Artern

Zur freundlichen Beachtung & aktuelle Meldungen

Aratora

Sie suchen im Handel nicht mehr erhältliche ARATORA-Schriften?

Von den bislang zwanzig Jahrbüchern der Reihe ARATORA seit 1991 ist ein Drittel ausverkauft und somit nicht mehr im Handel oder beim Verein erhältlich. Dies betrifft die Ausgaben 2/1992, 3/1993, 4/1994, 6/1996, 8/1998, 9/1999 und 10/2000, weiterhin einige unserer Sonderschriften, so jene über den Braunkohlebergbau, die Kyffhäuserkleinbahn, das Elektrizitätswerk Bretleben, den Stadtbrand von 1683 oder über die Siegel und Wappen der Stadt Artern. – Je nach Angebotslage und Rücklauf werden diese Schriften in geringer Zahl als antiquarische Exemplare seitens des Heimatvereins ARATORA angeboten. Interessenten schauen bitte unter der Rubrik JAHRBÜCHER nach, ob dort gesuchte Ausgaben angeboten werden und melden sich telefonisch oder per Mail beim Vorstand, wenn Sie ein oder mehrere dieser gebrauchte Exemplare erwerben möchten! Gleiches gilt, wenn Sie genannte Bücher an den Verein zurückgeben möchten, um Interessierten eine Freude zu bereiten. – Hinweis: Andere als oben notierte Bücher werden nicht zurückgenommen, da diese noch vorrätig sind.


Artern 1727

Alte Dokumente gehören in ein Archiv – nicht auf den Müll!

Immer noch landen wichtigste historische Dokumente, Fotos und Bücher im Abfall. Wie viele unwiederbringliche Belege, Sammlungen und Forschungen sind so aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit endgültig den Weg alles Irdischen gegangen? Wohl leider mehr als genug! Daher die ganz herzliche Bitte um Nachricht, wenn z. B. Haushaltsauflösungen anstehen und damit für historisches Material möglicherweise Gefahr besteht entsorgt zu werden. Bitte rufen Sie uns an (Tel. 03466 /320139), wir kommen gern vor Ort und nehmen die Unterlagen in Augenschein bzw. stellen diese gern für die Nachwelt kostenlos sicher. – Wenn Sie eventuell vorhandene Einzelbelege, Bilder oder Sammlungen jedoch selbst behalten möchten, danken wir für Ihr Entgegenkommen, diese Unterlagen für unsere Forschungen bzw. die Vereinssammlung scannen, kopieren bzw. fotografieren zu dürfen.


Reprint

Drei Arterner Namenregister kostenlos anfordern!

Durch sehr viel Fleiß und Engagement liegen zwischenzeitlich drei Registraturen von Veröffentlichungen des Heimatvereins ARATORA vor, die von Walter Kawe aus Artern erstellt worden sind, so eine Aufstellung sämtlicher Namen der in den bislang veröffentlichten Zeitschriften der Reihe ARATORA, also von 1991 bis 2010, vorkommenden Personen, weiterhin ein Namenregister der im September 2011 veröffentlichten und jetzt ausverkauften Arterner Stadtchronik des 19. Jahrhunderts „Wichtige Ereignisse in unserem Gemeindeleben“ von Otto Wagner und erst jüngst eine Registratur für das Anfang Dezember 2012 erschienene und gleichfalls vergriffene Buch „Artern und seine Bewohner im 19. Jahrhundert - Arterner Handwerker und Geschäftsleute von 1800 bis 1900“. Alle drei Register sind als kostenfreie PDF-Datei erhältlich und können beim Vorstand des Heimatvereins ARATORA angefordert werden. Der Versand erfolgt per Email. Ausdrucke sind aufgrund des Umfangs nur in Ausnahmefällen möglich; in diesem Falle wird eine angemessene Spende für Kopierung und Porto zugunsten der Sanierung des Wappensteins der Arterner Saline (um 1730) erbeten!


Unstrutbuch

Seit 26. Mai 2017 wieder erhältlich: „Die Unstrut“ als Nachauflage!

Nachdem die bislang umfangreichste Sachbuch-Veröffentlichung des Heimatvereins ARATORA „Die Unstrut - Geschichte(n) vom Fluss zwischen der Sachsenburger Pforte und dem Wendelstein“ (2015) bereits seit etlichen Monaten ausverkauft ist, diesbezügliche Nachfragen jedoch weiterhin bestehen, ist nun eine zweite, durchgesehene Auflage mit 200 Exemplaren Umfang erschienen. „Durchgesehen“ heißt in diesem Fall, dass einige geringfügige Anpassungen und Änderungen vorgenommen werden mussten, so die Tilgung kleinerer Fehler in Orthografie und Ausdruck, die sich trotz aller Sorgfalt leider eingeschlichen hatten, bzw. der Austausch einiger weniger Bilder, die zwar identisch aber mit jetzt besserer digitaler Qualität übernommen worden sind. Inhalt und Layout von „Die Unstrut“ blieben von diesen Modifikationen jedoch komplett unberührt und sind deckungsgleich mit der ersten Auflage. – Der Vertrieb (auch per Post) wird wiederum ausschließlich über den Heimatverein ARATORA und „Das Gute Buch“ in Artern abgewickelt. Bestellungen über ISBN bzw. die Gewährung von Buchhändler-Rabatten sind leider nicht möglich! Der Kaufpreis bleibt mit 19,90 Euro konstant zu dem der Erstauflage. Vorbestellungen können ab sofort wie folgt getätigt werden: Tel. 03466 / 320139 oder Email: verein@heimatverein-aratora.de. – Noch einmal kurz zum Inhalt: Auf 290 Seiten und illustriert mit über 400, überwiegend historischen Abbildungen widmen sich die Autoren Andreas Schmölling (Artern), Dr. Mathias Deutsch (Erfurt) und Binnenschiffer a. D. Hans-Joachim Büchner (Weißwasser) historischen, volkskundlichen, geografischen, verkehrsgeschichtlichen, wasserwirtschaftlichen sowie kartografischen Themen zur Flussgeschichte der Unstrut und Unstrut-Aue. Im Fokus der Untersuchungen, die schwerpunktmäßig den Zeitraum ab ca. 1750 bis um 1950 umfassen, stehen Geschehnisse in und um die Unstrut-Ortschaften Sachsenburg, Oldisleben, Bretleben, Schönfeld, Artern, Ritteburg, Schönewerda, Bottendorf, Roßleben und Wendelstein. Nachstehende Themenblöcke werden im Buch mit mehr als hundert Kapiteln angesprochen und sind reich illustriert: Daten und Fakten zum Fluss; historische Entwicklungsphasen der Unstrut und deren Flusslandschaft; Aberglaube und Brauchtum im Unstrut-Tal; Brücken und Stege, Straßen und Wege; Landwirtschaft im Unstrut-Tal; Fischerei in der Unstrut und ihren Nebenflüssen; Unstrut-Müller und Mühlen; Hoch- und Niedrigwasser sowie Trockenjahre; Hochwassermarken und Kleindenkmale mit Flussbezug; Baden und Schwimmen im Fluss; Unglücksfälle und Selbstmorde; Schiffbarmachung, Schifffahrt, Schleusen und Treidelwesen; wasserbauliche Maßnahmen, Brücken und Wehre; Persönlichkeiten aus der Unstrut-Region; Gewässerverunreinigung bzw. Gewässerschutz; Menschen, Orte und Natur an der Unstrut.


Kalender 2017

Auch Nachauflage des (N)Ostalgie-Kalenders 2017 kurz vor Ausverkauf!

Keine drei Wochen nach Erscheinen zu Anfang Oktober 2016 war der (N)Ostalgie-Kalender 2017 „Artern in den 70er & 80er Jahren“ aufgrund äußerst hoher Nachfrage ausverkauft! Für die zahlreichen Heimatfreunde und Interessierten, die bislang noch keinen unserer Kalender mit einmaligen Motiven aus der DDR-Zeit erworben haben, wurden deshalb Exemplare nachgedruckt, die im „Guten Buch“ Artern sowie beim Heimatverein ARATORA zum Preis von 7,00 Euro erhältlich sind. Der Kalender 2017 hat insgesamt 28 Seiten Umfang und ist mit 32 Abbildungen in Schwarzweiß illustriert, die dafür aus Sammlungen von acht Vereinsmitgliedern und Freunden zu Verfügung gestellt worden sind. Mehrheitlich werden Motive aus der Innenstadt gezeigt, es überwiegen hierbei Straßenansichten und Einzelgebäude. Nicht wenige der abgebildeten Häuser sind heute längst nicht mehr existent bzw. wurden baulich stark verändert. Soweit möglich, wurde Wert darauf gelegt, das Alltagsleben in der DDR gleichfalls bildlich mit „einzufangen“. Der Arterner (N)Ostalgie-Kalender 2017 bringt alle vierzehn Tage mit einem neuen Kalenderblatt alte Erinnerungen zurück. Sichern Sie sich dieses schöne Stück Heimat als Wandschmuck für Ihre Wohnung, ehe auch die Nachauflage vergriffen sein wird. – Auch für das Jahr 2018 ist bereits ein Kalender in Arbeit, der unsere Stadt während der 1960er bis 1980er Jahre widerspiegeln soll. Hierzu werden noch aussagekräftige Motive gesucht, möglichst in Form privater Fotos oder Dias (keine DDR-Ansichtskarten). Bitte helfen Sie durch Leihgaben mit, auch diesen neuen Kalender wieder zu einem bildlichen Schmuckstück zur jüngeren Stadtgeschichte werden zu lassen!


Artern

Bewahrt & publiziert: Ihre alten Bilder für unsere neuen Bücher!

Auch für unsere nächsten Bücher und Broschüren bitten wir unsere Mitglieder, Freunde, Interessierte und Homepagebesucher um Mithilfe! In fünfundzwanzig Jahren Publikationstätigkeit mit mehr als dreißig Büchern über unsere Heimatstadt Artern sowie die nähere Umgebung wurden mittlerweile zigtausende Fotos und Dokumente publiziert. So interessant und aufschlussreich dieser überwiegend aus historischen Postkarten und „Standardmotiven“ bestehende Fundus auch ist, an den Reiz privater Aufnahmen kommen diese oftmals nicht heran. Für unsere jüngsten Veröffentlichungen – die Chroniken "Wichtige Ereignisse in unserem Gemeindeleben" sowie „Artern und seine Bewohner im 19. Jahrhundert“, die "Beiträge zur Geschichte der Salinen in Artern vom 15. Jahrhundert bis 1928" und ganz besonders für "150 Jahre Kindergarten Magdalenenstraße in Artern 1865-2015" und "Die Unstrut - Geschichte(n) vom Fluss zwischen der Sachsenburger Pforte und dem Wendelstein" – erhielt der Heimatverein ARATORA viele hunderte Bilddokumente aus privater Hand. Dafür unser besonders herzlicher Dank, und unsere Suche zur Sicherung und Publikation historischer Bilder geht weiter, so für die Ende 2017 geplante "Nachlese" unseres Unstrut-Buches. Dafür werden wiederum altes Bildmaterial und Fotomotive aus den Gemeinden zwischen diesen alten Unstrut-Burgen gesucht. Bitte helfen Sie auch hier bei der Motivfindung und stellen Sie uns die „Schätze“ aus Ihren Fotoalben leihweise zur Verfügung. Oder sprechen Sie mit uns über das Leben Ihrer Vorfahren an und mit der Unstrut, damit diese Überlieferungen erhalten bleiben! – Den Spendern wird auf unserer Homepage sowie in den Veröffentlichungen namentlich gedankt, zudem werden deren Namen als Bildquelle bzw. Bildgeber veröffentlicht. – Trotzdem und aus leidiger Erfahrung nachstehend ein sehr ernstgemeinter Hinweis: alle unsere Veröffentlichungen, deren Inhalte und Abbildungen bzw. der Umfang dieser Homepage sind urheberrechtlich geschützt. Sie sind keine kostenlose Quelle zur Aufhübschung z. B. von Onlinepräsenzen jedweder Art mangels eigenem relevanten Bildmaterial! Die Publikation in anderen, auch elektronischen Medien setzt in jedem Fall vorherige schriftliche Zustimmung voraus. Das gilt ebenso für die Veröffentlichungen von ARATORA-Autoren in anderen Verlagen bzw. unter Regie anderer Herausgeber. Vielen Dank für Ihre Kenntnisnahme!


Kibu-Suche

Suche nach verschollenen Kirchenbüchern aus unserer Heimat!

Die Freude über die jüngst aufgetauchte Abschrift eines Arterner Taufregisters für die Jahre 1902 bis 1906 (siehe unsere aktuelle Meldung vom 29. März 2016) kann leider nicht jene Verluste aufwiegen, die den evangelischen Gemeinden in unserem Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda infolge Diebstahls bzw. Nichtrückgabe von Archivalien entstanden sind. Aus diesem Grund werden nachstehend jene Kirchenbücher benannt, die leider abhanden gekommen sind. Zugleich wird um Mithilfe bei der Wiederbeschaffung dahingehend gebeten, bei historischen oder genealogischen Forschungen wachsam zu sein, vor allem aber, wenn Kirchenbücher oder andere kirchliche Archivalien zum Kauf angeboten werden bzw. bei Recherchen sich solche unberechtigt als in Privatbesitz befindlich herausstellen. In diesen Fällen wird um Nachricht an den Archivbeauftragten des Kirchenkreises Eisleben-Sömmerda, Pfarrer Hans-Martin Kohlmann in Wippra (Tel. 034775 / 20348 bzw. kirche-wippra@gmx.de), oder an das Archiv der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen in Magdeburg (Tel. 0391 / 50665990 bzw. archiv.magdeburg@ekmd.de) gebeten. Jede Mitteilung wird vertraulich behandelt! Für die Auffindung nachstehender Kirchenbücher (KB) aus unserem Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda sind Belohnungen ausgesetzt worden:

Günstedt: KB 1598-1665,
Günstedt: KB 1757-1799 (aus dem Pfarrhaus gestohlen; zwei weitere verschollene Kirchenbücher sind der Kirchengemeinde als Postpaket aus Mecklenburg-Vorpommern zugeschickt worden!),
Hohlstedt: KB 1579-1700 (aus dem Pfarrhaus Wallhausen gestohlen!),
Hohlstedt: KB 1700-1768,
Hohlstedt: KB 1769-1821,
Langenroda: KB 1599-1708 (an Ahnenforscher ausgeliehen und nicht zurückgegeben!),
Mansfeld: KB 1571-1667 (aus dem Amtszimmer des Pfarrers gestohlen!),
Sotterhausen: KB 1659-1786 (an Ahnenforscher ausgeliehen und nicht zurückgegeben!),
Wallhausen: KB 1636-1690 (im Pfarrhaus Wallhausen gestohlen; ein weiteres verschollenes Kirchenbuch wurde von unbekannter Person wieder in den Gemeinderaum gelegt!) und
Wallhausen: KB 1749-1780.


Clerus Mansfeldicus

Auffindung & Erhalt alter kirchlicher Akten - Gegenbeispiele aus Artern!

Seit Sommer 2016 hat der Heimatverein ARATORA aufgezeigt, das es auch anders gehen kann: eine auf einem Trödelmarkt angebotene (bislang unbekannte) Abschrift aus dem Taufbuch der evangelischen Gemeinde Artern, betreffend die Jahre 1902 bis 1906 mit rund 800 Einträgen, konnte vom Anbieter erworben werden und ist dem hiesigen Pfarramt als Schenkung zur Verwahrung gegeben worden. Zudem übernahm im selben Jahr der Heimatverein ARATORA die gesamten Kosten für die komplette Sanierung eines arg zerlesenen Kirchenbuches mit den Eintragungen der Sterbefälle in der Gemeinde Artern zwischen den Jahren 1855 und 1905. In aufwendiger Handarbeit ist der Foliant in Halle/S. frisch eingebunden worden, zuvor wurden Klebungen vorgenommen sowie die Einzelseiten repariert. Derzeit in Arbeit ist die Sanierung einer sog. Kirchen-Agenda von 1580, die Arterner Pfarrern als Leitlinie zur Umsetzung der lutherische Lehre und für das Gemeindeleben diente. Diverse handschriftliche Notizen früherer hiesiger Geistlicher zeugen vom regen Gebrauch, daraus resultierend auch der derzeitige Erhalt des Buches. Nach der voraussichtlichen Wiederherstellung im Herbst 2017 wird der Heimatverein ARATORA auch diese Agenda dem Pfarramt Artern als Schenkung überlassen. Weiterhin wird noch im Jahr des Reformationsjubiläums ein größerer Teil der Kirchenrechnungen des 19. Jahrhunderts der evangelischen Gemeinde Artern, vom Heimatverein ARATORA aus Privatbesitz aufgekauft und derzeit noch beim Vereinsvorstand befindlich, an das hiesige Pfarramt übergeben und wird somit Interessierten bald wieder zugänglich sein. Diesen Unterlagen beigefügt werden zwei kirchlich relevante Akten aus dem späten 17. Jahrhundert, verfasst nur wenige Jahre nach dem großen Arterner Stadtbrand von 1683, weiterhin drei wertvolle, gedruckte Bücher mit kirchlichen bzw. regionalgeschichtlichen Inhalten aus dem 18. Jahrhundert. All diese Akten und Druckwerke stammen aus dem vor vielen Jahrzehnten aufgelösten und seither verschollenen Archiv der damaligen Superintendentur in der Nordhäuser Straße.


Wappenstein Gruppenbild

Freitag, 26. Mai 2017

Petrus meinte es vorgestern gut mit den Veranstaltern und Besuchern der feierlichen Übergabe des Wappensteins und bescherte einen angenehm temperierten Nachmittag, zwar nicht mit Sonne, dafür immerhin ohne Niederschlag. An die vierzig Arterner und Gäste waren in die untere Ritterstraße gekommen, um der Enthüllung dieses Denkmals aus Johann Gottfried Borlachs Zeiten beizuwohnen. Dass ausgerechnet der 24. Mai zum Termin der Übergabe gewählt wurde, hatte seinen Hintergrund: an diesem Tag vor 330 Jahren nämlich erblickte der spätere Salinengründer Borlach als Sohn eines Tischlers in Dresden das Licht der Welt! Sein Leben und Wirken, besonders aber sein Charakter und die persönlichen Eigenarten des Bergrates wurden durch die Rezitation eines historischen Textes hervorgehoben, den Hedi Bialkowski vortrug. Zuvor hatte sich Bürgermeisterin Christine Zimmer mit einem Grußwort an die Gäste gewandt, erinnerte gleichfalls an den Salinengründer und dankte für die erfolgte Denkmalsanierung. Kantor a. D. Peter Telschow war für die musikalische Umrahmung zuständig und spielte zeitgenössische Stücke auf dem Keyboard, darunter das Arterner Tempete, einen Tanz der hiesigen Saliner, wohl aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als „Zeitzeugen“ in Gewandung gaben sich zwei Schüler der Borlach-Schule als Salinengründer Borlach und Arterner Stadtrat sowie Ronald Römer als Salinenarbeiter die Ehre und bildeten eine optisch ins Auge stechende Gruppe von Personen aus der Arterner Geschichte. Bei der Enthüllung des Denkmals kamen mit Bürgermeisterin Christine Zimmer, Sonja Helm, Leiterin der Borlach-Schule, und Salzprinzessin Sarah II. gleich drei Frauen zum Zuge, unterstützt von Heimatfreund Manfred Schröter aus Berga/Kyffh., Kleindenkmalforscher und langjähriger Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Goldene Aue. Nach seiner Abdeckung präsentierte sich der Wappenstein leicht angewinkelt aufgestellt und die Schaufläche zur Straße hinzeigend dem Publikum. Eingebettet in Schnörkel und Arabesken beschauten sich die Besucher das farbige Doppelwappen des wettinischen Kurfürstentums Sachsen sowie das des Königreiches Polen und des Großfürstentums Litauen auf dem mehr als eine Tonne auf die Waage bringende Koloss. Andreas Schmölling vom Heimatverein ARATORA sprach einige erläuternde Sätze zur Geschichte des Steins bzw. diese scheinbar eigentümliche Wappenkonstellation (August der Große als sächsischer Kurfürst war seit 1697 zugleich König von Polen-Litauen). Erfreulich, dass von fachmännischer Seite die handwerkliche Ausführung des Denkmals durchweg positiv ausfiel!  Der Wappenstein war ursprünglich am Unteren Salinetor angerbracht, nun steht er nur einige Meter entfernt. Aus Anlass der Denkmalaufstellung zu Borlachs 330. Geburtstag wurden zum Abschluss der kleinen Feier die Gläser erhoben und sich damit auf die Geselligkeit am bevorstehenden Himmelfahrtstag eingestimmt. – Ganz besonderen Dank für das Gelingen der Denkmalübergabe wird auf diesem Wege übermittelt an: Bürgermeisterin Christine Zimmer, Amtsleiterin Antje Große, Christine Wehling und Frank Wölk vom Städtischen Bauhof, Patrick Helm vom Kyffhäuser Textilservice in Artern, Ronald Römer vom VdK Artern, Rezitatorin Hedi Bialkowski aus Artern, Kirchenmusiker Peter Telschow aus Schönfeld, Salzprinzessin Sarah II. sowie die beiden Schüler der Borlach-Schule. Besonders lobend erwähnt werden muss, dass seitens des Steinmetzfirma Marko Gödicke zwei Rechnungspositionen als Sponsoring erlassen worden sind. – Unser Bild zeigt den Stein sowie „Saliner“ Ronald Römer, Salzprinzessin Sarah II., Vereinsvorsitzenden Andreas Schmölling sowie Bürgermeisterin Christine Zimmer (Foto: Manfred Schröter, Berga).


Industrieviertel Artern

Dienstag, 23. Mai 2017

Der bereits angekündigte, jedoch noch in Entstehung befindliche, sehr umfangreiche Bildband zur jüngeren Geschichte der Stadt Artern hat inhaltlich Änderungen erfahren. Die zunächst avisierte Zeitspanne von etwa 1925 bis 1955 wurde aufgrund von in letzter Zeit verstärkt zu diesem Zweck vermittelter Fotos nun auf das Jahrzehnt bis ca. 1975 ausgedehnt. Somit lautet der Arbeitstitel des Buches jetzt „Damals in Artern 1925-1975 – Streifzüge durch fünf Jahrzehnte Stadtgeschichte“. Der Umfang soll nicht geändert werden und weiterhin 280 Seiten umfassend. Somit ist mit 450 bis 500 Fotos zu rechnen, die den genannten Zeitraum bildlich dokumentieren sollen. Schön, dass bislang so viele Unterstützer unser Buchprojekt mit Fotos ausschmücken halfen, und noch immer können möglichst private Bilder mit aussagefähigen Motiven für den Bildband abgegeben werden (bitte keine Familienbilder im engeren Sinne). Eine Garantie zur Veröffentlichung kann natürlich nicht gegeben werden, da zahlreiche Fotos oftmals dieselben Motive zum Inhalt haben und dann nur die optisch besten bzw. inhaltsreichsten und interessantesten ausgewählt werden können. In der Arbeitsfassung des Bildbandes sind folgende zehn Kapitel geplant: 1. Schöne Ausblicke: Stadtansichten vom Weinberg und aus der Aue, 2. Auf dem Weinberg: Park, Plantage und Straßen am Hang, 3. Spaziergang durch die Siedlung, 4. Am Stadtrand: Solequelle, Friedhof, Naturschutzgebiet und Talgebind, 5. Entlang der Unstrut zur Kleinen Helme, 6. Die Altstadt: Kirche, Gutshöfe und Mühlgraben, 7. Mit viel kleinstädtischem Charme: Streifzug in der Innenstadt, 8. Im Industrie- und Bahnhofsviertel, 9. Leben in Artern: Menschen und Anlässe, sowie 10. Dörfliche Impressionen aus Schönfeld. – Besonders das Kapitel über Schönfeld betreffend, werden noch dringend Fotos erbeten, die über die „üblichen“ Motiven hinaus gehen und gern auch Hinterhöfe, rückwärtige Ansichten von Häusern und Gehöften, Gärten oder Feldarbeit zeigen dürfen. Soweit Bildmaterial vorhanden, soll gern auch der Ortsteil Kachstedt einige Seiten mit historischen Bildern zugestanden bekommen, doch ist hier die Situation mit Illustrationen seit jeher prekär. Wer kann hierbei helfen? – Erstmals in einer Veröffentlichung des Heimatvereins ARATORA sollen im Layout sog. auslaufende Bilder gesetzt werden, d. h. die Fotos schlagen jeweils direkt an der oberen linken bzw. rechten sowie unteren linken bzw. rechten Schnittkante der jeweiligen Seite an. Dadurch wird Platzgewinn erreicht, weil die Flächen der Aufnahmen dann maximal ausgenutzt werden kann. – Unser Bild zeigt ein Gemälde von Otto Engelhardt-Kyffhäuser, das historische Industrie- und Bahnhofsviertel der Stadt Artern darstellend.


Lena Burghardt Schönfeld

Freitag, 19. Mai 2017

Die wichtigste kulturhistorische Veranstaltung, wohl auch in der weiteren Umgebung, fand am vergangenen Sonnabend im Arterner Ortsteil Schönfeld statt. Eingeladen wurde zu einer festlichen Andacht anlässlich der Fertigstellung des Altarraumes in der Kirche St. Kilian, und das kleine Gotteshaus an der Unstrut war bis auf den letzten Platz auf der Empore mit Einheimischen und Gästen gefüllt: 150 Menschen. Immerhin galt es, einen Meilenstein bei der Sanierung der Kirche von 1747/1748 zu feiern: Chorraum und spätbarocker Altar wurden denkmalgerecht instandgesetzt! Hierzu hielt zunächst Pfarrerin Lena Burghardt aus Artern eine Andacht, und zwar direkt vom Kanzelaltar aus – eine Aufgabe, die ihr einiges abverlangte, wie sie uns verriet, denn der senkrechte Blick von dort, d. h. direkt nach unten, war alles andere als vertrauenerweckend, zumal die Standfläche für den Redner sehr knapp bemessen und die Sicht in die Tiefe ungestört ist. Die Freude und der Stolz über das Geschaffene war aber nicht nur den Offiziellen anzusehen, auch die Kirchenbesucher aus Schönfeld, der Partnergemeinde Neerda in Nordhessen sowie aus Artern waren des Lobes voll. Pfarrerin Dr. Friederike Spengler, die in den Anfangsjahren den Erhalt der Schönfelder Kirche unterstützte, richtete Worte an die Gemeinde, ebenso Restauratorin Bianca Witte-Schäfer, die über die Sanierung des in Weiß und Gold strahlenden Altars sprach. Dr. Axel Römer aus Pulheim, ARATORA-Vereinsmitglied und seit Jahren großzügiger Mäzen der Kirche seines Ahnendorfes, legt sich fest, der Altar müsse aus der abgerissenen Kapelle des Arterner Wasserschlosses nach Schönfeld gekommen sein und hob zudem die Seltenheit von Kanzelaltären in unserer Region hervor. Nicht zuletzt dankte auch Bürgermeisterin Sonja Helm für das hohe Engagement in ihrem Ort und erinnerte an die Zeit, als die Schönfelder Kirche noch eine Ruine war. – Unterstützungen für die weitere Sanierung von St. Kilian kamen an diesem Wochenende von den Besuchern, wobei die Bürger der Gemeinde Neerda ausdrücklich als mittlerweile langjährige Spender erwähnt seien. Ebenso gelobt wurde das hohe Engagement von Elke Eisenhut, die mit Tür-zu-Tür-Aktionen Geld sammelte und auch die Erlöse aus dem Verkauf eines Kalenders der Wiederherstellung der kleinen Kirche überließ. Für die sehr ansprechende musikalische Umrahmung der Andacht sorgten in altbewährter Weise Ursula und Peter Telschow sowie zwei Musiker aus Nordhausen mit eher jazzinspirierten Vorträgen. Zum Schluss wurden zwei Schautafeln aufgestellt, wofür Ursula Telschow und Dorothea Kleinschmager Bilddokumente aus der Geschichte der Kiliankirche zusammengetragen hatten. Der Erhalt des kleinen Gotteshauses geht weiter, auch wenn die Sanierung des Dachstuhls bzw. der Dachdeckung noch sehr viel Engagement kosten und noch mehr an Geldern fordern wird. Doch die Schönfelder schaffen das, da sind sich die Initiatoren sehr sicher, zumal der Jahresplan 2017 noch sieben weitere Veranstaltungen anbietet, die Besucher anlocken werden. Und nicht ohne Grund lautet schließlich die keltische Urform von Kilian übersetzt: Kämpfer! – Das heftige Gewitter während der Andacht wurde im Trocknen des Kirchenschiffes überstanden, und als es zu Kaffee und Kuchen ging, strahlte auch schon wieder Sonne und bescherte eine herrliche Aussicht. Wenn das mal kein gutes Omen ist! – Schöner „Nebeneffekt“ der gelungenen Veranstaltung in Schönfeld für den Heimatverein ARATORA: die Ankündigung von weiteren historischen Privatfotos für den derzeit in Arbeit befindlichen Arterner Bildband sowie eine äußerst inhalts- und detailreiche heimatgeschichtliche Chronik von 1906. – Unser Foto zeigt Pastorin Lena Burghardt bei der Präsentation historischer Kelche und weiterer alter Objekte aus der Schönfelder Kirche.


Wappenstein Sockel

Dienstag, 16. Mai 2016

Die Sanierung des um 1730 angefertigten Wappensteins aus der Arterner Saline ist beendet! Während der vergangenen Monate wurde das Kleindenkmal in der Werkstatt des hiesigen Steinmetzbetriebes Marko Gödicke aufgearbeitet. Besonders die beiden durch Erosion völlig verwaschenen Wappen sind komplett neu graviert sowie anschließend mittels hochwertiger Acrylfarbe heraldisch korrekt bemalt worden. Mit Abschluss dieser Arbeiten wurden binnen nur zweier Jahre schon drei städtische Denkmale des 18. und 19. Jahrhunderts mit lokaler bzw. regionaler Bedeutung wiederhergestellt. Für den Lutherstein, den Friedensstein und auch den Wappenstein hatte der Heimatverein ARATORA die Organisation der Sanierung sowie die jeweiligen Kostenübernahmen der Restaurierungen (im aktuellen Fall mit rund neunzig Prozent Spendenanteil durch Mitglieder und Freunde) übernommen. Besonderer Dank, auch während der Zeit der Wiederherstellung des Wappensteins, ergeht an die Bürgermeisterin, das Bauamt, den Bauhof und die Friedhofsverwaltung für stets gute und angenehme Zusammenarbeit! – Die Übergabe des kursächsischen Wappensteins wird mit einer kleinen Feierstunde begangen, die am Mittwoch kommender Woche, also am 24. Mai 2017 (Tag vor Himmelfahrt) um 16.00 Uhr am Unteren Saline-Tor (Einmündung der Ritterstraße in den Salzdamm) stattfinden wird. Bürgerinnen und Bürger der Stadt Artern, Vereinsmitglieder, Freunde, Unterstützer und Interessierte sind hierzu besonders herzlich eingeladen. – Als nächstes historisches Objekt in Artern, das vielleicht noch in diesem Jahr der Wiederherstellung unterzogen wird, ist ein verkehrsrechtliches Kleindenkmal an der Sangerhäuser Straße (sog. „Provinzstein“). Mittelfristig stehen auch der Versteinerte Baum vor der Veitskirche, der Gustav-Adolf-Stein auf dem Königstuhl und vor allem der Wasserstein bei Ringleben auf der Wunschliste für denkmalgerechte Wiederherstellungen in bzw. um Artern! – Unser Bild zeigt den am 10. Mai 2017 durch den Städtischen Bauhof gesetzten Sockel für den Wappenstein in der Ritterstraße vor dem Erweiterungsneubau des Hauses Anna am Park, gemeinnützige Betriebsgesellschaft für soziale Dienste und Einrichtungen mbH. Die bis dahin dort abgelagerten alten Werksteine wurden abgefahren, sodass das neue und weit über eine Tonne schwere Kleindenkmal ab Mitte nächster Woche optisch ungestört auf der Rasenfläche wirken kann.


Gtrab Wurfbain

Freitag, 12. Mai 2017

In unserer Heimat, insbesondere im Bereich zwischen Bretleben und Memleben, sind zahlreiche Hochwasserschutzprojekte des 19. Jahrhunderts (darunter der Bau des Unstrut-Flutkanals) eng mit dem Namen des preußischen Bauingenieurs Hermann Wurffbain verbunden. 1805 in Breslau geboren, zog Wurffbain 1816 mit seiner verwitweten Mutter nach Berlin, wo er das Gymnasium besuchte. Es folgte eine intensive Beschäftigung mit Fragen des Vermessungswesens und der Architektur, später ein Studium. Seit 1848 betreute Wurffbain ein Meliorationsprojekt in der Boker Heide. Seit 1854 in der Preußischen Provinz Sachsen ansässig, übertrug man ihm die Leitung von Meliorations- und Regulierungsarbeiten an der Unstrut im Raum Artern, die Mitte der 1860er Jahre abgeschlossen werden konnten. Weiterhin wirkte Wurffbain u. a. an der Regulierung der schwarzburgischen Wipper sowie am Bau des Pretziener Wehrs bei Magdeburg mit. Seit ca. 1862/63 lebte er mit seiner Familie in Arnstadt, wo ihm anlässlich seines 50. Dienstjubiläums die Ehrenbürgerschaft angetragen wurde. Das Grab des im Herbst 1889 verstorbenen königlich-preußischen Regierungs- und Baurates befindet sich noch heute auf dem dortigen Friedhof. Nach fast 130 Jahren war das Grabmal aber so stark verwittert, dass eine Sanierung des Steins und der Beschriftung unumgänglich wurde. Mit Mitteln der Förderstiftung für die Geschichte der Wasserwirtschaft, mit Eigenmitteln des Vereins zur Förderung des Archivs zur Geschichte der deutschen Wasserwirtschaft (AGWA) sowie durch private Spenden ist dies mittlerweile denkmalgerecht vollzogen worden (unser Bild). Zudem klärt eine Gedenktafel über das Wirken von Hermann Wurffbain, einen bedeutenden preußischen Wasserbauingenieur des 19. Jahrhunderts, auf. Am 4. Mai 2017 fand auf dem Arnstädter Friedhof die offizielle Übergabe der restaurierten Grabplatten für Hermann Wurffbain und seine Gattin Auguste statt; verbunden mit einer Würdigung des Ingenieurs. Unser Vereinsmitglied Dr. Mathias Deutsch aus Erfurt hielt die Festrede, Hans-Georg Spanknebel vom AGWA-Verein legte Blumen am Grab nieder. – In unserer Heimat entlang der Unstrut bzw. des Unstrut-Kanals steht eine angemessene Würdigung von Hermann Wurffbain leider noch immer aus! Daher die nochmalige freundliche Erinnerung an die Bürgermeister sowie Stadt- und Gemeinderäte: wenn demnächst oder zukünftig ein Name für eine Straße bzw. einen Platz gesucht wird, bietet sich Hermann Wurffbain als Benennung an. Mit seinem Namen verbinden sich ingenieurtechnisches Fachwissen und Können sowie eine regionale Verwurzlung in unseren Unstrut-Gemeinden. – Noch ein Hinweis auf eine bevorstehende Buchneuerscheinung zum Thema: die nunmehr 3. Auflage von “Hochwasser in Thüringen” aus der Feder von Dr. Mathias Deutsch und Prof. Dr. Karl-Heinz Pörtge befindet sich derzeit im Druck. Während die erste bzw. zweite Auflage gerade einmal 100 Seiten umfasste, hat die aktuelle Ausgabe 217 Seiten! Am 7. Juni soll die Publikation im Rahmen einer Info-Veranstaltung der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie in Jena präsentiert werden. Über das neue Werk, in dem natürlich auch Hermann Wurffbain zu Ehren kommt, wird in nächsten Monat an dieser Stelle gern berichtet.


St. Wigberti Allstedt

Dienstag, 9. Mai 2017

Ganz im Zeichen von Luther, Müntzer und der Reformationszeit in der Region zwischen Südharz, Kyffhäuser und Goldener Aue stand das vergangene Wochenende. Bereits am Freitagnachmittag pilgerten Mitglieder der Heimatvereine Goldene Aue und ARATORA sowie Interessierte im Rahmen der 28. Tour „Geschichte erleben im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz“ zu „Müntzer-Stationen in Allstedt“. Kenntnisreich geführt von Sonja Becker wurden den rund 20 Teilnehmern zunächst die eindrucksvolle St.-Johannes-Kirche von 1765 gezeigt, in deren Vorgängerbau Müntzer wirkte; ein altes Taufbecken von dort ebendort dürfte noch von Pfarrer Thomas Müntzer für Taufen genutzt wurden sein. Vorbei am Rathaus mit gotischem Treppengiebel zogen die Geschichtsfreunde dann zur Ruine der Wigberti-Kirche, dem um 1200 errichteten „Dom“ von Allstedt mit eindrucksvollem Tympanon “Jesus als Lamm Gottes“ (unser Bild). Mit der Besteigung des Turmes, wo angeblich Müntzer gewohnt hat, und herrlichen Blicken zum Schloss, ins Helme-Tal und zum Kyffhäuser endete die knapp zweistündige Führung durch die schmucke Kleinstadt an der Rohne. Nebenbei wurde publik, dass das kürzlich erschienene Buch „Auf den Spuren von Reformatoren im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz“ (siehe aktuelle Meldung vom 2. Mai 2017) auf sehr gute Resonanz gestoßen ist und sicher bald ausverkauft sind wird.  – Reformatorisch ging es nur einen Tag später in Sondershausen weiter, wohin der Nordthüringer Verband Heimatkultur i.G. zum 12. Tag der Heimatgeschichte eingeladen hatte. Knapp 40 Besucher, darunter leider nur eine Handvoll aus dem Altkreis Artern, kamen zur Tagung in den Carl-Schroeder-Saal, in deren Mittelpunkt die geistlichen und weltlichen Umwälzungen zur Mitte des 16. Jahrhunderts, unter lokalen und regionalen Aspekten betrachtet, standen. Hervorstechend war das vorzügliche Referat von Dr. Ulrich Hahnemann über die „Die Reformation in Schwarzburger Landen“, wobei der Titel insofern täuscht, als der Vortrag auch sächsische und mansfeldische Gebiete einbezog. Nach einem weiteren Vortrag über Justus Jonas, einem Humanisten und Reformator aus Nordhausen, wurden für kommende Tage der Heimatgeschichte thematische Vorschläge unterbreitet, wobei 2018 z. B. das Kur- und Heilbäderwesen in Nordthüringen (Bad Frankenhausen, Artern, Oldisleben) relevant werden könnte. Auch das bibliophile Angebot kam nicht zur kurz: neben einem großen Angebot von heimatgeschichtlicher Literatur an einem Buchstand bot die Volkskundliche Beratungs- und Dokumentationsstelle für Thüringen in Erfurt relevante Veröffentlichungen an, darunter die Neuerscheinung „Gartenzeit – was man sich vom (eigenen) Garten erzählt“. Zu gegebener Zeit wird dieses Büchlein von und über Kleingartenkolonisten, Schrebergärtner und Laubenpieper in Thüringen hier vorgestellt.


OFB Katharinenrieth

Freitag. 5. Mai 2017

Ein neues und wiederum sehr wichtiges genealogisches Projekt für unsere Heimat wurde jüngst vollendet und im Internet publiziert. Familienforscher Ingo Brambach aus NRW, vormals Bottendorf, veröffentlichte ein Ortsfamilienbuch für das Dorf Katharinenrieth, nachdem aus seiner Feder bereits relevante Zusammenstellungen von Schönfeld und Riethnordhausen online publiziert worden sind. Unter www.online-ofb.de/katharinenrieth sind seine neuesten genealogischen Recherchen und Erkenntnisse nun nachzuvollziehen. Das Ortsfamilienbuch von Katharinenrieth (unser Bild) ist insofern auch für den Raum Artern von hohem Interesse, da dieser Ort bekanntlich mit Schönfeld und Nikolausrieth dem benachbarten Amt Voigtstedt zugehörig war. Der Verfasser schreibt über seine Arbeit: „Katharinenrieth ist heute ein Ortsteil von Allstedt. Während Allstedt weimarisch war, war Katharinenrieth jahrhundertelang sächsisch. […] Meine Arbeit beruht auf dem 1. Kirchenbuch von St. Katharina, welches leider erst seit 1661 erhalten ist. Das Kirchenbuch habe ich abgeschrieben und dabei die Familiennamen auf die moderne, gängige Form konzentriert. Während zum Beispiel Formen von Pagenhardt früher Bogenhard/Bagenhardt waren, relativ harmlos also, kann man bei Herfurth, Herbarth, Herbert, in späterer Zeit dann wieder Herfurth, schon verzweifeln. Es kann also durchaus möglich sein, dass einem dieselbe Person in diesem Ortsfamilienbuch unter anderem Namen mehrfach begegnet. Es obliegt dem geneigten Familienforscher, der diese Familien/Namen mit besonderem Interesse erforscht, die vermutlichen Mehrfachnennungen zu sortieren. Ich bitte alle Forscher, Ergänzungen oder Korrekturen freundlichst mitzuteilen.“ – Trotz dieser Unwägbarkeiten zunächst ein besonders herzlicher Dank unsererseits für diese aufwendige Arbeit, zumal besonders Genealogen und Heimatforscher solche historische Zusammenstellungen sehr zu schätzen wissen. Dies umso mehr, als auch Personen und/oder Familien aus Artern und den Ortschaften der näheren Umgebung mit zahlreichen Einträgen gut vertreten sind.