Artern

Zur freundlichen Beachtung & aktuelle Meldungen

ST. Vitus

Freitag, 17. März 2017

Der Heimatverein ARATORA als Gastgeber, das Museum Burg Querfurt sowie der Altertums- und Verkehrsverein Querfurt und Umgebung laden Geschichtsfreunde und Interessierte herzlich zum 24. Tag der Heimatpflege am Sonnabend, 1. April 2017 nach Artern ein. Die seit 1988 stattfindende Regionaltagung zählt zu den ältesten derartigen Veranstaltungen. Beginn ist 09.30 Uhr im Saal des Rathauses, Markt 14. Im Mittelpunkt stehen zwei Vorträge zu historischen Themen aus unserer Gegend. Zunächst widmet sich Andreas Schmölling vom Heimatverein ARATORA der Stadt Artern im Mittelalter und bezieht sich hierbei besonders auf die Zeit, als der Ort unter Herrschaft der Edelherren von Querfurt stand (unser Bild zeigt eine Zeichnung der St. Veitskirche als bedeutendstes mittelalterliches Baudenkmal in Artern). Danach spricht Dr. Mario Küßner, Fachreferent vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, über Funde und Erkenntnisse aus Grabungen bei Hachelbich im Kyffhäuserkreis, wo ein römisches Marschlager aus der Zeit zwischen dem ersten bis zweiten Jahrhundert u. Z. entdeckt worden ist. Grabungen hierzu fanden 2010, 2014 und erneut seit 2017 statt. Derartige Marschlager waren oft nur einen oder wenige Tage in Nutzung, ehe die Armeen dann weiterzogen. Zumeist wurden die Überbleibsel von der damals heimischen Bevölkerung geplündert. Trotzdem waren noch genügend Anhaltspunkte vorhanden, um dieses Lager archäologisch einzuordnen und auswerten zu können. Weitere römische Marschlager in der Umgebung (ca. 20 Kilometer im Umkreis) sind zu erwarten, da die Legionen in unbekannte Richtung von Hachelbich weitermarschierten! – In einer Kaffeepause zwischen obigen Referaten und während des Mittagessens bleibt genügend Zeit für Gespräche, ehe ab ca. 13.30 Uhr zu einem gemeinsamen Stadtrundgang eingeladen wird. – Bereits zehn Tage zuvor, am Mittwoch, 22. März 2017, finden in Artern schon historische Vorträge statt: anlässlich des Weltwassertages referiert um 17.00 Uhr der Umwelthistoriker Dr. Mathias Deutsch aus Erfurt über „Wasser in der Kulturlandschaft“, danach spricht Andreas Schmölling vom Heimatverein ARATORA kurz über die historische Trink- und Nutzwassersituation in Artern. Zu dieser eintrittsfreien Veranstaltung des Heimatvereins ARATORA und des Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserverbandes Artern wird herzlich in den Gemeinderaum der Marienkirche Artern eingeladen.


HW 1947 Sachsenburg

Dienstag, 14. März 2017

Unser langjähriges und sehr aktives Vereinsmitglied Dr. Mathias Deutsch, Umwelthistoriker aus Erfurt, erinnert mit nachstehendem Text an eine Naturkatastrophe, an die sich noch viele Ältere erinnern werden: Vor siebzig Jahren, zwischen dem 12. und 20. März 1947, wurden Teile Mitteldeutschlands – darunter auch Gebiete an der Unstrut – von einer schweren Überschwemmung heimgesucht. Nach dem kalten und schneereichen Winter 1946/47 setzte Anfang März starkes Tauwetter ein und bald darauf traten die Fließgewässer über ihre Ufer. Standen zunächst nur kleinere Wiesen- und Ackerflächen unter Wasser, spitzte sich im Raum Artern die Lage aufgrund ergiebiger Regenfälle am 13. März immer mehr zu. Viele Dörfer, so zum Beispiel Sachsenburg, Oldisleben, Schönfeld und Ritteburg, waren in Teilen von einer Überflutung bedroht. Hier – wie auch in anderen Ortschaften des Unstrut-Tals – mussten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren und Polizisten zum Einsatz kommen, um die Einwohner bei der Evakuierung von Tieren, Hausrat und Futtermitteln zu unterstützen. Zudem waren Deiche zu sichern. Doch nicht immer gelang es, ein Überströmen zu verhindern. Vor allem am späten Abend des 13. März sowie im Verlauf des Folgetags mussten sich vielerorts die Helfer von den Deichen zurückziehen und verzweifelt mit ansehen, wie sich die Wassermassen über den Deich ergossen und schließlich in bewohnte Gebiete vordrangen. Aber auch an den Unstrut-Wehren sowie an Stegen und Brücken kamen Helfer mit langen Stangen, Haken und Beilen zum Einsatz, um den freien Wasserabfluss zu gewährleisten. Oftmals gestaltete sich die Arbeit sehr gefährlich, weil vor allem der starke Eisgang auf der Unstrut Probleme bereitete. Nicht immer gelang es, die in sich verkeilten Schollen vor den Brücken zu lösen und es kam zum Rückstau bzw. Einsturz der Bauwerke. In Schönfeld beschädigten beispielsweise große, bis zu einem halben Meter dicke Eisschollen drei sog. „Eisbrecher“ an der Brücke. Glücklicherweise hielt sie dem Druck der anströmenden Wasser-Eis-Massen stand. – Nachdem sich die Hochwasserlage am 21./22. März 1947 langsam entspannt hatte, setzten die Aufräumarbeiten ein. In den Dörfern mussten in Hunderten Häusern Schlamm und Unrat aus den Wohnräumen transportiert werden. Außerdem waren die vom Eis und Wasser stark beschädigten Scheunen und Ställe bis zur umfassenden Sanierung notdürftig zu sichern. Manche Häuser konnte man jedoch nicht mehr retten. Waren sie nicht bereits unmittelbar beim Hochwasser eingestürzt (wie z. B. drei Wohngebäude in Schönewerda, darunter das Haus von Schuhmacher Karl Schatz), verfügten die Ämter aus baupolizeilichen Gründen bis Ende Mai 1947 den Abriss. – Neben den großen Schäden und Verlusten in Wohn- und Wirtschaftsgebäuden fiel auch die Schadensbilanz im Bereich der Landwirtschaft katastrophal aus. Viele Bauern verloren aufgrund überschwemmter Scheunen fast die gesamten Futter- und Saatgutvorräte. Im Unstrut-Tal standen ihre Wiesen- und Ackerflächen tief im Wasser. Somit bestand für die Landwirte keine Chance, die Wintersaat zu retten. Mieten, in denen Kartoffeln, Rüben und andere Futtermittel lagerten, hatte die Flut z. T. fortgeschwemmt. Wie hoch das Wasser Mitte März 1947 in der Unstrut-Aue stand, zeigt eine Markierung am sog. "Wasserstein" an der Straße Ritteburg-Gehofen. Zusammen mit Kennzeichnungen für die Flutkatastrophen von 1871 und 1946 mahnt das Kleindenkmal, stets respektvoll mit dem Element Wasser umzugehen. – Unser Bild zeigt Müller Fritz Bechstedt senior während des Hochwassers vom März 1947 bei der Prüfung der Höhe des Wasserspiegels in der Mühle Sachsenburg an der Unstrut (Sammlung Ingrid Noack, Heldrungen).


HW-Marke SGH

Freitag, 10. März 2017

Die Vereinten Nationen haben 1992 den 22. März eines jeden Jahres zum Weltwassertag ausgerufen. Ziel ist es, an diesem Tag auf das global bedeutsame Thema „Wasser“ u. a. mit Pressemitteilungen, Berichten sowie öffentlichen Vorträgen hinzuweisen. – Zum diesjährigen Weltwassertag am Mittwoch, 22. März 2017, laden der Heimatverein ARATORA und der Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserband Artern herzlich ein. Aus gegebenem Anlass hält der Erfurter Umwelthistoriker Dr. Mathias Deutsch um 17.00 Uhr im Gemeinderaum der evangelischen Marienkirche Artern einen regionalhistorischen Vortrag (Eintritt frei!) zum Thema „Wasser in der Kulturlandschaft“. Dabei wird auch an das große Hochwasser vom März 1947, also vor 70 Jahren, erinnert, das die Unstrut und ihre Nebenflüsse exorbitant anschwellen ließ. Unser Bild zeigt die Frühjahr 2016 sanierte und wieder an ihren Altstandort eingesetzte Hochwassermarke, die an dieses Ereignis in der Sangerhäuser Bahnhofstraße erinnert, als die Gonna aus ihrem Bett trat. – In einem Kurzvortrag wird anschließend Andreas Schmölling vom Heimatverein ARATORA in Wort und Bild über die Trink- und Abwasser-Versorgung bzw. die Wassernutzung in Artern während vergangener Zeiten anhand ausgewählter Beispiele berichten. – Passend zum diesjährigen Motto des Weltwassertages „Abwasser“ öffnet der Kyffhäuser Abwasser- und Trinkwasserband am 22. März 2017 zwischen 9.00 Uhr und 12.00 Uhr nachstehende Kläranlagen für Interessierte: Artern (Am Westbahnhof), Bad Frankenhausen (Seehäuser Straße) und Roßleben (Wendelsteiner Straße).


GV SGH Heft 24

Dienstag, 7. März 2017

Mit 113 Seiten Umfang wartet die soeben erschienene Ausgabe Nr. 24 der Mitteilungen des Vereins für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e.V. (unser Bild) auf und tangiert diesmal Themen vom Mittelalter bis in die jüngere Vergangenheit der Rosenstadt und ihrer Umgebung bzw. Ortsteile mit insgesamt neun abwechslungsreichen Artikeln. Nach dem voranstehenden, obligatorischen Vereinsbericht schließt sich die Abhandlung „Juden in Sangerhausen“ an, die als „Annäherung an den Forschungsstand“ deklariert ist. Schwerpunkt ist die Zeit des Mittelalters; entsprechend schmal fallen die Nachrichten zu diesem Thema aus, wobei über Namensnennungen hinaus kaum greifbare Informationen vorliegen und daher oft mit Indizien und Rückschlüssen gearbeitet werden musste. „Sangerhausen im 1. Weltkrieg“ als nächster Bericht beinhaltet diverse Erlebnisse, Geschichten, Retrospektiven und Bildbelege aus der Zeit zwischen 1914 und 1918, aus der Heimat sowie von der Front. Eine ähnliche Thematik folgt mit „Erinnerungskultur – Kriegsgräber und Erinnerungskultur in Sangerhausen“, wobei Denkmale, Tafeln und Grabanlagen in Sangerhausen vorgestellt bzw. beschrieben werden, die an Kriegs- und Gewaltopfer erinnern. Mit der Biographie über Franz Heymann (1875-1944) schließt sich die Würdigung des Lebenswerkes eines Sozialdemokraten und Kommunalpolitikers in Sangerhausen an. Eine weitere Biografie widmet sich den Lebensstationen von August Reich (†1954), gleichfalls SPD-Mitglied, kommunalpolitisch aktiv und Funktionär. Ein Bericht über die Gedenkveranstaltung in Sangerhausen zum Ende des Zweiten Weltkrieges gibt die Rede des Vorsitzenden des Geschichtsvereins wieder, ehe als Fortsetzungsbericht über Geschehnisse aus der Zeit um 1945 in und um Großleinungen erzählt wird. Zum dritten Male wird es dann biographisch, wenn Richard Wensch im Mittelpunkt steht, der z. B. Anteil an der kampflosen Übergabe der Stadt Sangerhausen im Frühjahr 1945 an US-Truppen hatte. Ein Vortrag von Adolf Spengler widmet sich danach den Ursprüngen und der Historie des Geschichtsvereins Sangerhausen und schweift ab zu diversen anderen Themen des Heimatgedankens in unserer Region. Beschlossen wird die druckfrische Zeitschrift mit einem attraktiven historischen Bilderbogen (acht farbige Lithografien aus der Zeit um 1900), einer kleinen Bücherschau über Neuerscheinungen sowie der aktuellen Mitgliederliste. – Erneut gilt dem Geschichtsverein Sangerhausen Dank für die Bereicherung des regionalhistorischen Bücherangebotes. Der neue Jahresband kann beim Verein bestellt bzw. im „Guten Buch“ in Sangerhausen erworben werden.


Wappenstein saniert

Freitag, 3. März 2017

Der Arterner Wappenstein ist ein leider fast vergessenes Kleindenkmal, nur eine Zeichnung in Ewald Engelhardts "Arterner Heimatbuch" von 1913 erinnert noch daran. Doch wird sich das bald ändern, denn dieses lokal bedeutsame, kulturhistorische Objekt aus der Zeit Johann Gottfried Borlachs, um 1730 an das Untere Salinetor am Salzdamm gesetzt, ist während der vergangenen Monate aufwendig restauriert worden und wird bald wieder öffentlich zugänglich sein. Dabei hat der Steinmetzbetrieb Marko Gödicke aus Artern alle Register handwerklichen Könnens gezogen, um das ca. 1,60 x 0,70 x 0,40 Meter messende und rund 1,1 Tonnen schwere Denkmal wieder so gut wie möglich herzustellen. Zu Beginn der Steinmetzarbeiten war von den beiden Wappen, die zuvor als Blickfang dienten, nämlich kaum noch etwas erkennbar. Nach Aussagen von Steinmetzmeister Marko Gödicke besteht der Wappenstein aus heimischen, sehr wahrscheinlich Nebraer Sandstein. In diesem Falle war das Rohmaterial dafür sicherlich per Lastkahn von den dortigen Steinbrüchen stromaufwärts nach Artern verschifft worden. – Der Zahn der Zeit hatte das kursächsische und polnisch-litauische Wappen dermaßen stark erodieren lassen, sodass diese komplett neugearbeitet werden mussten. Die aus heutiger Sicht ungewöhnliche heraldische Konstellation auf dem Stein resultiert aus den damaligen Herrschaftsverhältnissen, unter der auch die Stadt Artern und damit die Saline standen: oberster Dienstherr war der sächsische Kurfürst August der Starke in Dresden, und da dieser zugleich seit 1697 als König von Polen regierte, waren eben auch das polnisch-litauische Wappen als Staatswappen relevant. Eine ausführliche Blasonierung dieses Wappens folgt hier zu gegebener Zeit. – Während der Sanierung und Wiederherstellung des Wappensteins wurden sämtliche Details der völlig verwaschenen Wappenmotive wie folgt wiederhergestellt: das sächsische Wappen mit den Balken des Stammwappens der Askanier sowie ein darüber verlaufender, schrägrechter Blätterzweig (auch Rautenkranz), weiterhin zwei gekreuzte sog. Kurschwerter. Das viergeteilte litauische Wappen zeigt zweifach einen weißen Ritter mit erhobenem Schwert auf einem galoppierenden Pferd, in der Linken einen Schild mit Doppelkreuz haltend. Die beiden anderen Figuren stellen einen bekrönten Adler dar. Das Rollwerk bzw. die Kartuschen um das Wappen wurden hingegen in ihrem historischen Zustand belassen. – Demnächst wird über den Ort der Aufstellung entschieden, zuvor noch, ob der Stein farbig bemalt werden soll. Die Übergabe mit kleiner Feier ist für das Frühjahr geplant und soll mit einem Saline-relevanten Jubiläum gekoppelt werden. – Unser Bild zeigt zunächst lediglich einen Teil des fertiggestellten Steins, hier noch in der Werkstatt. Zu sehen ist das wiederhergestellte kursächsische Wappen (Foto: Marko Gödicke, Artern).


Glockenheft

Dienstag, 28. Februar 2017

Unsere Freunde vom Geschichtsverein in Sangerhausen haben in jüngster Zeit eine beachtliche Produktivität bei der Publikation von heimatgeschichtlicher Literatur an den Tag gelegt. Bereits in den vergangenen Wochen durften wir zwei neue Hefte vorstellen (Wanderungen im Stadtgebiet sowie Stadtchronik 1991-2010). Nunmehr soll kurz auf eine weitere Veröffentlichung aufmerksam gemacht werden: „Faszination GLOCKE – Zwischen Läuten und Schweigen – Die Geschichte der Glocken in Sangerhausen“ (unser Bild). Diese 78seitige Neuerscheinung (ISBN: 978-3-00-055377-6, Preis: 6,50 Euro) entstand in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Halle/S. sowie in Kooperation mit dem Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V. Finanzielle Unterstützung erfolgte durch das Land Sachsen-Anhalt mit Mitteln aus dem Programm der Heimat- und Traditionspflege. Eingegangen wird im Heft auf die wechselvolle Geschichte, die Herstellung und den Gebrauch von Glocken in Vergangenheit und Gegenwart. Während umfangreicher Archivrecherchen haben sich die Autoren Mathias Köhler und Helmut Loth intensiv mit den Glocken von Sangerhausen beschäftigen können. Im Ergebnis dieser Recherchen ist es gelungen, erstmals die Geschichte sämtlicher Glocken der Rosenstadt nahezu vollständig zu dokumentieren. Aktuell erarbeitete Gutachten zur Klanganalyse der heute in Gebrauch befindlichen Glocken in der Ulrich- und in der Jacobikirche vervollständigen die Ausführungen. – Rückblick: am 20. August 2016 wurde in der Marienkirche Sangerhausen die Ausstellung „Faszination GLOCKE – Zwischen Läuten und Schweigen – Die Geschichte der Glocken in Sangerhausen“ eröffnet. Besonders zum letztjährigen Sachsen-Anhalt-Tag haben zahlreiche Besucher diese Präsentation in Augenschein genommen. Auf Schautafeln wird in sehr informativer Weise über die Glocken und ihre Geschichte in den Sangerhäuser Kirchen aufgeklärt. Und mehr noch: in diesem Jahr werden für die Sangerhäuser Marienkirche sogar neue Glocken gegossen – ein heutzutage seltenes Vorhaben! Auch hierauf wollen die Ausstellung und die neue Broschüre aufmerksam machen. Und wie immer sind besonders die Veröffentlichungen des Geschichtsvereins Sangerhausen bestens geeignet, als Vorlage zu dienen, in anderen Ortschaften ähnliche Vorhaben publizistisch umzusetzen. – Zu beziehen ist „Faszination GLOCKE“ über den Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e. V. (geschichtsverein[at]web.de) und in der Buchhandlung "Das Gute Buch“ in der Göpenstraße 19, 06526 Sangerhausen (gutesbuch[at]t-online.de.


Fotos Bildband

Freitag, 24. Februar 2017

Der bereits angekündigte neue Bildband mit historischen Fotos der Stadt Artern nimmt allmählich Gestalt an. Im Spätsommer (alternativ zur Beginn der Adventszeit) soll das Buch fertig sein bzw. gedruckt vorliegen. Seit Erscheinen von „Artern vor hundert Jahren – Stadtansichten um 1900 auf Postkarten“ als letzten Bildband des Heimatvereins ARATORA sind auch schon wieder zwölf Jahre (2005) vergangen. Noch einige Zeit eher wurden „Artern – Blicke in die Vergangenheit“ (Stadtverwaltung Artern, 1992), „Artern in alten Ansichten“ (1995) und „Artern – Ansichten einer Stadt“ (1997) publiziert. Es ist also durchaus an der Zeit, einen weiteren Bildband mit alten Darstellung zu veröffentlichen, allerdings unter anderen Vorzeichen und Umständen. Waren die genannten und bereits seit vielen Jahren ausverkauften Bände eher gering im Umfang (78 bis 128 Seiten) und damit die Anzahl der darin publizierten Bilder überschaubar, soll das neue Bilderbuch nicht an derartigen Hürden scheitern. Mit einer geplanten Anzahl von 240 Seiten können dieses Jahr mehr denn je Bilder gedruckt werden, die aus der Stadtgeschichte berichten; also ca. 400 bis 450 Aufnahmen, evtl. auch mehr. Und weiteres spricht für einen neuen Bildband: zwischenzeitlich ist die historische Fotosammlung der Heimatvereins ARATORA exorbitant angewachsen, sodass viele „neue“ alte Motive hinzugekommen sind, die bislang unveröffentlicht geblieben sind. Das heißt nicht, dass es im neuen Buch keine Standardmotive oder Reproduktionen alter Ansichtskarten geben wird, doch soll ein Schwerpunkt möglichst auf privaten Aufnahmen jenseits der Postkarten-Idylle liegen. Als Arbeitszeitraum sind die drei Jahrzehnte zwischen 1925 und 1955 avisiert, was nicht jedoch heißen wird, dass sich strikt an diese zeitliche Begrenzung gehalten wird. Wenn es Buch und Lesern dienlich ist, sind auch etwas ältere oder jüngere Aufnahmen zu sehen. Nach jetzigem Arbeitsstand werden nachstehende Kapitel thematisch mit Fotos üppig illustriert: Schöne Ausblicke: Stadtansichten vom Weinberg und aus der Aue / Am Stadtrand: Weinberg, Siedlung, Talgebind, Friedhof und Sole / Mit viel kleinstädtischem Charme: Streifzug in der Innenstadt / Gutshöfe, Bauern- und Wohnhäuser: Spaziergang durch die Altstadt / Natur-, Kultur- und Industrielandschaften entlang der Unstrut / Impressionen aus dem Industrie- und Bahnhofsviertel / Menschen und Anlässe in Artern. – Zahlreiche Leihgeber werden ihre Fotos im Bildband wiederfinden, auch weil diese namentlich unter jeder Abbildung benannt werden. Als Termin der Erstveröffentlichung ist der diesjährige Tag der offenen Denkmals am 10. September (bei möglichen Verzögerungen erst Ende November 2017) geplant. Doch noch bis zum späten Frühjahr 2017 können weitere Bilder aus privater Hand zur Veröffentlichung berücksichtigen werden. Wer also helfen kann und möchte, möge dies bitte in den nächsten Wochen tun und für nur kurze Zeit leihweise Fotos zwecks Digitalisierung zur Verfügung stellen! Originalfotos mit fast 2,5 Gigabyte Datenvolumen sind allein bis jetzt für das Buch hochauflösend gescannt worden! Unser Bild zeigt eine solche Zusammenstellung alter Arterner Bilder, die dafür bereits überlassen worden ist.


Torturm Allstedt

Dienstag, 21. Februar 2017

Burgen und Schlösser sowie historische Stadtkerne unserer engeren und weiteren Heimat dienten in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder als Kulisse für Spielfilme, so die Burgen Querfurt und Falkenstein im Ostharz, die Stadt Bad Frankenhausen oder das Kyffhäuserdenkmal in „Polizeiruf 110“ („Barbarossas Rache“). Am morgigen Abend nun ist auch Schloss Allstedt als Szenerie zu sehen, um 20.15 Uhr im Ersten. Mit „Katharina Luther“ wird dann eine filmische Biografie des Lebens der Ehefrau des Kirchenreformators mit Karoline Schuch und Devid Striesow in den Hauptrollen gezeigt. Erzählt wird die Geschichte der Katharina von Bora, die als entlaufene Nonne 1525 Martin Luther heiratete und als dessen unersetzliche Partnerin, Mutter von sechs Kindern und erfolgreiche Geschäftsfrau als „Herr Käthe“ selbst in die Geschichtsschreibung einging. – Im Juni und Juli vergangenen Jahres wurden auf Schloss Allstedt Dreharbeiten zu diesem Film absolviert. Zuvor waren Komparsen aus unserer Gegend gesucht wurden, sodass sich der eine oder andere Statist morgen Abend bestimmt „auf Zelluloid gebannt“ wiederfindet. Interessant ist, was wohl von Allstedt gezeigt wird: Vorburg, Kernburg, Innenhof, Schlosskirche oder die Burgküche mit dem größten mittelalterlichen Kaminschlot in Europa? Motive auf Burg und Schloss gibt es schließlich genug. Darüber hinaus fanden Aufnahmen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bayern statt, so auf Schloss Reinhardsbrunn bei Friedrichroda im Landkreis Gotha. – Bereits 1956 hatte die DEFA den Spielfilm „Thomas Müntzer“ auch in Allstedt gedreht. Der Film „Katharina von Bora – Nonne, Geschäftsfrau, Luthers Weib“ von 2009 zeigte ebenfalls Sequenzen aus Allstedt und nur zwei Jahre später lieferten die alten Gemäuer das Ambiente für den Dokumentarfilm „Thomas Müntzer – Der Satan von Allstedt“. Und nun „Katharina Luther“ 2017 – sicherlich ein Muss für Geschichtsinteressierte, nicht nur des Lutherjubiläums wegen, sondern auch und insbesondere aus landes- und regionalgeschichtlicher Sicht. Erfreulich in diesem Zusammenhang ist, dass perspektivisch im Rahmen des Konzeptes „Drehort Harz“ auch das nördlichste deutsche Mittelgebirge verstärkt als Kulissengeber für Kino- und Fernsehfilme dienen soll: mit dem Kinderfilm „Die kleine Hexe“ (2016) wurde ein Anfang gemacht. – Unser Bild aus den 1970er Jahren zeigt den Blick vom Wirtschaftshof zur Vorburg mit Torturm des Schlosses Allstedt (Foto: Hans-Joachim Büchner, Weißwasser).


Feuerreiter

Freitag, 17. Februar 2017

Druckfrisch liegt der zweite Kriminalroman aus der Feder von Frank Rebitschek vor, betitelt mit „ Feuerreiter“. Wie schon im ersten Buch „Wolfsalarm“ nehmen auch hier Kommissar Helmut Bauch und sein Assistent Volker Spiegel von der Landespolizeiinspektion Nordhausen Ermittlungen in unserer Heimat auf, nachdem sich der Autor erneut von Landschaft, Menschen und Begebenheiten hat inspirieren lassen. Der Titel des neuen Romans geht auf die gleichnamige lyrische Ballade von Eduard Mörike (1804-1875), in dem es heißt: Hinter’m Berg, hinter’m Berg brennt’s in einer Mühle!“ Im Mittelpunkt steht hier eine Windmühle am Südhang der Hohen Schrecke. Zu Beginn bekommt die Frau des Mühlenbesitzers, zugleich ein Liedermacher, dessen abgehackte Hand mit der Post zugeschickt. Die beiden ermittelnden Beamten nehmen die Spur auf, die schnell sogar internationale Dimensionen erreicht. Helmut Bauch hat in seiner langen Dienstzeit ein solches Verbrechen noch nicht erlebt und wünscht sich, einen ähnlichen Fall auch nicht wieder bearbeiten zu müssen. – Der Verfasser Frank Rebitschek wurde in Rostock geboren und wuchs in Mecklenburg auf. Er wohnt in Stuttgart. Der ehemalige Opersänger schreibt heute Libretti, Lieder, Romane und eben Krimis. Er ist bekennender „Fan“ der Landschaft zwischen Südharz, Kyffhäuser, Goldener Aue und Unstrut-Tal. Im Vorwort von „Feuerreiter“ schreibt er: „Die Hohe Schrecke und das Unstruttal. Seit über zwanzig Jahren zieht es mich dorthin. Die Ermittlungen von Polizeihauptkommissar Helmut Bauch und seines Assistenten Volker Spiegel aus Nordhausen sind reine Fiktion. Ihre Fälle ereignen sich in einer realen Gegend, wenngleich nicht jeder Handlungsort tatsächlich existiert. Einheimische und Besucher dieses reizvollen Landstrichs in Nordthüringen werden das bald herausgefunden haben. Meine Kyffhäuserkrimis möchten darauf neugierig machen. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind rein zufälliger Natur.“ – Auch mit seinem neuen Buch weiß Rebitschek die Leser zu fesseln, zumal den meisten die von ihm geschilderten Örtlichkeiten bekannt sein dürften. Auch so kann man Menschen für die Heimatregion gewinnen und begeistern! Dem „Feuerreiter“ wünschen wir viele Leser und dem Autor für seinen schon in Arbeit befindlichen dritten Krimi „Haldenblut“, der in Roßleben spielt, eine ähnlich gute Feder bis bislang!


1580 Schriftseite

Dienstag, 14. Februar 2017

Bereits im Spätherbst des Vorjahres fand mit der „KirchenAgenda Darinnen Tauff, einsegen, und Trawbüchlein, Communion, sampt den teglichen Collecten, welche in der Kirchen gebraucht werden. Für die Prediger in der Graff/ vnd Herrschafft Mansfeld“ ein wertvolles Buch aus dem Jahr 1580 den Weg aus Privathand ins das Archiv des Heimatvereins ARATORA. Zwischenzeitlich wurden die 184 Doppelseiten des vor Jahrzehnten im Pfarrarchiv Artern befindlich gewesenen und dort irgendwann ausgesonderten Druckes in stundenlanger Arbeit fotografiert und die Bilder digital bearbeitet. Inhalt des Buches sind umfängliche Vorschriften und Handreichungen an evangelische Pfarrer zum Umgang mit der lutherischen Glaubenslehre im Gemeindeleben (in unserem Falle also die evangelische Gemeinde der Stadt Artern betreffend). Doch viel interessanter als das Buch selbst, dessen Inhalt mühelos durch Lesen verinnerlicht werden kann, sind die auf zahlreichen Seiten gemachten handschriftlichen Notizen mit mittlerweile verblichener Tinte. Etliche dieser Bemerkungen weisen „lediglich“ auf Bibelstellen hin. Für die umfangreicheren Vermerke reichen allerdings die paläografischen Kenntnisse vor Ort leider nicht aus. Daher wurde das abfotografierte Buch an Vereinsmitglied Dr. Axel Römer in Pulheim gesandt, der aufgrund seiner Forschungen zur hiesigen Pfarrer- und Reformationsgeschichte bedeutend bessere Voraussetzungen mitbringt, diese zu transkribieren. Wir hoffen, dass vielleicht im späten Frühjahr nach der Dechiffrierung neue Erkenntnisse durch die handschriftlichen Aufzeichnungen in der „KirchenAgenda“ vorliegen. – Zwischenzeitlich steht der Heimatverein ARATORA mit dem Zentrum für Bucherhaltung in Leipzig in Verbindung. Dort soll demnächst eine Trockenreinigung zur Entfernung von oberflächlich aufliegendem Schmutz und allergener Schimmelsporen vorgenommen werden. Dies Übernahme der hierfür anfallenden Kosten hat ebenfalls unser sehr reges und spendables Vereinsmitglied Dr. Axel Römer übernommen. (Dafür unser ganz besonders herzlicher Dank! Weitere Spenden sind ebenso willkommen, denn die Gesamtsanierung ist kostenintensiv.). Nach der Rückkehr aus Leipzig wird das Buch in Halle/S. durch professionale Hand erhaltungstechnisch und buchbinderisch wiederhergestellt, denn viele Seiten sind durch frühere, sehr intensive Nutzung arg in Mitleidenschaft gezogen (unser Bild). Das Ziel, dieses seltene Arterner Relikt aus der Zeit nur dreieinhalb Jahrzehnte nach Luthers Tod zu erhalten, ist damit ein ganzes Stück realistischer geworden. Nach Abschluss aller Arbeiten wohl gegen Mitte/Ende des zweiten Halbjahres 2017 wird das Buch dem Pfarrarchiv Artern bzw. dem Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda als Schenkung übergeben.


Keller Alte Poststraße

Freitag, 10. Februar 2017

Archäologisch war leider gegen Ende vergangenen Monats überhaupt nichts holen beim Abriss eines schon lange leerstehenden Wohnhauses im südlichen Abschnitt der Alten Poststraße oberhalb der Kurve: nicht eine Keramikscherbe, kein Knochen oder andere Altreste. Und auch die bauhistorischen Erkenntnisse zum Gebäude an der zum Grundstück Wasserstraße 12 gehörigen Scheune hielten sich sehr in Grenzen. Trotzdem der Bagger mehrere Tage mit dem Abbruch zu tun hatte, was der Begutachtung zupass kam, war außer abenteuerlichen Bausünden unserer Vorfahren (z. B. äußerst schwache Zwischendecken) nichts von besonderer geschichtlicher Relevanz zu entdecken gewesen. Nicht einmal, als sich der Bagger ins Erdreich grub, wurden Auffälligkeiten relevant. Der zumindest erhoffte spätmittelalterliche bzw. frühneuzeitliche Gewölbekeller blieb ein Wunschtraum. Vielmehr war der Kellerraum offenbar sehr neuzeitlich und fast ohne sichtliche Altersspuren (geschätzt höchstens 19. Jahrhunderts), sodass (wenn überhaupt ebendort vorhanden) der Vorgängerkeller nicht mehr existent war. Einzig von Interesse war eine unter der Straßendecke befindliche Tür, die offenbar in südöstliche Richtung, hin zum Landesamt für Vermessung und Geoinformation, Katasterbereich Artern, führte. Ob sich dort ein Gang oder nur ein geschlossener Raum befand, konnte aber nicht überprüft werden. Die Tür war mit DDR-Hohlblocksteinen vermauert (in unserem Bild rechts)! – So bleibt weiterhin die Hoffnung, dass bei den im Frühjahr 2017 anstehenden, umfassenden Straßensanierungen in der Innenstadt Funde und Befunde zumindest aus dem Mittelalter zutage treten. Derzeit angelaufen sind bereits entsprechende Vorarbeiten durch Archiv- und Quellenstudien, die Planer, Bauarbeiter und Archäologen auf mögliche Funde und Befunde beim Straßenbau sensibilisieren sollen.


Zeichnung Sachsenburgen

Dienstag, 7. Februar 2017

Die ehrenamtliche Arbeit im ersten Monat des neuen Jahres nahm mehrheitlich die Vorbereitung einer Broschüre in Anspruch, die zusammen mit dem Sachsenburgen-Verein in Oldisleben erstellt wurde. Anlässlich dessen 25-jährigen Vereinsjubiläums wird im Frühjahr 2017 eine Festschrift erscheinen, die sich sowohl der Geschichte der Sachsenburgen widmet, als auch das freiwillige Wirken der Vereinsmitglieder und Förderer würdigt. Der Hauptteil der 64seitigen Schrift wird eine historische Abhandlung über die zwei markanten Höhenburgen an der Unstrut beinhalten. Dieser sehr inhaltsreiche, detaillierte und historisch fundierte Text mit Beschreibungen und vielen geschichtlichen Daten wird als Reprint eines Originals aus dem Jahr 1900 übernommen (also in Frakturschrift), der im Anschluss von historischen Abbildungen beider Burgen bzw. des gleichnamigen Dorfes illustriert wird (unser Bild). Zum Ausklang werden Fotos gezeigt, die schlaglichtartig aus der langjährigen Arbeit des Sachsenburgen-Vereins bei der Denkmalsicherung, Umfeldgestaltung und -pflege sowie historisch-touristischen Aufwertung der Anlagen berichten. – Erstmals angeboten wird die Broschüre zu schon erwähnter Festveranstaltung am 30. April 2017 auf den Sachsenburgen. Danach kann das Heft im „Guten Buch“ in Artern sowie beim Heimatverein ARATORA und dem Sachsenburgen-Verein zum Preis von voraussichtlich 6,00 Euro erworben werden. Beide Vereine erhoffen sich möglichst hohes Interesse an dieser Veröffentlichung, mit der auf die geschichtliche Bedeutung beider mittelalterlicher Burgen hingewiesen und diese als nach wie vor beliebte Ausflugs- und Wanderziele beworben werden sollen. Die Erlöse aus dem Verkauf kommen dem Erhalt der Sachsenburgen zugute.


Offene Geodaten

Freitag, 3. Februar 2017

Eine besonders auch für Heimatforscher sehr bedeutsame und umfängliche Quelle ist seit mittlerweile einem Monat im Internet unter http://www.geoportal-th.de/ frei zugänglich: das thüringische Landesprogramm „Offene Geodaten“ (unser Bild). Seit Anfang 2017 können dort aktuelle und historische Luftbilder, aktuelle und historische digitale Orthofotos (DOP), Daten des amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystems ALKIS, amtliche Hauskoordinaten (ohne postalische Angaben) und amtliche Hausumringe, 3-D-Gebäudemodelle, digitale Geländemodelle (DGM) und digitale Oberflächenmodelle (DOM), digitale Landschaftsmodelle (DLM) und digitale topografische Karten (DTK) recherchiert und heruntergeladen werden. Die knapp 167.000 Aufnahmen umfassen ein Datenvolumen von rund 66 Terabyte! Das Angebot beinhaltet u. a. topografische Karten, aktuelle und bis mehr als 70 Jahre alte Luftbilder, damit wahre Fundgruben für die historische Forschung. – Beim Download ist zu beachten, dass besonders die Luftaufnahmen pro Datei zwischen 250 und 300 Megabyte groß sein können und deshalb die Datensicherung auf der eigenen Festplatte teils etliche Minuten in Anspruch nehmen kann. Die vom Portal als TIF angebotenen Dateien sollten danach ins nicht so volumenintensive JPG-Format umgewandelt werden, um Speicherkapazität auf dem eigenen Computer zu sparen. – Das zoombasierte Recherchieren besonders in den Luftaufnahmen von 1945, 1953, 1980, 1986 und 1990 sowie noch jünger (hier Artern betreffend) bringt viele neue Erkenntnisse zur historischen Entwicklung unserer Stadt und des Umlandes (vorausgesetzt, dass bei derartigen Datenmengen der interne Arbeitsspeicher des Rechners bzw. die Bildbetrachtungs-Software mitmachen). Die kostenfreie Nutzung dieser eminent wichtigen und sehr aussagekräftigen Daten hat das Thüringer Infrastrukturministerium zugesagt, dies gelte auch für Nutzer mit gewerbliche Interessen. Lediglich die Quellenangabe gemäß der Datenlizenz Deutschland 2.0 muss bei Veröffentlichung zwingend angegeben werden. Bislang bieten diesen vorzüglichen Service neben Thüringen lediglich die Länder Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen an.


Saale-Unstrut-Jahrbuch 2017

Dienstag, 31. Januar 2017

In von uns aus gesehen geografisch etwas weiter gelegene Regionen entlang von Saale und Unstrut führt das kürzlich veröffentlichte Jahrbuch 2017 des Saale-Unstrut-Vereins für Kulturgeschichte und Naturkunde e.V., und das bereits im 22. Jahrgang. Das Buch erschien im Mitteldeutschen Verlag, hat 160 Seiten Umfang, ist mit Farb- und Schwarzweiß-Aufnahmen illustriert und kostet 9,50 Euro (ISBN 978-3-95462-789-9). Die Umschlagseite ziert die später zum Schloss umgebaute Klosterkirche Goseck oberhalb der Saale. Inhaltlich werden nachstehende Themen als kulturgeschichtliche und naturkundliche Beiträge sowie unter der Rubrik „Welterbe an Saale und Unstrut“ in Wort und Bild behandelt: Philip Mattson: Ende gut - alles gut. Wilhelm von Humboldt, die gescheiterte Kandidatur Ernst von Dacherödens bei der Naumburger Stiftsratswahl 1790 und die Folgen / Matthias Ludwig: Pro expensis factis contra seu bohemos. Ein Naumburger Hussitensteuer-Register von 1426 / Max Graff und Thomas Wilhelmi: Der Zeitzer Glückstopf. Ein Einblattdruck aus dem frühen 16. Jahrhundert zum Glücksspiel / Bernd W. Bahn: Gerhard Mildenberger (1915-1992) – ein Prähistoriker aus Naumburg / Garnet Meiß und Marschel Schöne: „Schön isses ja, aber wer soll das alles putzen?“ Zwei Schlossbesitzer zwischen Denkmalpflege und Privateigentum / Otto Democh: Der Komponist Carl Otto Claudius (1794-1877) – verdienstvoller Kantor am Naumburger Dom und an der Stadtkirche St. Wenzel / Michael Wübken: Friedrich Muck-Lamberty – Nachwirkungen der Naumburger Zeit / Marcell Perse: Antikensaal-Rezeption als Mittel zur Klassizität - Zu Eduard Bendemanns „Der Tod Abels“ im Naumburger Schwurgericht / Holger Kunde: Dialog der Konfessionen – Bischof Julius Pflug und die Reformation. Eine kulturhistorische Ausstellung mit ökumenischer Perspektive in Zeitz 2017 / Reinhard Schmitt: Das Kloster Goseck – neue Erkenntnisse zur Baugeschichte aus den Jahren 1999 bis 2014 (Teil 2) / Oliver Ritter: Bemerkungen zu den Altären und Altaraufsätzen des Naumburger Domes / Hubertus Sommerfeld: Memleben und der Weinbau an Saale und Unstrut / Torsten Pietsch: Wertgebende und charakteristische Arten des Saale-Unstrut-Gebietes im Portrait: Verborgene Sänger des Frühsommers an südexponierten Trockenhängen – Bergsingzikade (Cicadetta montana Scopoli, 1772 s. str.) / Michael Unruh: Richard Leißling – Pädagoge und Naturforscher aus Zeitz. Als besonderes Kunstwerk stellt Guido Siebert die Glasmalerei aus dem Jungfrauenfenster im Ostchor des Naumburger Doms vor, es folgen Besprechungen, Angaben zu den Autoren, Bericht über die Tagesexkursion des Vereins am 24. September 2016 sowie Informationen zum Saale-Unstrut-Verein. – Auch mit der aktuellen Ausgabe des Saale-Unstrut-Jahrbuches wird der Blick für die landeskundliche, regionalhistorische sowie naturkundliche Forschung geschärft, und es eröffnen sich erneut interessante Arbeits- und Wissensfelder entlang unserer beiden mitteldeutschen Heimatflüsse. Weiteres zum Thema und darüber hinaus auf http://www.saale-unstrut-verein.de/.


Dieter Holzapfel

Freitag, 27. Januar 2017

Ein vorzügliches volkskundlich-heimathistorisches Buch legte kürzlich der Garten- und Landschaftsgestalter Dieter Holzapfel aus Jena mit „Zwiebel - Möhren - Majoran. Feldgemüseanbau in Heldrungen“ vor. Erschienen ist es als Nr. 50 der Schriften der Volkskundlichen Beratungs- und Dokumentationsstelle für Thüringen in Erfurt (unser Bild). Reich bebildert wird dem Leser auf 138 Seiten die Geschichte des Anbaus, der Verwertung und des Handels mit allerlei Feldfrüchten aus der Heldrunger Flur nahegebracht. – Zunächst werden Arbeitsabläufe und Besonderheiten vorgestellt, es wird dann auf den Samenbau sowie auf die historische gärtnerische Praxis eingegangen. Im Hauptteil widmet sich der aus Heldrungen stammenden Verfasser den mannigfaltigen Feldfrüchten, die seit alters her um Heldrungen angebaut worden sind: Zwiebeln, Gurken, Knoblauch, Kartoffel, Sellerie, Bohnen, Kümmel, Rettiche usw. Neben den Pflanzen werden in Wort und Bild auch deren Pflege, Ernte und Verarbeitung dargestellt sowie beigeordnetes Handwerk (Korbmacherei) vorgestellt. Nach dem vorwiegend botanisch geprägten Teil wird in „Alltag und Geschichte“ von Leben und Arbeit der „Hällerunger Zibbelbauern“ erzählt, aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg bis zur DDR-Mangelwirtschaft. – „Zwiebel - Möhren - Majoran. Feldgemüseanbau in Heldrungen“ ist ein rundum gelungenes heimatkundliches Buch mit starker volkskundlicher Relevanz, dem weite Verbreitung in unserer Gegend und darüber hinaus gewünscht wird; auch als Anregung für ggf. thematisch ähnliche Bücher mit landwirtschaftlicher Prägung. Besonders die zahlreichen historischen Abbildungen lassen die Arbeit auf dem Feld und in den Höfen gut nachvollziehen und untermalen das Geschriebene oft eindrucksvoll. – Wenngleich nicht explizit im Buch erwähnt, hat auch der Heimatverein ARATORA mit Dokumenten und Hinweisen sicherlich ein wenig zu dessen Gelingen beitragen dürfen. Es kann im Buchhandel (ISSN 1619-5698) oder über die Volkskundliche Beratungs- und Dokumentationsstelle für Thüringen bzw. die Stadtverwaltung Erfurt bestellt werden; der Preis beträgt 6,00 Euro.