KB 1571-1667 (aus dem Amtszimmer des Pfarrers gestohlen!),
Sotterhausen: KB 1659-1786 (an Ahnenforscher ausgeliehen und nicht zurückgegeben!),
Wallhausen: KB 1636-1690 (im Pfarrhaus Wallhausen gestohlen; ein weiteres verschollenes Kirchenbuch wurde von unbekannter Person wieder in den Gemeinderaum gelegt!) und
Wallhausen: KB 1749-1780.


Clerus Mansfeldicus

Auffindung & Erhalt alter kirchlicher Akten - Gegenbeispiele aus Artern!

Seit Sommer 2016 hat der Heimatverein ARATORA aufgezeigt, das es auch anders gehen kann: eine auf einem Trödelmarkt angebotene (bislang unbekannte) Abschrift aus dem Taufbuch der evangelischen Gemeinde Artern, betreffend die Jahre 1902 bis 1906 mit rund 800 Einträgen, konnte vom Anbieter erworben werden und ist dem hiesigen Pfarramt als Schenkung zur Verwahrung gegeben worden. Zudem übernahm im selben Jahr der Heimatverein ARATORA die gesamten Kosten für die komplette Sanierung eines arg zerlesenen Kirchenbuches mit den Eintragungen der Sterbefälle in der Gemeinde Artern zwischen den Jahren 1855 und 1905. In aufwendiger Handarbeit ist der Foliant in Halle/S. frisch eingebunden worden, zuvor wurden Klebungen vorgenommen sowie die Einzelseiten repariert. Derzeit in Arbeit ist die Sanierung einer sog. Kirchen-Agenda von 1580, die Arterner Pfarrern als Leitlinie zur Umsetzung der lutherische Lehre und für das Gemeindeleben diente. Diverse handschriftliche Notizen früherer hiesiger Geistlicher zeugen vom regen Gebrauch, daraus resultierend auch der derzeitige Erhalt des Buches. Nach der voraussichtlichen Wiederherstellung im Herbst 2017 wird der Heimatverein ARATORA auch diese Agenda dem Pfarramt Artern als Schenkung überlassen. Weiterhin wird noch im Jahr des Reformationsjubiläums ein größerer Teil der Kirchenrechnungen des 19. Jahrhunderts der evangelischen Gemeinde Artern, vom Heimatverein ARATORA aus Privatbesitz aufgekauft und derzeit noch beim Vereinsvorstand befindlich, an das hiesige Pfarramt übergeben und wird somit Interessierten bald wieder zugänglich sein. Diesen Unterlagen beigefügt werden zwei kirchlich relevante Akten aus dem späten 17. Jahrhundert, verfasst nur wenige Jahre nach dem großen Arterner Stadtbrand von 1683, weiterhin drei wertvolle, gedruckte Bücher mit kirchlichen bzw. regionalgeschichtlichen Inhalten aus dem 18. Jahrhundert. All diese Akten und Druckwerke stammen aus dem vor vielen Jahrzehnten aufgelösten und seither verschollenen Archiv der damaligen Superintendentur in der Nordhäuser Straße.


Orgelweihe

Spendenaufruf: Statik bedroht Orgel in der Marienkirche!

Die Summe könnte nicht deprimierender sein: 200.000 Euro! Auf diesen horrenden Betrag wird die Wiederherstellung der Statik geschätzt, die derzeit den Fortbestand der Orgel in der Arterner Marienkirche akut bedroht. Die Feststellung des Ungleichgewichts der „Königin der Instrumente“ ist das Resultat einer Untersuchung im Frühjahr 2017: die beiden Pedaltürme kippen nach innen, zudem droht das Instrument, sich auch noch nach vorn zu bewegen. Grund dieses Zustandes ist, dass die Masse der Orgel nicht mehr auf deren gesamte Standfläche abgeleitet wird, sondern sich nur noch auf lediglich zwei Punkte konzentriert! Hilfe tut Not, um die bereits in Teilen verschobene Orgel zu erhalten – und zwar sehr schnell. Der Heimatverein ARATORA wird nach Maßen mitzuhelfen versuchen, Geld zu sammeln und an die Kirchengemeinde weiterzuleiten, um diesen bedrohlichen Zustand baldmöglich abzuwenden. „Die in den Jahren 1693-1697 von dem Mechanikus Thiele aus Erfurt gebaute und im Jahre 1807 von dem Mechanikus Krug aus Merseburg reparierte Orgel in der Stadtkirche zu Artern“ darf nicht gesperrt werden oder sich gar noch mehr in sich verziehen! Also, bitte helfen Sie mit, dieses unsägliche Szenario abzuwenden, oder können Sie sich Heiligabend ohne die große Orgel vorstellen? Spenden dafür nimmt der Heimatverein ARATORA über dessen Bankverbindung (siehe auf dieser Homepage unter VEREIN) oder gern auch in bar entgegen. Ob Münzen oder Scheine, die dafür gegebenen Beträge werden jeweils umgehend der Kirchengemeinde Artern zur Mitfinanzierung der Abwendung des statischen Problems zugeführt. Vielen herzlichen Dank dafür. Die Zeit drängt! – Unser Bild zeigt die Titelseite einer Broschüre anlässlich der Orgelweihe 1984 in Artern.


Lonicerus

Freitag, 22. September 2017

Gezielte und tiefgründige Recherchen in mittlerweile recht zahlreich online verfügbaren Archiven und Portalen bringen immer wieder auch lokal- oder regionalgeschichtlich relevante Dokumente zutage: vom Inhalt her bereits bekannte, jedoch auch bislang ungekannte Informationen. Von der intensiven Digitalisierung historischer Unterlagen sind nämlich nicht selten auch Akten aus unserer Gegend betroffen, die dann komplett zur Verfügung stehen bzw. deren Erreichbarkeit und Kopierung dadurch möglich sind. Im Rahmen einer solchen Durchforstung wurde die „Die Porträtsammlung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel“ ermittelt. Diese Kollektion entstand in der heutigen Form um 1970 infolge der Auflösung bzw. Zusammenführung dreier älterer Sammlungen, die hernach restauriert und auf Karton gezogen bzw. unter Passepartouts gelegt worden sind. Die gesamte Sammlung beinhaltet rund 32.000 Blätter (darunter etwa 6.000 Dubletten) verschiedenster druckgraphischer Verfahren, wobei überwiegend Personen des 17. und 18. Jahrhunderts dargestellt sind, besonders Gelehrte, Amtspersonen, Herrscher, Adelige und Personen aus dem höheren Bürgentum. Der Schwerpunkt liegt auf den protestantischen deutschen Gebieten. – Mittels der Suchfunktion auf der zugehörigen Webseite http://portraits.hab.de/ ist es möglich, Porträts des 16. bis 19. Jahrhunderts aus besagter Sammlung zu ermitteln, wobei auch etliche Persönlichkeiten aus unserer Heimat gefunden werden können. Mit folgenden Suchanfragen wird man u. a. gut fündig: Allstedt, Artern, Eisleben, Frankenhausen, Gorsleben, Greußen, Heldrungen, Kelbra, Kindelbrück, Mansfeld, Nordhausen, Oldisleben, Querfurt, Reinsdorf, Sachsenburg, Sangerhausen, Sömmerda, Sondershausen, Stolberg/Harz, Unstrut, Weißensee, Wiehe. Ein Beispiel hierzu: Nach Eingabe des Suchbegriffes „Artern“ wird u. a. der 1497 (oder 1499) geborene Gelehrte Johannes Lonicerus mit Daten und hier sogar mit zwei Porträts wiedergegeben. Unser hier wiedergegebenes Bild zeigt eines dieser Brustbilder jenes Mannes aus dem weiteren Wirkungskreis um Martin Luther, entnommen aus der Sammlung des Heimatvereins ARATORA. – Darüber hinaus sind relevante Suchanfragen betreffs Porträts auch über die Internetseite http://www.portraitindex.de/ möglich. Beide Homepages sind, unter Beachtung der Bildnutzungsrechte, wichtige und bedeutende Hilfsmittel in der kulturgeschichtlichen, historischen und heimatkundlichen Forschung.


Alte Heimat Artern

Dienstag, 19. September 2017

Die Setz- und Korrekturarbeiten für die nächste Buchveröffentlichung des Heimatvereins ARATORA sind vor wenigen Tagen beendet worden. Nun wird der Bildband „Alte Heimat Artern - Die Bildersammlung des Buchbindermeisters Wilhelm Leibnitz (1898-1983)“ bis ca. Mitte November gedruckt und gebunden. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ist das 128seitige Buch im Querformat A5 beim Verein sowie im „Guten Buch“ Artern erhältlich. Der exakte Veröffentlichungstermin wird rechtzeitig mitgeteilt, auch in der Presse; selbiges gilt für den Preis. Die Höhe der Auflage beläuft sich auf lediglich 300 Stück, nur ggf. könnten deshalb noch Exemplare zum Weihnachtsmarkt in Artern am 9. und 10. Dezember angeboten werden. Vorbestellungen werden aber gern schon jetzt entgegengenommen. – Das Buch umfasst 124 Fotografien aus der Sammlung des Buchbindermeisters Wilhelm Leibnitz aus der Leipziger Straße 12, der diese 1958 in zwei großen Folianten eingebunden hatte. Durch die Großzügigkeit seiner Tochter in Göttingen kam diese einmalige Sammlung in diesem Sommer von Niedersachsen wieder nach Artern zurück und wird nun komplett als Bildband veröffentlicht. Gezeigt werden pro Seite je ein stadtgeschichtliches Motiv aus der Zeit von ca. 1880 bis in die 1950er Jahren, untermalt mit kurzen Bildunterschriften. Artern präsentiert sich hier als pulsierende Kleinstadt mit mannigfaltiger Industrie, Handel und Handwerk sowie Möglichkeiten der Naherholung. – Währenddessen der überwiegende Teil der Fotos wohl mit großen Plattenkameras bzw. längeren Belichtungszeiten aufgenommen worden sind und daher sehr gute Auflösung und Detailtreue aufweisen, sind einige wenige Bilder leider leicht fehlerbehaftet (z. B. Überbelichtung). Ähnliches gilt für ein paar sehr alte, damals abfotografierte Aufnahmen, die gleichfalls qualitativ nicht an die offensichtlich professionellen Aufnahmen heranreichen. Trotz dieser vertretbaren Mängel stellen diese aber doch wichtige Zeitdokumente dar und werden deshalb publiziert. Der Betrachter sollte sich daran nur wenig stören! – Unser Bild zeigt das Layout des Umschlages dieser attraktiven Neuerscheinung mit Stadtansicht vom Weinberg aus.


Ernst Richter

Freitag, 15. September 2017

Kenntnis vorausgesetzt sowie mit einigermaßen scharfem Blick über das Tor des ehemaligen Gehöftes in der Fräuleinstraße 17 in Artern erkennbar, ist über dem Tor der etwas weiter hinten befindlichen Scheune eine historische Tafel angebracht, darauf die Abkürzung E.R. Sicherlich wurde die Platte aus Anlass der Errichtung oder Erneuerung des Klinker-Gebäudes im vorletzten Jahrhundert dort befestigt. Welche Person sich jedoch dahinter verbirgt war bislang unbekannt, auch den Eigentümern Familie Altrock. Mithilfe der kürzlich massenhaft fotografierten und nunmehr für Recherchen digital aufgearbeiteten Akten zur Erhebung sämtlicher Wohnhäuser und der darin seitdem späten 18. bzw. frühen 19. Jahrhundert wohnhaften Eigentümer, Mieter und sporadisch dort Lebenden ist dies nun möglich! Es handelt sich bei E.R. um den 1799 geborenen „Ernst Richter / Altsitzer“ (unser Bild). Diese heute in unserem Raum nicht mehr gebräuchliche Benennung bezeichnet einen Bauern nach Übergabe seines Hofes an dessen Nachfolger, der jedoch den Altbauern mitversorgen durfte. Da Ernst Richter nicht im Arterner Taufverzeichnis von 1799 nicht aufgeführt ist, muss dieser von außerhalb stammen. Hier sollte also noch recherchiert werden, wann und warum Richter in Besitz des Gehöftes Fräuleinstraße 17 gekommen ist. – Dafür konnten die Vorbesitzer dieses Anwesens ermittelt werden: zunächst der 1809 als Sohn eines Bäckers in der Altstadt geborene, spätere Posamentierer (Hersteller von Schmuckbesatz an Kleidungsstücken) Friedrich Gottlob Bertram, dessen 1807 geborene und 1840 verstorbene Ehefrau Christiane, geb. Schröter aus Ringleben, und deren drei Kinder. Danach wird als Ehefrau (vermutlich als jene des zwischenzeitlichen Witwers Friedrich Gottlob Bertram) die 1813 in Hackpfüffel geborenen Pauline Buchmann genannt, die 1841 jedoch fortgezogen ist. Als Besitzers des Hofes folgen: der 1824 in Wandersleben unterhalb der Burg Gleichen geborene Sattler Heinrich Wilhelm Ritter (oder Richter) und dessen 1819 ebendort geborene Gattin Friederike. Nach diesen kommt bereits erwähnter Altsitzer Ernst Richter als Eigentümer am die Reihe, ehe Ökonom August Schönau (geb. 1819) mit Ehefrau Caroline (geb. 1819) und deren Kinder Ernst, Marie, Carl, Bertha, Franz, Emil und Otto (geb. zwischen 1853 und 1869 in Artern) als Besitzerfamilie erwähnt ist. Hier endet die Akte; wann die Familie Altrock das Gehöft übernommen hat, sollte in der Familienüberlieferung bekannt oder über die Katasterunterlagen zu ermitteln sein. In der Konsequenz läge dann eine komplette Besitzerliste über knapp 200 Jahre für das Gehöft Fräuleinstraße 17 vor. Weiterführende Forschungen in Kirchenbüchern oder z. B. alten Steuerregistern bringen sicherlich weitere Details ans Tageslicht. Ergänzt werden könnten diese noch mit den Mietern besagten Wohnhauses, die gleichfalls namentlich in obigen Erhebungsakten aufgeführt sind. Analog für fast jedes Haus in Artern (leider fehlen aktenmäßig die damaligen Nr. 1-49) sind mit den digitalisierten Besitzer- und Bewohnerverzeichnissen seit ca. 1800 entsprechende Erhebungen möglich. Einzig die sehr individuellen Handschriften der Verfasser bereiten bei der Transkription teils Mühe.


Paul Meyer

Dienstag, 12. September 2017

Vor einem halbem Jahr konnte an dieser Stelle berichtet werden, dass das erst kurz zuvor während Bauarbeiten im Sumpf westlich von Artern wiederentdeckte, vormalige Thälmann-Denkmal auf Vermittlung des Heimatvereins ARATORA zwecks historischer Umwidmung an den Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue weitergeleitet und nach Tilleda gebracht worden ist. Dieser Stein mit der Namensgravur des Kriegsdeserteurs, Arbeiterfunktionärs, lauthalsigen Klassenkämpfers und KPD-Chefs von Stalins Gnaden ragte Jahrzehnte zuvor im Salinepark, ehe der jetzt noch dort befindliche Gedenkstein aus Quarzit dessen Stelle einnahm. (Zeitweise sollen beide Steine gemeinsam dort gestanden haben, jedenfalls wurde bei Erdarbeiten im Frühjahr 2017 das Fundament des ersten Thälmann-Denkmals gefunden und auch fotografisch dokumentiert.) Engagierte Mitglieder des Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue haben in der Zwischenzeit das vormals Arterner Denkmal einer eindrucksvollen Verjüngungskur unterziehen lassen. Es wurde z. B. die Patina entfernt und die Namensgravur Ernst Thälmanns fast unkenntlich gemacht. Als Handwerker in Erscheinung trat hierbei Paul Meyer aus Tilleda. Der rüstige Rentner, der kein Steinmetz ist, hat dennoch in beeindruckender Weise das Werkstück umgewidmet. (Paul Meyer war während der archäologischen Erforschung der Pfalz Tilleda aktiv als Grabungstechniker mitbeteiligt. Er betreibt zudem in Tilleda ein kleines Privatmuseum, pikanterweise in der Ernst-Thälmann-Straße). – Schon Mitte nächsten Monats soll das Denkmal nahe des Gietenkopfes im Kyffhäuser-Gebirge aufgestellt werden und dann erneut an den 1884 durch einen Wilddieb erschossenen Waldhüter Carl Rose aus Tilleda erinnern. Dieses ursprünglich auf fürstlich-schwarzburgischen Befehl hin 1886 für den Ermordeten errichtete Denkmal ist leider seit 1984 verschollen und wird also künftig durch den Ex-Thälmann-Stein aus Artern ersetzt. Besonders Heimatfreund Manfred Schröter aus Berga ist es zu verdanken, dass die Schriftzüge des originalen Rose-Steins ebenso auf dessen Duplikat graviert wurden. Die Aussage des alten Steins ist somit identisch mit der des neuen Denkmals. Einzig dessen Form variiert zum verschwundenen Original: der neue Erinnerungsstein ist höher und schlanker. Von der feierlichen Übergabe wird demnächst auch hier berichtet. – Unser Bild zeigt links Paul Meyer bei der Arbeit am neuen Rose-Stein, der jedoch erst später gezeigt wird. Rechts steht Manfred Wirth aus Tilleda, der im Frühjahr 2017 den Stein aus Artern holen ließ (Foto: Manfred Schröter, Berga).


Uwe Landes

Freitag, 8. September 2017

Ein Glücksfall für die Industriearchäologie, aber auch für die Heimat- und Kulturgeschichte, befindet sich nur wenige Kilometer entfernt in Oldisleben: die Zuckerfabrik von 1872. Diese ist die weltweit einzig noch bestehende Rübenzuckerfabrik, die nach der letzten gefahrenen Kampagne 1990 komplett als Industriedenkmal erhalten worden ist (allerdings ist deren Bewerbung als touristisch bedeutsamer Anziehungspunkt verdientermaßen noch ausbaufähig). Eben dorthin lud kürzlich Bundestagsabgeordneter Manfred Grund (CDU) ein, und mehr als dreißig Interessierte aus dem Kyffhäuserkreis schlossen sich einer mehr als zweistündigen Führung durch die alten Gemäuer an. Jederzeit und zu allen Themen der Zuckerherstellung kompetent brachte Uwe Landes (unser Bild) als Verantwortlicher für die denkmalgeschützte Fabrik den Gästen den historischen Betrieb nahe. Zuvor gab es ein zwanzigminütiges Video der letzten Kampagne zu sehen, das die Besucher auf den bevorstehenden Ausflug in die heimische Industriegeschichte einstimmte. Mit Beginn der Rübenverarbeitung, immer gegen Ende September, wurde aus der Fabrik ein beinahe lebendig erscheinender Organismus, der Rübenmassen in sich hineinfraß bzw. nach zahlreichen physikalisch-chemischen Prozessen Weißzucker ausspie und mittels eines für den Laien kaum entschlüsselbaren Gewirrs von Handrädern, Schiebern, Leitungen, Rohren, Kesseln, Tanks, Behältern, Apparaten, Schalt- und Regelkästen in Gang gehalten wurde. Währenddessen nach 1990 viele Fabriken in der Umgebung, so Artern, Oberröblingen/H., Roßleben, Straußfurt usw., der Abrissbirne zu Opfer fielen und heute „schicke“ Solarparks beherbergen, blieb die Fabrik in Oldisleben von diesem Schicksal verschont – der Südzucker AG sei Dank! Heute ist das Denkmal ein buntes Anlagen-Gemisch seit Kaisers Zeiten bis hin zur BMSR-Technik aus späten DDR-Tagen. Besonders eindrucksvoll sind die Diffusionsbatterie von 1906, der Kalkofen von 1898 und die Dampfmaschine von 1882 – diese und mehr Geräte in Baulichkeiten aus der Gründungszeit, die seit der Errichtung nur wenige Änderungen erfahren haben. Mann muss dieses Technik nicht im Detail verstehen, um einfach nur begeistert zu sein, was sich da in Oldisleben erhalten hat und mit Millionenaufwand (!) für die Zukunft gepflegt wird. Als weltweit einzig erhaltene historische Weißzuckerfabrik ist daher auch die Verleihung des Titels als Weltkulturerbe irgendwann in der Zukunft so unrealistisch nicht! Denn Oldisleben ist ein Kleinod der Technikgeschichte, in dessen Erhalt bereits fünf Millionen Euro investiert worden sind – Gelder, die sich aufgrund der Einmaligkeit jedoch lohnen. Gäste sind nach Voranmeldung stets willkommen (Tel. 034673 / 78562 oder oldisleben[at]suedzucker-de. Besonders ehemals in die Zucker- und Nahrungsmittel-Industrie Beschäftigte werden ihre helle Freude haben, denn nicht ohne Grund gilt noch immer die Festellung „Zucker klebt“. – Wer also sich oder seinen Gästen etwas Gutes tun will, jenseits von Kyffhäuser-Denkmal, Panorama-Museum und Barbarossahöhle, der sollte die Zuckerfabrik Oldisleben besuchen. Greifbarer können fast 120 Jahre Technik- und Produktionsgeschichte in unserer Heimat nicht vor Augen geführt werden! Auch unseren Geschichtsfreunden aus der Partnerstadt Einbeck wurde die Zuckerfabrik Oldisleben kürzlich „schmackhaft“ gemacht, sodass für deren nächsten Besuch in Thüringen schon ein sehr lohnendes Reiseziel feststehen dürfte. Einheimische können sich allerdings bereits zum Tag des offenen Denkmals an diesem Sonntag vom Stand der Restaurierungen in der Zuckerfabrik ein Bild machen.


Bastion Mansfeld

Dienstag, 5. September 2017

Martin Luther überall: in den Tagen kurz vor dem 500. Jubiläum des Thesenanschlags zu Wittenberg kann man sich des medialen Einflusses des Reformators kaum entziehen. So war es nur folgerichtig, dass das diesjährige Treffen von Mitgliedern des Einbecker Geschichtsvereins und des Heimatvereins ARATORA, diesmal ergänzt durch den Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue, am vergangenen Sonnabend ebenso den großen Eisleber als zentrale Figur vereinnahmte. Als Besuchsziel stand jedoch nicht dessen Geburtstadt auf den Plan, sondern Mansfeld, wo frohgelaunte Geschichtsfreunde aus Einbeck, Tilleda und Artern am dreiteiligen Besuchsprogramm teilnahmen. Begleitet von passablem Spätsommerwetter führte die erste Station in die soeben sanierte, prachtvolle Stadtkirche St. Georg mit Emporenbildern aus dem Neuen Testament, Prunkgräbern der Mansfelder Grafen sowie einem der seltenen Ganzkörperporträts Luthers aus der Werkstatt von Lucas Cranach. Bemerkenswert dort: man war über die Sanierung des Lutherdenkmals von 1819 in Artern vor zwei Jahren informiert und erfreut! Nach dieser gelungenen historischen Einstimmung wurde das primäre Ziel angesteuert: die Ausstellung in Luthers Elternhaus, wo der spätere Reformator 13 Jahre lebte, und das 2014 umfassend saniert bzw. durch einen modernen Museumsneubau erweitert worden ist. Dort zu sehen sind u. a. die 2003/4 und 2008 archäologisch ergrabenen Hinterlassenschaften aus dem damaligen Vierseitenhof, die das private Lebensumfeld der Familie Luder (Luther) begreifbar machen. Demnach konnte sich die Familie einen gehobenen Lebensstandard leisten, der als Basis der späteren Ausbildung Martins anzusehen ist. Wie hoch das Interesse an der Reformation kurz vor dem großen Jubiläum ist, zeigte die hohe Frequentierung von Kirche und musealem Elternhaus sowie die offensichtlich vor allem unter terminlichen Druck stehenden Mitarbeiterinnen. Nach äußerst schmackhafter Mittagsverköstigung im Forellenhof zu Möllendorf ging’s zurück nach Mansfeld, nun aber hoch über die Dächer des Städtchens auf das Schloss. In einer fast neunzigminütigen Führung wurden die drei Schlösser Vorder-, Mittel- und Hinterort erklärt, ehe zum Abschluss die Kapelle mit sehr üppiger Ausstattung aus mehreren Jahrhunderten gezeigt worden ist. Unser Bild zeigt vorn Familie Puchta aus Artern sowie mittig Manfred Wirth aus Tilleda beim Erkunden einer Bastion der ehemaligen Festung. Der gelungene und bestens organisierte Besuchstag in Mansfeld ging mit Kaffee und Kuchen auf dem Schloss zu Ende. Zum Abschied überreichte Vereinsvorsitzende Dr. Elke Heege das kürzlich erschienene Buch „Das Chorgestühl der Stiftskirche St. Alexandri zu Einbeck“ – ein opulentes Werk, dass das 1288 hergestellte (und damit älteste in Deutschland datierte) Gestühl der Münsterkirche in Wort und Bild behandelt. Und noch in diesem Herbst wird ein weiteres großartiges Buch publiziert; es behandelt die fast komplette wissenschaftliche Aufnahme und Vermessung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kelleranlagen in der Altstadt Einbecks. Mit Hilfe dieser Veröffentlichung kann z. B. die Entwicklung der Bebauung entlang einzelner Straßenzüge über viele Jahrhunderte nachvollzogen werden. Wohl dem, der einen solch seltenen „Schlüssel“ zur städtischen Vergangenheit in Händen hat!