Artern

Zur freundlichen Beachtung & aktuelle Meldungen

Neues Schloss Sangerhausen

Freitag, 17. Juni 2013

Auf Einladung unserer Freunde vom Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung weilten kürzlich auch ARATORA-Mitglieder in der Rosenstadt, wohin zur regionalgeschichtlichen Tagung „270 Jahre Gerichtsbarkeit im Neuen Schloss“ ins neue Rathaus eingeladen worden war. Knapp vierzig Heimatfreunde nahmen teil und wurden mit drei Vorträgen zur Rechtspflege in älterer und jüngerer Vergangenheit sehr gut informiert. Zunächst sprach Vereinsvorsitzender Helmut Loth und brachte Streiflichter aus der Gerichtsbarkeit in Sangerhausen und im dortigen Neuen Schloss zur Kenntnis. Dem schlossen sich Referate von Vertretern staatlicher Gedenkstätten in Sachsen-Anhalt an: Michael Fiebig, Leiter des „Roten Ochsen“ in Halle/S., nahm sich des Themas „Volksschädlinge und Rundfunkverbrecher“ an und behandelte NS-Strafverfahren des Sondergerichtes Halle/S. gegen Einwohner aus Sangerhausen und Umgebung. „Die Justiz im Kreis Sangerhausen in der Zeit des Nationalsozialismus“ war dann Gegenstand von Daniel Bohse, Leiter der Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg. Alle drei Vorträge zeichneten sich durch hohen Inhaltsreichtum und damit großer Informationsfülle, besonders zur regionalen Rechtsgeschichte, aus. Nach der Mittagspause wurde die Örtlichkeit gewechselt und das Neue Schloss, gleich nebenan, besichtigt (unser Bild, Foto: Heinz Noack, Bennungen). Noch heute wird dort Justiz gepflegt: im Schloss befindet sich das Amtsgericht Sangerhausen. Eine Exklusivführung schloss sich an, wobei zahlreiche historische Räumlichkeiten des Schlosses geöffnet wurden und u. a. auf diverse baugeschichtliche Details aufmerksam gemacht worden ist. Vorbei am sanierten Kobermännchen endete die sehr aufschlussreiche historisch-juristische Tour schließlich im Goldenen Saal des Schlosses, der allerdings seinem Namen noch gerecht werden muss; dann nämlich, wenn umfangreiche Sanierungen, hoffentlich bald, in Angriff genommen werden. – (Nachsatz: Besonders in der schönen Jahreszeit werden durch den Heimatverein ARATORA zahlreiche Fahrten in die nähere Umgebung vorgenommen, zumeist Besuche befreundeter Vereine bzw. deren Veranstaltungen und damit verbundene Sehenswürdigkeiten. Interessierte aus Artern und Umgebung sind hierzu herzlich willkommen und können gern nach vorheriger Absprache mitkommen!


St.Kilian

Dienstag, 14. Juni 2016

Dr. Axel Römer, vormals in Artern, heute in Pulheim (NRW) wohnhaft, ist langjähriges und besonders genealogisch sehr aktives ARATORA-Vereinsmitglied. Am Donnerstag, 23. Juni 2016 um 19 Uhr hält er einen interessante Vortrag in der Kirche in Schönfeld (unser Bild). Mit seinem Referat „Kirche St. Kilian als Brennglas unserer Dorfgeschichte“ – Sitten und Gebräuche des durch die Kirche bestimmten Alltags“ werden ortsgeschichtliche, kirchenhistorische, volks- und familienkundliche Aspekte des Alltagslebens in Schönfeld während der Vergangenheit gestreift. Am Beispiel der Gemeinde Schönfeld wird die Rolle der Dorfkirche – sowohl als Institution wie auch als Bauwerk – für das Zusammenleben der Dorfbewohner erläutert. – Aber warum ausgerechnet Schönfeld? Eigene Quellenforschung von Dr. Römer zu Genealogie und lokaler Kirchengeschichte (Kirchenbücher von 1609 bis 1930) waren hierzu der Anlass und Ausgangspunkt. Umfangreiches Quellenmaterial eröffnete zudem Einsichten in gesellschaftliche Gepflogenheiten,q in Eigentumsverhältnisse und das Steuerwesen bis zurück zum Dreißigjährigen Krieg. Über 400 Jahre hinweg lassen sich durch akribische Heimatforschung Momentaufnahmen zu Veränderungen dieser Kirche finden, die sich am Beispiel des schönen Kanzelaltares von St. Kilian gut beleuchten lassen. An dessen barockem Aufbau, dessen Wertung, Funktion und Gebrauch lässt sich der „Zeitgeist“ in der Vergangenheit ablesen, der auch für Schönfeld relevant war. – Mit dem angekündigten Vortrag fasst Dr. Axel Römer seine langjährigen Forschungen zur Geschichte des Dorfes Schönfeld und seiner Bewohner im damaligen Amt Voigtstedt zusammen und möchte damit besonders einheimische Interessierte zu weiteren diesbezüglichen Recherchen anregen. (Eine gute Quelle hierzu ist z. B. das online erreichbare Ortsfamilienbuch von Schönfeld: http://www.online-ofb.de/schoenfeld/, erarbeitet von Familienforscher Ingo Brambach aus Leverkusen.) – Der Heimatverein ARATORA empfiehlt Mitgliedern und Freunden das Referat von Dr. Axel Römer ganz besonders und lädt ebenfalls herzlich zu dieser Veranstaltung ein. Neben historischen Details aus der Ortsgeschichte kann anhand der Ausführungen des Vortragenden nämlich auch dessen Vorgehensweise und Quellenerschließung für eigene Forschungen nachvollzogen werden. Dass auch der Heimatverein ARATORA inhaltlich einige Aktien an Dr. Römers Ausführungen hat, sei nur am Rande erwähnt, ebenso dass sich der Referent (als „alter“ Arterner) maßgeblich für den Erhalt des Gotteshauses in Schönfeld eingesetzt hat und dies auch künftig tun wird. Möge dieses hohe heimatkundliche Engagement noch viele weitere Helfer finden!


Klaus Schmölling

Freitag, 10. Juni 2016

Im Rahmen einer kleinen Festveranstaltung in der Marienkirche anlässlich der Wiederaufstellung des sanierten Arterner Friedenssteins von 1871 am 26. Mai 2016 (und damit nur wenige Tage nach seinem achtzigsten Geburtstag) wurde der 2008 tödlich verunglückte Klaus Schmölling, Mitbegründer sowie langjähriges Vorstandsmitglied des Heimatvereins ARATORA (unser Bild), mit nachstehendem Text im Goldenen Buch der Stadt Artern gewürdigt. Auf Bitte der terminlich leider verhindert gewesenen Bürgermeisterin Christine Zimmer übernahm Gemeindebeirat Jürgen Puchta die Verlesung der Laudatio mit folgendem Wortlaut: „Als allenthalben bekannte und später auch überregional populäre Persönlichkeit prägte Klaus Schmölling von 1990 bis 2008 das Stadtbild von Artern. Viele Arterner und Gäste kannten den stets freundlichen, lebenslustigen und sympathischen Mann aus seinem Stammlokal im Passagen-Cafè, wo er tagsüber fast immer erreichbar war. Von seiner Anwesenheit ebendort bzw. als Markenzeichen zeugten das von ihm genutzte Damenfahrrad, Stapel von Unterlagen auf dem Tisch sowie der stets griffbereite Fotoapparat. – Klaus Schmölling liebte und lebte Artern von ganzem Herzen. Deshalb hatte es ihm auch die Geschichte seiner Heimatstadt und deren Menschen besonders angetan. Für den von ihm 1990 mitbegründeten Heimatverein Aratora war er als dessen „gute Seele“ jahrein, jahraus ehrenamtlich unterwegs und suchte ständig Kontakte mit Einheimischen und Auswärtigen. Durch Ehrlichkeit, Herzlichkeit, Kommunikationsfreude und Hilfsbereitschaft gewann er sehr schnell die Menschen für sich und wurde zum beliebten Gesprächspartner, wobei sich die Themenspektren überwiegend zwischen der Vergangenheit und Gegenwart der Stadt Artern spannten. Klaus Schmölling wurde zur Identifikationsfigur der Arterner Lokal- und Regionalgeschichte, wovon u. a. dreißig Bücher und Broschüren zeugen, die unter seiner Ägide erschienen und die sich großer Beliebtheit bei der Leserschaft erfreuten. Er pflegte einen großen Freundes- und Bekanntenkreis, weiterhin umfangreiche Korrespondenzen. – Zudem bereicherte Klaus Schmölling als begeisterter Musikfreund über viele Jahre die Kulturlandschaft in Artern mit der Organisierung und Durchführung dutzender Opern- und Operettenkonzerte, zu denen tausende Zuhörer strömten. – Bundesweite Bekanntheit erreichte die Stadt Artern 2003 durch die von der Firma endemol in Köln produzierte Doku-Soap „Artern – Stadt der Träume, die im MDR ausgestrahlt wurde. Als einer der Hauptprotagonisten wurde Klaus Schmölling der Sympathieträger dieser Sendereihe. Trotz aller Kritik an Konzept und Inhalt werden noch immer seine Person als auch die Stadt Artern mit dieser Fernsehsendung positiv assoziiert. – Klaus Schmölling bleibt uns in Erinnerung als einer Mann, der sich um die Erforschung sowie die Popularisierung der Stadt Artern verdient gemacht hat und dadurch deren jüngere Geschichte nachhaltig mitprägte. Wie kein anderer repräsentierte er die innige Identifikation mit seiner Heimatstadt und der Region sowie deren Bewohnern in Vergangenheit und Gegenwart.“– Von den Arterner Stadtratsmitgliedern hatte keiner Zeit gefunden, an obiger Veranstaltung teilzunehmen! Die Stadtverwaltung war durch Bauamtsleiterin Antje Große, die bereits über viele Jahre hinweg stets kompetente und kooperative Ansprechpartnerin für den Heimatverein ist, vertreten.


Abtskapelle

Dienstag, 7. Juni 2016

Auf Einladung des Heimatvereins Rohnetal und des Burgmuseums Querfurt weilten ARATORA-Mitglieder kürzlich in der Gemeinde Sittichenbach, südlich von Eisleben, um an Feierlichkeiten anlässlich der 875. Wiederkehr der Errichtung des dortigen Klosters teilzunehmen. Rückblick: Im Jahr 1141 wurden von Kloster Walkenried aus Zisterzienser-Mönche ausgesandt, um in der späteren Grafschaft Mansfeld ein neues Tochterkloster zu gründen. Eben diese Mönche aus Sittichenbach waren es, die sich dann um 1200 maßgeblich der Entsumpfung des Helme-Riethes (vgl. Mönchpfiffel) widmeten und damit auch in der Goldenen Aue segensreich wirkten. Vierhundert Jahre dauerte die Geschichte von Kloster Sittichenbach an, ehe es 1540 säkularisiert worden ist. – Zum Jubiläum hatten sich mehr als hundert Besucher zu einem Vortrag in der katholischen Kirche St. Maria Himmelfahrt eingefunden, wo Denkmalpfleger und Bauforscher Reinhardt Schmitt vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Halle/S. zur Geschichte des Klosters, besonders über die Ausgrabungen 1978, sprach. Nach Kaffee und Kuchen wurden die baulichen Klosterreste im Dorf erkundet und dabei die Kapelle, der Mönchstollen, die Klosterteiche, das Taubenhaus und andere Reste der mittelalterlichen Anlage besucht, weiterhin Kontaktpflege mit den dortigen Heimatfreunden betrieben. Eine gregorianische Vesper mit dem Liturgischen Singkreis Jena beendete die gelungene Jubiläumsveranstaltung. – In Erinnerung an das katastrophale Unwetter vom 7. Juli 2015 mit schweren Gewittern, Hagel, Orkanböen und Starkregen, auch in Sittichenbach, wurde im Rahmen der Feier ebendort eine Gedenktafel errichtet, die auch auf das verschollene Kleindenkmal „Schäferstein“, das sich ebendort einst befand, Bezug nimmt. – Unser Bild zeigt Gäste zum 875. Jubiläum vor der im 19. Jahrhundert stark überbauten Abtskapelle auf dem alten Klostergelände.  – (Nachsatz: Besonders in der schönen Jahreszeit werden durch den Heimatverein ARATORA zahlreiche Fahrten in die nähere Umgebung vorgenommen, zumeist Besuche befreundeter Vereine bzw. deren Veranstaltungen und damit verbundene Sehenswürdigkeiten. Interessierte aus Artern und Umgebung sind hierzu herzlich willkommen und können gern nach vorheriger Absprache mitkommen!)


Kleinbahndenkmal Tilleda

Freitag, 3. Juni 2016

Von 1916 bis 1966 ratterte von Artern über Kachstedt, Borxleben, Ichstedt, Hackpfüffel, Tilleda und Sittendorf die Kyffhäuser-Kleinbahn nach Berga und Kelbra. Kaum ein historisches Thema berührt die Menschen in der Goldenen Aue heute noch so sehr, wie eben diese Bahnanlage, ihr Personal und ihre Lokomotiven. Ungezählte Geschichten ranken sich um die 29,55 Kilometer lange Strecke. Wohl mehr als 150 Einheimische und Interessierte fanden auch deshalb am vergangenen Sonntag den Weg nach Tilleda unterhalb des Kyffhäusers; neben Besuchern überwiegend aus dem Kreis Mansfeld-Südharz u. a. aus Artern, Voigtstedt und Ichstedt. Der Grund war, aus heutiger Sichtweise, Kreis- und sogar Ländergrenzen übergreifend: aus Anlass des Doppeljubiläums „100 Jahre Eröffnung bzw. 50 Jahre Stilllegung der Kyffhäuser-Kleinbahn Artern-Berga/Kelbra“ sollte die Einweihung eines Informationspunktes mit verkehrstechnischem Denkmal am Ortsrand begangen werden. Die mehr als gelungene Feierstunde in „Tille“, organisiert vom Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue sowie dem Heimat- und Schlossverein Roßla, zeigte denn auch erneut die innige Verbundenheit der Ortsansässigen und Landsleute mit ihrer Heimat und deren Geschichte. Im Mittelpunkt stand ein knapp drei Meter langes, rekonstruiertes Stück Gleisanlage mit Schotter und Schwellen, wobei die Schienen tatsächlich Originale der bis 1966 in Betrieb gewesenen Eisenbahn sind (unser Bild). Die feierlich enthüllte Info-Tafel daneben zeigt die Bahnstrecke, kurze Chroniktexte sowie historische Abbildungen. Als Festredner fungierten Michael Richter und Manfred Wirth (beide Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue) sowie Falk Getschmann (Heimat- und Schlossverein Roßla), flankiert von der politischen Prominenz der Gemeinde Tilleda bzw. der Stadt Kelbra. Zur besonderen Überraschung hatten die Organisatoren zumindest einen Lokomotiven-Ersatz nach Tilleda bringen lassen können: eine Draisine, die als Dankeschön der Veranstalter von Matthias Erhardt aus Tilleda, Manfred Schröter aus Berga sowie Andreas Schmölling aus Artern (quasi als Vertreter einiger vormaliger Kleinbahn-Ortschaften) bis zum neuen Gleis-Denkmal manövriert werden durfte. Genannte drei „Eisenbahner“ wurden dafür und unter Applaus der vielen Besucher mit der Medaille „Für treue Dienste“ der Deutschen Reichsbahn geehrt. Zuvor hatten Mädchen und Jungen des Kindergartens sowie die Tanzgruppe Tilleda Lieder intoniert, deren Texte sich eigens auf die alte Bahnstrecke zwischen Artern und Kelbra bezogen. Nach einer Stunde zog die Gästeschar zum Kirsch-Cafe unterhalb der Königspfalz, wo eine gleichfalls sehr gelungene Ausstellung zur Geschichte der Kyffhäuser-Kleinbahn in Augenschein genommen werden konnte (noch geöffnet bis zum ersten Juli-Wochenende 2016, immer samstags und sonntags zwischen 10 und 18 Uhr). Da wurden Erinnerungen und Informationen ausgetauscht, gefachsimpelt und auch viele interessante Interna zur Kleinbahn-Geschichte und deren aktueller Aufarbeitung in Erfahrung gebracht! Man sah wieder einmal: die Kleinbahn "gehört" uns eben allen! Und fast nebenbei wurden Tür und Tür für neue Kontakte und Ziele geöffnet, die z. B. auch auf dem Radweg entlang der alten Kleinbahnstrecke wahrgenommen und vertieft werden können.  – (Nachsatz: Besonders in der schönen Jahreszeit werden durch den Heimatverein ARATORA zahlreiche Fahrten in die nähere Umgebung vorgenommen, zumeist Besuche befreundeter Vereine bzw. deren Veranstaltungen und damit verbundene Sehenswürdigkeiten. Interessierte aus Artern und Umgebung sind hierzu herzlich willkommen und können gern nach vorheriger Absprache mitkommen!)


HW Artern

Dienstag, 31. Mai 2016

Über schwere Hochwasser, die zwischen 1500 und 2013 im Gebiet des heutigen Freistaates Thüringen abgelaufen sind, wird in Artern am Donnerstag, 9. Juni 2016 der Erfurter Historiker und Geograf Dr. Mathias Deutsch sprechen. In seinem Vortrag stellt der Referent zunächst verschiedene Quellen vor, die für die Hochwasserrekonstruktion genutzt werden. Anschließend gibt er einen Rückblick auf das Hochwassergeschehen in Thüringen nach 1500. Dann wird auf einzelne Extremereignisse näher eingegangen. Dazu gehören beispielsweise die Flutkatastrophen vom Juni 1871, März 1881 und Februar 1909. Sie verursachten auch an der Unstrut und ihren Zuflüssen bedeutende Schäden. Danach werden historische Hochwasserfotos der Unstrut aus unserem Einzugsbereich gezeigt, die sich in der Sammlung des Arterner Heimatvereins ARATORA befinden bzw. die für die Fortsetzung des fast ausverkauften Buches „Die Unstrut – Geschichte(n) vom Fluss zwischen der Sachsenburger Pforte und den Wendelstein“ zur Verfügung gestellt worden sind. Zugleich würden sich die Autoren dieses Buches über weitere Leihgaben zur Flussgeschichte sehr freuen. – Im Anschluss an die Präsentationen ist es möglich, die neue Veröffentlichung der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) Jena zum Thema "Hochwasser in Thüringen. Texte, Karten und Bilddokumente (1500-2013)" zu erwerben. Dr. Deutsch hat maßgeblich an dem Buch mitgearbeitet und hierfür beispielsweise in staatlichen und kommunalen Archiven beeindruckende Fotos, Karten sowie Augenzeugenberichte erfasst. – Zum Vortrag am Donnerstag, 9. Juni 2016, 18.30 Uhr im Freizeitzentrum Artern, Steile Hohle 5 lädt der Heimatverein ARATORA herzlich ein. Der Eintritt ist frei. Für Ältere und/oder Gehbehinderte aus Artern wird nach verbindlicher Anmeldung (Tel. 320139) gern ein ebenfalls kostenfreier Fahrdienst zur Veranstaltung und nach Hause eingerichtet. Als Imbiss werden im Freizeitzentrum Würstchen, Pommes sowie Getränke angeboten. – Unser Bild zeigt ein undatiertes Hochwasser der Unstrut bei Artern mit Blick auf die Brücke der Kyffhäuser-Kleinbahn, wohl in den 1950er Jahren.


Sanierter Friedensstein

Freitag, 27. Mai 2016

Bereits eine Woche vor der „offiziellen“ Übergabe des Friedenssteins von 1870 an der Straße nach Schönfeld hatten der Steinmetzbetrieb Marko Gödicke sowie das Blumenhaus & Landschaftsbau Killat GbR das sanierte Kleindenkmal (mit einigen notwendigen Verkehrsbehinderungen an der Schönfelder Kreuzung) wieder zum Altstandort gebracht und dort fixiert. Sofort wurde das jetzt wieder sehr schmucke Denkmal mit seinem gut lesbaren Text zum Blickfang der allermeisten Kraftfahrer, die dadurch die Wartezeit an der Ampel zu verkürzen suchten. Auch nach fast 150 Jahren erfüllt dieses Denkmal nun seinen Zweck wieder vollauf! – Am gestrigen Donnerstag fand eine gelungene kleine Festveranstaltung in der Marienkirche zur „Denkmalsneueinweihung“ statt, wobei auch Gäste aus Berga, Sangerhausen und Voigtstedt von befreundeten Vereinen begrüßt werden konnten. Zunächst widmete sich Manfred Schröter, langjähriger Vorsitzender Heimat- und Geschichtsvereins Goldene Aue, der Systematik, Formgebung und Zweckmäßigkeit von Kleindenkmalen und brachte hierzu regionale Beispiele. Dem schlossen sich Ausführungen des ARATORA-Vorsitzenden an, der Kleindenkmale in Artern vorstellte, um schließlich auf den Friedensstein, dessen Aussage, Geschichte und Sanierung einzugehen. Danach stellte er weitere avisierte Denkmalsanierungen vor: den kurfürstlichen Wappenstein aus der Saline (noch 2016) und den „Versteinerten Baum“ vor der Veitskirche (voraussichtlich 2017). Weiterhin wurde auf inzwischen fast abgeschlossene buchrestauratorische Projekte der hiesigen Kirchgemeinde eingegangen, bei denen sich auch der Heimatverein ARATORA beteiligte und für ein historisches Arterner Kirchenbuch die Kosten der Sanierung übernehmen wird. Zudem will der Verein in absehbarer Zeit eine kürzlich aufgetauchte, mehr als hundertjährige Abschrift eines Arterner Taufbuches wieder ins Kirchenarchiv verbringen. Die Laudatio auf ARATORA-Mitglied Klaus Schmölling, der am 16. Mai 2016 seinen achtzigsten Geburtstag hätte begehen können, verlas Mitglied im Gemeindebeirat Jürgen Puchta aus Anlass seiner Aufnahme in das Goldene Buch der Stadt Artern auf Bitten der terminlich leider verhinderten Bürgermeisterin Christine Zimmer. In der Chorkapelle wurden schließlich die knapp dreißig Besucher auf die seit kürzlich dort befindliche Kopie eines Gemäldes mit Kreuzigungsszene hingewiesen. Nachdem das Original eines um 1490 geschaffenen Altargemäldes bis vor kurzem in der Marienkirche befindlich war, ist das Bildnis nun als ständige Leihgabe in der Dauerausstellung des Angermuseums Erfurt bedeutend besser und sicherer aufgehoben. Jürgen Puchta entließ die Besucher nach einer kurzen Lesung mit Friedensgebet, musikalisch umrahmt von Ehefrau Christine Puchta, aus dem Ostschiff des Gotteshauses, damit sich die Besucher zum Friedensstein begeben konnten. Dort wurde das aufgrund der Sanierung an allen Seiten leicht gestutzte Denkmal beurteilt, für gut befunden und allgemein der Freude Ausdruck gegeben, dass nach dem Lutherstein von 1819 binnen eines Jahres nun das zweite wichtige stadtgeschichtliche Denkmal des 19. Jahrhunderts einer Restaurierung unterzogen worden ist (unser Bild). Auch die eher spartanische Umfeldgestaltung kommt dem schlichten, dennoch 2,7 Tonnen wiegenden Denkmal entgegen. Mögen sich also künftig Arterner und Gäste unserer Stadt, besonders aber die Kraftfahrer bzw. Radler von und nach Richtung Schönfeld, an der Initiative des Heimatvereins ARATORA und dem schönen „neuen“ alten Stein erfreuen sowie dessen Botschaft hoffentlich recht deuten!


Marke von 1947

Dienstag, 24. Mai 2016

Beim nächsten Besuch oder Einkaufbummel in unserer lieben alten Kreisstadt Sangerhausen sollte man ihr schon einen oder besser mehrere Blicke schenken: der „neuen“ Hochwasserwassermarke vom 17. März 1947 an einem Geschäftshaus in der Bahnhofstraße 14/16. Gemeinsam mit ihrer 148 Jahre älteren „Schwester“, einer sehr schönen und dazu seltenen Marke vom Sommerhochwasser 1799, kündet sie von katastrophalen Überschwemmungen der Gonna. – Auf Initiative unserer langjährigen Partner vom Sangerhäuser Geschichtsverein fand kürzlich die Wiederanbringung der 1947er Hochwassermarke statt. Vereinsvorsitzender Helmut Loth erläuterte: „Aufgrund des sehr schlechten Erhaltungszustandes der Originalmarke musste ein Duplikat nach historischem Vorbild angefertigt werden.“ Unter den Augen von Heimatfreunden u. a. aus Sangerhausen, Artern, Tilleda, Berga, Bennungen und Eisleben wurde dieses neugeschaffene Kleindenkmal durch Steinmetzmeister Werner Kleffel eingemauert. – Im Anschluss zogen die Heimatfreunde zum „Kaffee Kolditz“, um in der historischen Atmosphäre dieser Traditions-Gaststätte dem Vortrag „Hochwassermarken und Hochwassergedenksteine in Mitteldeutschland” von ARATORA-Mitglied Dr. Mathias Deutsch aus Erfurt zu lauschen. Dieses Referat fand bei den rund dreißig Interessieren hohes Interesse und im Anschluss gesteigerten Gesprächsbedarf (einen ähnlichen Vortag wird es am Donnerstag, 9. Juni 2016 in Artern geben, nähere Informationen in Kürze). Zu Beginn hob der Referent besonders die in der Regel schon jahrzehntelang geleistete, ehrenamtliche  (sprich: kostenlose!) Arbeit auch der hiesigen Heimatforscher hervor und verteidigte dieses Engagement gegen ungerechtfertigte Herabsetzungen! Er beglückwünschte die Sangerhäuser Geschichtsfreunde zu ihrem jüngsten Engagement in Sachen „Hochwassermarke“, ehe er mit einem Überblick auf relevante Marken an Elbe, Saale, Unstrut sowie kleineren Flüssen einging und dabei manch launige, teils haarsträubende Geschichte aus dem Alltag der wissenschaftlichen „Feldarbeit“ erzählte. Aufgrund dessen bereits zahlreiche Marken in jüngerer Zeit verschwunden sind (Abrisse, Sanierungen), mahnte Mathias Deutsch, diese und andere Kleindenkmale als besonders wichtige Zeitzeugen zu schützen. – Auch in Artern wurde solches getan: betreffs der Hochwassermarke an der Mühle Liebe wurde der Eigentümer darauf hingewiesen, im Verlauf der derzeit laufenden Sanierungen dieses Gebäudes die alte Marke zu schonen bzw. optisch möglichst wieder aufzufrischen. – Unser Bild zeigt die soeben gesetzte Marke von 1947 (unten) sowie darüber jene vom Sommerhochwasser 1799 in Sangerhausen, links im Bild: Heimatforscher und Denkmalschützer Hilmar Burghardt aus der Lutherstadt Eisleben.


Friedensstein saniert

Freitag, 20. Mai 2016

Anlässlich der Beendigung der Sanierungsarbeiten des Arterner Friedenssteins von 1871 sowie dessen Neusetzung durch den hiesigen Steinmetzbetrieb Marko Gödicke wird herzlich zu einer kleinen Festveranstaltung eingeladen. Diese findet am kommenden Donnerstag, 26. Mai 2016 um 17.00 Uhr im Gemeinderaum der Marienkirche in Artern statt. Im Mittelpunkt werden Vorträge stehen, die die Kleindenkmal-Landschaft in unserer Heimat (Manfred Schröter, Berga) und in der Stadt Artern (Andreas Schmölling) etwas näher beleuchten, ehe explizit auf Geschichte und Sanierung des Friedenssteins sowie auf weitere geplante Sanierungen durch den Heimatverein ARATORA eingegangen wird. Im zweiten Teil wird über stadtgeschichtlich und genealogisch relevante Neuigkeiten, die in direktem Zusammenhang mit der evangelischen Kirchengemeinde stehen, hingewiesen. In der Chorkapelle der Marienkirche wird danach zu einer kurzen Lesung mit Friedensgebet eingeladen sowie auf ein kulturhistorisch wichtiges Objekt aus dem 15. Jahrhundert aufmerksam gemacht, ehe zu einem gemeinsamen Spaziergang zum sanierten Friedensstein an der Schönfelder Kreuzung eingeladen wird. – Schon im Vorfeld ergeht besonders herzlicher Dank für Unterstützungen dieser Veranstaltung an die evangelische Kirchengemeinde Artern, den Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue sowie die Kyffhäuser-Verkehrswacht Artern. – Unser Bild zeigt den bereits am 18. Mai 2016 an altangestammter Stelle frisch gesetzten Friedensstein noch vor der gärtnerischen Umfeldgestaltung. Die nächsten Jahrzehnte wird das wiederhergestellte Denkmal nun wieder an das siegreiche Ende des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und an eine in Artern aus diesem Anlass stattgefundene Jubelfeier erinnern!


80. Geburtstag Klaus Schmölling

Montag, 16. Mai 2016

Diesmal bereits einen Tag eher als gewohnt unsere wöchentliche Meldung, und zwar aus gegebenem Anlass: heute vor achtzig Jahren wurde in Artern der ARATORA-Mitbegründer und langjährige Vereinsvorstand Klaus Schmölling geboren. Nachstehend soll an ihn erinnert werden: Als Mitbegründer und „gute Seele“ des Heimatvereins Aratora, weiterhin als Autor und Herausgeber, hat Klaus Schmölling (1936-2008) seit 1990 weit über die Grenzen der Stadt Artern hinweg Bekanntheit erreicht. Bereits als Kind und Jugendlicher sehr an Geschichte interessiert, standen ab der Zeit seines Vorruhestandes die Heimatkunde der Stadt Artern und ihrer näheren Umgebung im Mittelpunkt seines ehrenamtlichen Wirkens. Zuvor hatte er jahrzehntelang als Philatelist im Kulturbund mitgearbeitet. Unter seine Ägide erschienen bis 2008 im Verlag des Heimatvereins ARATORA achtzehn Jahresbände der gleichnamigen stadtgeschichtlichen Buchreihe sowie sieben thematische Sonderausgaben, drei Bildbände und zwei Neuauflagen historischer Schriften. Klaus Schmölling stand - auch aufgrund dieser Publikationen - über Jahre hinweg bundesweit mit sehr vielen Vereinsmitgliedern und Interessierten in Sachen Heimatforschung in engen Kontakt. Besonders am Herzen lag ihm die Partnerschaftspflege mit der Stadt Einbeck. Seiner musikalischen Leidenschaft für Operetten und Opern geschuldet sind Dutzende, stets ausverkaufte Konzerte, die ab Mitte der 1990er Jahre unter der organisatorischen Ägide von Klaus Schmölling im Rathaussaal bzw. in der Veitskirche stattfanden und das kulturelle Angebot in Artern stark bereicherten. Bis in die Gegenwart hinein zur überregionalen Identifikationsfigur als auch mediales „Maskottchen“ der Stadt Artern wurde er als einer der Protagonisten in der von der Firma endemol in Köln produzierten Doku-Soap „Artern – Stadt der Träume“, die 2003 im MDR-Fernsehen ausgestrahlt wurde. In allgemeiner Erinnerung geblieben sind, neben seiner offenen und herzlichen Art, besonders Klaus Schmöllings Damenfahrrad, auf dem er tagtäglich in sein „Büro“ im Passagen-Cafe fuhr, wo er ungezählte Besucher empfing, weiterhin seine Leidenschaft zu fotografieren und nicht zuletzt die Sammeltätigkeit für Objekte und besonders Bilder aus der Geschichte der Stadt Artern, die heute noch die umfangreiche Basis der Arbeit des Heimatvereins Aratora bilden. – Die in Erinnerung an den achtzigsten Geburtstag von Klaus Schmölling kürzlich in bereits fünfter Auflage publizierte Broschüre „Die Kyffhäuser-Kleinbahn Artern-Berga/Kelbra 1916-1966“ war binnen nur einer Woche ausverkauft: ein sehr schönes posthumes Geburtstaggeschenk an den Mitautor sowie eine wichtige heimatgeschichtliche Gabe an zahlreiche Interessierte und vor allem Eisenbahnfreunde in Nah und Fern (evtl. gibt es ja demnächst noch mehr zum Thema)!


Schiene

Freitag, 13. Mai 2016

Heimat- und Eisenbahnfreunde, bitte vormerken: Ein für die regionale Verkehrsgeschichte bedeutsamer Termin steht Ende dieses Monats an, wenn wie folgt an das diesjährige Doppeljubiläum der Kyffhäuser-Kleinbahn (100 Jahre Eröffnung bzw. 50 Jahre Stilllegung) erinnert wird. Der Heimat- und Geschichtsverein „Goldene Aue“ sowie der Heimat- und Schlossverein Roßla laden Einheimische, Geschichtsinteressierte und Heimatforscher am Sonntag, 29. Mai 2016 herzlich nach Tilleda ein. Um 10 Uhr wird, am Ortsausgang in Richtung Hackpfiffel, ein Erinnerungsmal in Form eines historischen Gleisstückes nebst Informationstafel zur Geschichte der Kleinbahn übergeben. Bei diesem stählernen Zeugen handelt es sich um ein Exemplar von mehreren Gleisresten (hier noch in situ), die in der Ortslage Tilleda entdeckt und ausgegraben worden sind – authentischer kann also ein Denkmal wahrlich nicht sein! Eine Stunde später, also um 11 Uhr, wird dann in den oberen Veranstaltungsraum des Kirsch-Cafes in Tilleda (unterhalb der Pfalz) gebeten, wo eine Ausstellung zur Kleinbahngeschichte zwischen Artern und Berga/Kelbra eröffnet wird. Beide Veranstalter, als auch der Heimatverein ARATORA, freuen sich über hoffentlich hohe Resonanz aus der Region und weisen besonders Auswärtige gern daraufhin, dass von Radfahrern die ehemalige Kleinbahnstrecke genutzt werden kann, um ganz entspannt und gesundheitsförderlich mit dem Drahtesel zu beiden Veranstaltungsorten zu gelangen (Foto: Manfred Wirth, Tilleda).


Wanderführer

Dienstag, 10. Mai 2016

Die Unstrut, deren Flusslandschaft, Kulturgeschichte und Vergangenheit faszinieren nach wie vor Einheimische und Gäste, Natur- und Heimatforscher, Historiker, Wanderer, Wassersportler und Radler. Das dieser Tage veröffentlichte Buch „Der große Wanderführer Unstrut. Mit Radtourenvorschlägen“ aus der Feder von Reiseverkehrskaufmann Roland Geißler nimmt sich der Unstrut in vorrangig touristischer Hinsicht an und bringt Vorschläge für eigene Erkundungen von der Quelle bis zur Mündung in die Saale. Der Autor stellt dem Leser dafür 23 Rundwanderungen, sieben Streckenwanderungen, 60 Rad- und sechs Wasserwandervorschläge vor. Entlang des Unstrut-Radweges sind es diese sechs Etappen: Unstrutquelle bis Mühlhausen (27 km) bzw. Leine-Unstrut-Verbindungsweg zur Quelle (17 km), Mühlhausen bis Bad Langensalza (24 km), Bad Langensalza bis Sömmerda (45 km), Sömmerda bis Artern (35 km), Artern bis Nebra (32 km) sowie Nebra bis Naumburg (37 km). – Der Unstrut-Werra-Radweg wird in drei Etappen vorgestellt: Artern bis Sondershausen (40 km), Sondershausen bis Mühlhausen (43 km) und Mühlhausen bis Treffurt (33 km). – Den Leser und Nutzer erwartet ein äußerst preiswertes Taschenbuch mit matter Kaschierung und 324 Seiten Umfang, im Format 11 cm x 21 cm. Den Wanderrouten und Beschreibungen sind 48 Karten und 337 Fotos beigefügt! – Wanderfreunden ist der Autor Roland Geißler aus dem Eichsfeld, der seit 1982 selbst wandert, längst zum Inbegriff für qualitätsvolle Tourismusführer aus Thüringen geworden. Sein erstes Buch erschien bereits 1998. Die Neuerscheinung „Der große Wanderführer Unstrut. Mit Radtourenvorschlägen“ dürfte aber nicht nur Wanderfreunden, sondern auch regionalgeschichtlich Interessierten eine nützliche Handreichung für landschaftlich, kulturhistorische und touristisch lohnenswerte Ziele am Fluss werden. Aus historischer Sicht geht das Buch zwar nicht sehr in die Tiefe (was es als Wanderführer auch nicht muss), vielmehr ist es auf Breite angelegt, um auf möglichst viele große und kleine Sehenswürdigkeiten in unserer Heimat hinzuweisen. Diese Bemühungen sieht man dem Buch an, das als Freizeit-Wegbegleiter entlang der Unstrut an dieser Stelle gern empfohlen wird. Der Verfasser stellt seine Bücher an folgenden Termine in unserer Region vor und lädt hierzu ein: (heute) Dienstag, 10. Mai 2016, 17.00 Uhr in Roßleben, Pizzeria, Wendelsteiner Straße 28 sowie am Freitag, 13. Mai 2016, 10.00 Uhr in Heldrungen, Raiffeisenmarkt, Am Bahnhof 18a. – Nach dem sage und schreibe gerade noch ca. zwanzig Exemplare unserer jüngsten Vereinsveröffentlichung "Die Unstrut - Geschichte(n) vom Fluss zwischen der Sachsenburger Pforte und dem Wendelstein" erhältlich sind, ist der zweite Band mit neuen Forschungsergebnissen, weiteren historischen Themen und einmaligen Bildern aus der Vergangenheit längst in Arbeit. In absehbarer Zeit werden deshalb verstärkt immer wieder Einblicke in dieses Werk auf unserer Homepage gegeben. Freundliche Mithilfe aus der Bevölkerung (Themen, Texte und historische Fotos) für „Die Unstrut 2“ ist nach wie vor sehr willkommen!


Wappenstein

Dienstag, 3. Mai 2016

Bei einer unserer zahlreichen Konversationen zu Themen der Stadtgeschichte Arterns kam kürzlich das Gespräch auf den kursächsischen Wappenstein, ein Relikt aus der Saline-Zeit der Stadt Artern, zu sprechen. Tatsächlich ist dieses Kleindenkmal aus dem 18. Jahrhundert noch vorhanden und seit vielen Jahren eingelagert – ein Zustand, der einerseits erfreulich ist, da der Stein nicht entsorgt wurde, andererseits aber betrüblich, da von dessen Existenz und Bedeutung in Artern kaum noch etwas bekannt ist. Die immer noch populärste Kurzdarstellung dieses Wappensteins bringt Ewald Engelhardt in seinem „Arterner Heimatbuch“ von 1913, nachzulesen ebendort auf Seite 162 (unser Bild). Demnach war das prächtige und einst farbige Kleindenkmal mit Doppelwappen zunächst am unteren Salinetor am Salzdamm angebracht gewesen, ehe es um 1880 an den Goldfischteich gelangte und dort einem Obelisken als Sockel diente. – Auf dem Stein dargestellt ist einerseits das Wappenschild Augusts des Starken (1670-1733) mit zwei schräg gekreuzten roten Schwertern (sog. Kur-Schwerter) auf in Schwarz und Silber geteiltem Feld sowie einem grünen, schrägrechten Rautenkranz (Sachsen, Wettiner) über einem in Schwarz und Gold geteilten Feld. Das andere Wappen ist jenes von Polen-Litauen: die Felder 1 und 4 zeigen einen golden gekrönten Adler auf Rot (Polen) bzw. die Felder 2 und 3 ein silbernes Roß mit geharnischtem, das Schwert erhebenden Reiter, ebenfalls auf Rot (Großfürstentum Litauen). Das gesamte Ensemble stellt somit das Wappen der Sächsisch-Polnischen Union von 1697 bis 1706 und von 1709 bis 1763 zwischen dem wettinischen Kurfürstentum Sachsen und der Adelsrepublik bzw. Wahlmonarchie Polen-Litauen dar. – Der kursächsische Wappenstein aus Artern als wichtiges Zeugnis zur Salinen-, Orts- und Landesgeschichte bietet sich förmlich an, saniert und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht zu werden. Hierzu hat Bürgermeisterin Christine Zimmer bereits grünes Licht gegeben. Nach erster fachmännischer Inaugenscheinnahme lässt der Erhaltungszustand des Denkmals wohl aber nicht die Wiederherstellung beider Wappen zu, da deren Verwitterung leider viel zu stark fortgeschritten ist. Möglich wäre allerdings, nach Abschleifung der zwei originalen Wappen, auf der so entstandenen Fläche eine (verhaltene) Neukreation dieser zwei heraldischen Elemente vorzunehmen, wobei sogar eine farbliche Gestaltung machbar ist. Nach jetziger Sachlage wird der Wappenstein also ein Konglomerat aus alten Elementen und Neuschöpfungen gemäß des historischen Zustandes. Zudem wird der Stein gereinigt und imprägniert. Der Heimatverein ARATORA wird Möglichkeiten ausloten, dieses Denkmal vielleicht ab Herbst 2016 der Öffentlichkeit wieder in ansprechender Form zu präsentieren. Da eine dem Wappenstein früher beigefügte Texttafel leider nicht mehr existent ist, muss ein Kompromiss gefunden werden, auch deren historische Aussagen relevant zur avisierten Wiederherstellung des Doppelwappens beizubringen.


Sanierung Friedensstein

Dienstag, 26. April 2016

Die Sanierung des Arterner Friedenssteins nähert sich seinem Ende, und in absehbarer Zeit wird der seit 1. März 2016 verwaiste Sockel an der Schönfelder Straße wieder mit dem schlichten Denkmal von 1871 gekrönt sein. Ein Blick in die Werkstatt des mit der Wiederherstellung beauftragten Steinsetzerbetriebes von Marko Gödicke wurde bereits gewagt, wobei unser Bild den Stand der Rekonstruktion vom 25. April 2016 zeigt. Ebenso sind die Vorbereitungen für eine öffentliche Übergabe-Veranstaltung bereits in vollem Gange. Diese soll am Donnerstag, 26. Mai (Fronleichnam) um 17 Uhr im Gemeinderaum der Marienkirche stattfinden und mit einem Spaziergang zum sanierten Friedensstein enden, wobei besonders alle Unterstützer und ernsthaft an der Ortsgeschichte unserer Stadt Artern Interessierten sich diesen Termin vormerken möchten! Einzelheiten hierzu in ca. zwei Wochen in der Presse sowie im Internet. Bis dahin wird auch, soweit möglich, eine gärtnerische Wiederherstellung des Umfeldes angegangen. Wie uns Marko Gödicke vorab mitteilte, musste im Verlaufe der Wiederherstellung der Stein aufgrund von Verwitterungserscheinungen beschliffen werden und ist daher das Denkmal geringfügig kleiner als zuvor – ein „Manko“, dass einzugehen die Sanierung jedoch wert war und optisch kaum ins Auge fällt. – Unser Friedensstein mit eingemeißelter Erwähnung der Friedensdankfeier vom 17. Juni 1871 erinnert an eine lokale Veranstaltung im Nachgang der Friedensschlüsse von Versailles und Frankfurt an Ende des Deutsch-Französischen Krieges. (Einer der Unterzeichner des sog. Vorfriedens von Versailles vom 26. Februar 1871 war Otto von Bismarck, der als „Roland“ nur wenige hundert Meter entfernt am Arterner Rathaus Schwertwache hält.) Das Denkmal ist eines von nur wenigen in der Region (so in Wiehe oder Riestedt), die an den Deutsch-Französischen Krieg erinnern und somit auch an in Stück europäischer bzw. Weltgeschichte, zumal in Folge des Krieges und mit Bismarck als treibende Kraft die Schaffung des Deutschen Kaiserreiches unter Wilhelm I. vollzogen worden ist. – Wie Steinsetzermeister Marko Gödicke abschließend verriet, werden die Schriftzüge des rund 2,7 Tonnen schweren Denkmals zum Abschluss noch schwarz nachgezogen. Es sieht ganz danach aus, dass auch der Friedensstein, wie schon das 2015 sanierte Reformationsdenkmal, wieder ein kleines Schmuckstück wird. Und wie es jetzt aussieht, wird der massive Klotz von 1871 auch nicht das letzte historische Kleindenkmal in Artern bleiben, das in absehbarer Zeit restauratorische Auffrischung findet!


Kirche Göhritz

Dienstag, 19. April 2016

Als Gäste einer auch in diesem Jahr wieder gelungenen und sehr informativen Veranstaltung zur Regionalgeschichte unser östlichen Kreisnachbarn, organisiert von der Chronikgemeinschaft Barnstädt, dem Museum Burg sowie dem Altertums- und Verkehrsverein Querfurt und Umgebung, weilten Vertreter des Heimatvereins ARATORA kürzlich in Barnstädt, Ortsteil Göhritz, im schönen Saalekreis. Im dortigen Bauernstübchen fanden sich am 8. April 2016 über achtzig Heimatforscher und Ortschronisten aus Querfurt und Umgebung zum Tag der Heimatpflege ein, um Vorträgen beizuwohnen und sich anschließend bei Ortsrundgängen zur Lokalgeschichte von Göhritz zu informieren. Schwerpunkt der Tagung waren drei Referate, wobei zunächst Konrad Schubert vom Landesamt für Geologie und Bergwesen über die kurze Ära des Braunkohlenbergbaus um Querfurt sprach (hierbei konnten sehr gute historische Parallelen zum Kohlenabbau bei Voigtstedt, Edersleben und Borxleben gezogen und neuer Erkenntnisse gewonnen werden). Tobias Schwesinger aus Coburg berichtete dann über einen Münzschatz aus Barnstädt und beleuchtete den Fund numismatisch und historisch, ehe dann „Lokalmatador“ Rainer Lautenschläger sehr ausführlich, detailliert und mit einigem Humor aus der Geschichte seines Heimatdorfes berichtete (besonders dessen Eingemeindung nach Barnstädt im Jahr 1939 liegt dem bekennenden Patrioten aus Göhritz auch nach fast achtzig Jahren offenbar immer noch sehr schwer im Magen!). Nach einem rustikalen und schmackhaften Mittagessen wurde schließlich die Gastgebergemeinde zu Fuß erkundet, u. a. die Kirche St. Kilian (unser Bild zeigt Heiko Einecke, Leitender Museloge der Burg Querfurt, vor dem Gotteshaus). Zum Schluss gab Dr. Konrad Kühne, Vorsitzender des Altertums- und Verkehrsvereins Querfurt und Umgebung, noch den Tagungsort und -termin des kommenden Jahres bekannt: das Rathaus Artern am Sonnabend 1. April 2017 (immerhin stand auch die Stadt Artern im Hochmittelalter unter Querfurter Herrschaft). Mit dem nächstjährigen Termin zur regionalen Heimatforschung schließt sich anerkennenswerterweise der Kreis unserer guten Kontakte zu ehrenamtlichen und professionellen Forscherkollegen vormals preußischer Lande. (Nur im Westen, vormals also überwiegend Schwarzburg-Rudolstadt und somit aus preußischer Sicht tiefstes Ausland, hält sich nach wie vor (und nicht nur) aufgrund fehlender historischer Kontexte die Kontaktfreudigkeit in engen Grenzen. Die Zusammenarbeit mit der ebenfalls westlich benachbarten, vormals Sachsen-Weimarischen Exklave Oldisleben hingegen ist besonders aufgrund zahlreicher Zusammenhänge mit unseren beiden Unstrut-Büchern [2015 und voraussichtlich Ende 2017] besonders herzlich, außerordentlich kooperativ und produktiv.)