Artern

Zur freundlichen Beachtung & aktuelle Meldungen

Montag, 14. März 2011

Der Termin für den bereits avisierten öffentlichen Vortrag über „Arbeiten und Forschen im Archiv“ konnte dieser Tage verbindlich festgelegt werden: Freitag, 29. April um 18.30 Uhr in der Volkshochschule Artern. Als Referent hat sich Tommy Pfennig aus Erfurt, Verkehrshistoriker und Mitarbeiter am Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Dessau, angekündigt. Den meisten Geschichtsinteressierten ist Tommy Pfennig (auf unserem Bild in der Mitte) besser bekannt als engagierter Forscher zur Geschichte der Kyffhäuserkleinbahn Artern-Berga/Kelbra. (Erst Anfang Dezember vergangenen Jahres präsentierte er eine große Anzahl sehr attraktiver Bilder zu dieser Thematik während eines Vortrags in Artern.) Diesmal berichtet er jedoch aus seiner Archivarbeit und bietet sowohl Archiv- und Museumsmitarbeitern als auch Geschichtsvereinen, Heimatfreunden, Ortschronisten und Genealogen an, sich über Möglichkeiten und Umfang eigener Forschungen in verschiedenen Archiven Mitteldeutschlands und der Bundesrepublik zu informieren. Darüber hinaus hat er angekündigt, eine Vielzahl von Informationsunterlagen zur Archivarbeit mitzubringen. Zu gegebener Zeit wird noch ausführlicher für diese Veranstaltung geworben. – Vorerst freuen wir uns aber auf den Vortrag von PD Dr. Klaus-Peter Wechler, der archäologische Funde an der A 71 vorstellt, am Donnerstag, 24. März 2011 um 19.00 Uhr im Rathaus Artern.


Porträt von Henritte Lüttich, geb. Schall

Samstag, 12. März 2011

Mit Gabriele Breuckmann nebst ihrer Schwester hatte sich vergangenen Donnerstag sehr angenehmer Besuch aus Düsseldorf angemeldet. In Sachen Genealogie aus Leipzig kommend, machten die Familienforscherinnen aus NRW Zwischenstation in Artern, um im Stadtarchiv neue Quellen zu ihren Ahnenfamilie Weidlich (Oberer Hof) zu erschließen bzw. mit dem Heimatverein ARATORA schon länger bestehende Kontakte zu pflegen. Bereits ein paar Tage zuvor hatte Gabriele Breuckmann einige sehr schöne und bislang unbekannte Porträts aus der eigenen Ahnengalerie (Fotos, Stiche und Gemälde – unser Bild zeigt Henriette Lüttich, geb. Schall) nach Artern geschickt. Für die Ortsgeschichtsforschung ist diese freundliche Überlassung interessant und wichtig, hatten doch einige der Dargestellten ihren Wohnsitz in Artern bzw. waren in das Geschehen unserer Stadt involviert (Familien Weidlich, Lüttich, Schall). Erwähnte Abbildungen korrespondieren hervorragend mit den uns vor wenigen Wochen aus Köln zugesandten familiengeschichtlichen Unterlagen, über die am 26. Februar näher berichtet worden ist. - Im Gegenzug konnte seitens des Vereins Kontakt zu einer Forscherin aus Marburg hergestellt werden, die gleichfalls u. a. zu den Familien Lüttich und von Lepel (beide auch in Artern) recherchiert. Die Ergebnisse beider Damen werden sich im Kontext gut ergänzen. - Im persönlichen Gespräch mit Gabriele Breuckmann vor zwei Tagen wurden neben reichhaltigem Informationsaustausch auch neueste bildliche Erwerbungen vorgestellt, u. a. ein Album der hiesigen Gutbesitzerfamilie Lüttich mit Aufnahmen um 1920 aus Niemegk in Brandenburg sowie sehr schönen privaten Fotos aus Artern (u. a. Veitskirche, Ritterstraße, Unterer Hof, Oberer Hof mit Teilansicht der Saline, Familienaufnahmen). Diese bislang ungekannten Bilder werden demnächst für unser Vereinsarchiv als Scans zur Verfügung gestellt. Zur Weitervermittlung werden immer noch Bilder oder Unterlagen zum Oberen und Unteren Hof sowie dem Schallschen Gut gesucht – wer helfen kann und möchte, wende sich bitte an den Vorstand.


Donnerstag, 10. März 2010

Eine ungewöhnliche Postkartensammlung fand vor einigen Tagen den Weg ins Archiv des Heimatvereins ARATORA. Hilde Haß, Ehefrau von Bäckermeister i. R. Wilhelm Haß aus Artern, überließ uns mehr als siebzig Schwarzweißaufnahmen mit bekannten, überwiegend deutschen Filmschauspielern vergangener Tage. Die hübsche Sammlung mit Belegen aus den 1940er und 1950er Jahren zeigt so bekannte und noch immer beliebte Mimen wie Heinz Rühmann, Hans Moser, Magda Schneider, Marika Röck (unser Bild), Johannes Heesters, Kristina Söderbaum, Caterina Valente, Theo Lingen, Rosita Serano, Zara Leander, Magda Schneider und viele, viele andere mehr. Auf etwas mehr als der Hälfte der Postkarten haben die Stars aus seligen UFA-Zeiten ihre Originalunterschriften hinterlassen. Leider sind weder Herkunft noch der Sammler dieser Postkarten bekannt. Trotzdem, ganz herzlichen Dank für den schönen Zug, die Sammlung zur Filmgeschichte nicht achtlos wegzuwerfen, sondern in interessierte Hände zu geben. Denn immer noch wird viel zu viel historisches Material, meist aus privatem Besitz, achtlos entsorgt. Ein Anruf beim Heimatverein würde reichen, um Unterlagen für die Zukunft sichern zu helfen. Machen Sie mit und unterstützen Sie uns beim Erhalt historischer Objekte!


Dienstag, 8. März 2011

Freunde der Familienforschung dürfen sich ab morgen und dann jeweils mittwochs ab 20.45 Uhr auf die neue Staffel von „Die Spur der Ahnen. Jede Familie hat ihr Geheimnis“ im MDR-Fernsehen freuen. In drei Folgen zu je dreißig Minuten wird mysteriösen Ereignissen und spannenden Familiengeschichten aus Mitteldeutschland nachgegangen. Moderator Robert Burdy und Genealogin Martina Wermes begleiten Familienangehörige auf ihren Recherchen in Archiven, Kirchenbüchern und historischen Stätten. Die erste Familienlegende führt an den Fuß des Kyffhäusers, nach Bendeleben, wo seit 1961 Johannes Stein lebte – als Flüchtling; allerdings von West- nach Ostdeutschland! Warum diese Flucht ins Arbeiter- und Bauerparadies, darüber klärt „Die Spur der Ahnen" am Mittwoch, 9. März 2011 auf. Eine Woche später steht Gottfried Semper (1803-1879), der berühmte deutsche Architekt, im Mittelpunkt. Die Brüder Zimmermann aus Dresden glauben der Familienlegende ihrer Tante Marthel Semper, mit dem Schöpfer der Oper in Dresden und des Burgtheaters in Wien, die auf Gottfried Sempers Entwürfe zurückgehen, verwandt zu sein. Am Mittwoch, 23. März 2011 wandelt die Sendung schließlich auf Dichterspuren und beschäftigt sich mit Erich Kästner (1899-1974), dem Schöpfer u. a. des Kinderromans „Pünktchen und Anton“ (1931). Lehrer Claas Harmsen vermutet, dass er mit dem Schriftsteller verwandt sei. Doch Beleg fehlen bislang! – Geschichtsfreunde und Genealogen dürfen sich also wieder auf interessante Themen freuen, die hoffentlich anregen, selbst tiefer in die Geschichte der eigenen Familie einzudringen. Auf der Homepage des MDR bringen die Macher den Konsens der Sendung auf den Punkt: „Folgen Sie uns also auf der Spur der Ahnen! Denn niemand geht spurlos durchs Leben.“ - In Artern bietet der Heimatverein ARATORA gern Hilfe bei Forschungen zur Familiengeschichte an. Unser Bild zeigt einige Auszüge und Blätter aus dem Ahnenpass von Otto May aus Artern.


Sonntag, 6. März 2011

Zu seinem ersten Besuch im neuen Jahr weilte Vereinsmitglied Dieter Schirrling aus Rudolstadt dieser Tage wieder in Artern und brachte erneut sehr interessantes orts- und regionalgeschichtliches Material mit. So hinterließ er für das Archiv des Heimatvereins ARATORA eine Kopie des Buches „Heimatskunde für die Schulen des Kreises Sangerhausen“ (1899) aus der Feder des verdienstvollen Heimatforschers und Schriftstellers Karl Meyer aus Nordhausen, weiterhin Kopien eines Ausweises des Gutenberg-Bundes von 1932 für Artur Korn aus Artern. Zwei philatelistisch sehr schöne Stücke stellen Briefumschläge aus dem Jahr 1947 an das Arterner Baugeschäft Krause dar, die von Brasilien in die russisch besetzte Zone an Baumeister Paul Krause geschickt worden sind (unser Bild). Nicht zuletzt sind eine Quittung von 1854 für einen Text im Arterner Anzeiger sowie ein Bezahlbeleg über sechs Taler für das Sangerhäuser Kreisblatt aus dem Jahr 1823, entrichtet vom Arterner Superintendenten Johann Christian Sebald Schiller, von Interesse. Immer wieder schafft es Heimatsammler Dieter Schirrling sehr schöne und vor allem seltene Stücke aus der Geschichte unserer Stadt und ihrer Umgebung aufzutreiben, die er gern dem Heimatverein ARATORA überlässt. Dafür unseren herzlichen Dank! Zudem will er auch für das neue Buch „Die Unstrut – ein Fluss und seine Geschichte(n)" mit Bildern und Texten helfen.


Freitag, 4. März 2011

Anfang Juni vergangenen Jahres konnte der Heimatverein ARATORA Verwandten der Familien des Arterner Schuhfabrikanten Hermann Franke sowie von dessen Schwiegersohn Otto Heseler mit Unterlagen, Texten und Fotos zwecks genealogischer Forschungen helfen. Besonders hilfreich war dabei der Aufsatz „… genießt in Fachkreisen den Ruf unerreicht zu sein“. Zum 85. Todestag des Arterner Schuhfabrikanten, Fachschulleiters und Senators Hermann Franke (1851-1924) von Wilfried Schreier, veröffentlicht in Zeitschrift ARATORA 20/2010. Wie uns jetzt aus Gardelegen in der Altmark mitgeteilt wird, war ein gleichfalls 2010 initiiertes Familientreffen „dank Ihrer Hilfe ein voller Erfolg“  und führte zu weiteren Erkenntnissen der Familiengeschichte, ohne jedoch Klarheit im Großen und Ganzen erreicht zu haben. Von Interesse ist daher derzeit eine Villa in der Arterner Bahnhofstraße (unser Bild), heute An der Promenade 1, die „unser Urgroßvater Otto Heseler etwa um 1904 für seine Familie gebaut haben muß ... Wir haben auch eine Familie sprechen können, die uns berichtete, daß hinter dieser Villa ein Gebäude steht, welches früher als Schuhlager genutzt wurde.“ Neben parallel laufenden Recherchen im Stadtarchiv sowie in den Unterlagen des Heimatvereins werden Mitglieder und Interessierte um Hilfe gebeten, Informationen über die Villa und zur Schuherstellung zwecks Weitergabe zu übermitteln.


Mittwoch, 2. März 2011

Bislang beachtlichen Erfolg hatte der Aufruf zur Mithilfe für unser neues Buch „Die Unstrut – Ein Fluss und seine Geschichte(n)“, dessen Erscheinen für 2012 avisiert ist, und untermauert Interesse und Geschichtsbewusstsein der Menschen in unseren Orten! Freundliche Mitbürger aus Oldisleben, Bretleben, Schönewerda, Bottendorf, Wiehe und vor allem aus Artern brachten oder kündigten hochinteressante Belege aus dem Alltagsleben dieser Gemeinden entlang der Unstrut an – Unterlagen, die stets in direktem Zusammenhang mit unserem Heimatfluss stehen. Gerade diese zumeist privaten Aufnahmen und Dokumente sind es, die unser Buch füllen sollen; jenseits der immer wieder beschriebenen Burgen, Schlössern Klöster, Denkmale und großen Persönlichkeiten. Wenn auch Sie zum Gelingen dieses Unstrut-Buches beitragen möchten, sichten Sie einfach einmal alte Fotoalben aus Großvaters Zeiten oder schauen Sie mal auf den Dachboden, ob sich nicht dort noch Material aus alten Zeiten findet! Uns interessieren die Ortschaften zwischen Sachsenburg und Wendelstein sowie Personen, die dort lebten und z. B als Unstrutschiffer, Schleusenzieher, Fischer oder Müller (unser Bild zeigt die Wassermühle in Artern) arbeiteten oder auch anderweitig mit dem Fluss zu tun hatten. Hochwasserbilder, Landschaftsaufnahmen oder Fotos historische Ereignisse an der Unstrut sind von hohem Interesse; wir freuen uns zudem über Notizen und Hinweise zu Begebenheiten, über kurze Biographien oder künstlerische Darstellung heimischer Maler mit Flussmotiven. „Die Unstrut – Ein Fluss und seine Geschichte(n)“ soll ein heimatkundliches Lesebuch mit historischem, volkskundlichem und kulturellem Anspruch werden. Helfen auch Sie mit, dass dieses Buch so attraktiv wird, wie es sich die beiden Autoren wünschen - gern auch mit einer Spende zur Finanzierung, wie dies bereits seitens einiger Mitglieder geschehen ist. Darüber hinaus wurden von den Autoren auch schon Recherchen in Archiven vorgenommen, um Texte und möglichst noch nie veröffentlichte Illustrationen zu erlangen. Bisheriges Glanzstück: Unbekannter Kupferstich mit „Abbildung der Veste Schloß Heldrungen wie solche in Demolirung 1645 ausgesehen". Auf dem Blatt zu erkennen sind neben der Wasserburg auch Unstrut-Mäander sowie eine alte Holzbrücke nach Oldisleben.


Wappen Einbecker Geschichtsverein

Montag, 28. Februar 2011

Das nächste Treffen mit den Freunden des Einbecker Geschichtsvereins wurde dieser Tage terminlich vereinbart, findet im September statt und wird nach Hannoversch Münden und Bad Karlshafen führen. Wie uns Hennig von Lindeiner-Wildau aus Einbeck mitteilte, soll am Vormittag des 17. September 2011 eine Führung durch die Altstadt von Hannoversch Münden im südlichen Weserbergland geben, wobei insbesondere die Altstadt mit 700 Fachwerkhäusern aus sechs Jahrhunderten im Mittelpunkt stehen. Mehr unter http://www.hann.muenden-tourismus.de/. Am Nachmittag führt die gemeinsame Fahrt nach der Kurstadt Bad Karlshafen im Nordhessischen, ca. 25 Kilometer entfernt. Die alte Stadt ist barock geprägt und mit ihren symmetrisch angelegten Straßenzügen größtenteils original erhalten. Bekannt wurde Bad Karlshafen als Wohnstätte von Hugenotten, woran heute ein Hugenottenmuseum erinnert. Weiteres zum Tourismus in der Landgrafenstadt unter http://www.bad-karlshafen.de/start2.htm. Vorgeschlagen wurden außerdem bzw. als Alternativen der Besuch des Römerlagers in Hedemünden oder des Klosters Bursfelde an der Weser. Die Einbecker Freunde sind noch in der Findungsphase, im Lauf des Frühjahrs wird dann über das Programm Klarheit herrschen. Mitglieder und Interessierte mögen sich bitte den 17. September vormerken und rechtzeitig Anmeldungen vornehmen.


Schiefer-Chronik

Samstag, 26. Februar 2011

Nachdem dem Ehepaar Barbara und Bobby Witschew aus Köln bereits im vergangenen Sommer mit lokalhistorischen Fotos und Material geholfen werden konnte, kam vor wenigen Tagen die freundliche „Revanche“ aus dem Rheinland: Dutzende, teils großformatige Seiten mit Unmengen an Daten zur regionalen Familiengeschichtsforschung, u. a. über die früheren Besitzer der Arterner Gutshöfe seit dem beginnenden 18. Jahrhundert. Mit der Zusendung der genealogischen Arbeit „Die Nachkommen des Rittermeisters Gottgieb Friede Schiefer in männlicher und weiblicher Linie. Zur Wahrung eines treuen Gedächtnisses und guter Beziehungen der Verwandtschaft gewidmet von Hans Buch und Kurt v. Lepel. Abgeschlossen 1. April 1905“ (unser Bild) unterstützte Familie Witschew die Arbeit des Heimatvereins ARATORA außerordentlich (vgl. auch Korittke, Irmtraud: "Auf Spurensuche - Die Familien Lüttich-Schiefer in Artern" in Zeitschrift ARATORA 9/1999 sowie "Ernst August Friedrich von Lepell - ein aus Artern gebürtiger preußischer Offizier und Maler - in seiner Rolle während des Badischen Feldzuges 1849" in Zeitschrift ARATORA 10/2000). Den in einem in gestochenen Sütterlin verfassten 21seitigen Glossar mit Abkürzungsverzeichnis, vorkommenden Familien und Personen (weit über 100) schließen sich sechs umfangreiche genealogische Tafeln (teil ca. einen Meter lang) an; beginnend um 1700 mit Familie Schiefer, der dann die in Artern und Umgebung bestens bekannte Familie Lüttich sowie weitere folgen. Diese Dokumentation wird künftig eine große Hilfe in der Ortsgeschichts- und Familienforschung darstellen! Bereits anlässlich unseres Familiengeschichtlichen Abends vom 17. Februar 2011 wurde das Material vorgestellt und fand reges Interesse bei heimischen Genealogen. Exzerpte aus den Stammbäumen werden in Kürze an Familienforscher weitergleitet, die zu den in den Datenblättern vermerkten Sippen forschen. Auch dem Stadtarchiv Artern wird demnächst eine Kopie zur Verfügung gestellt. Geschichtsinteressierte melden sich bitte beim Vereinsvorstand.


Donnerstag, 24. Februar 2011

Der morgige Tag ist für Biertrinker ein denkwürdiger: Am 25. Februar 1936, also vor 75 Jahren, beschloss die Reichsregierung, dass alle deutschen Brauereien, die Bier in Leihflaschen verkaufen, auf diese ein Pfand von mindestens zehn Reichspfennigen pro Flasche erheben müssen. Hintergrund dieser Regelung war damals weniger der ökologische Aspekt, wie er heute nur zu gern (über-)betont wird. Vielmehr sollte ein Anreiz zur Flaschenrückgabe geschaffen werden, um dem industriellen Reproduktionsprozess im rohstoffarmen Deutschland wieder verwertbares Material zuführen zu können. Diese wirtschaftspolitische Maßnahme ging offensichtlich ohne größere Probleme vonstatten, denn schon ab 1. April 1936 mussten auch für diverse Flaschen mit nichtalkoholischen Getränken Pfand berappt werden, damit diese nicht auf dem Müll landeten. Im Gegensatz dazu erinnere man sich an den Sturm der Entrüstung bzw. die Verunsicherung infolge der Dritten Verordnung zur Änderung der Verpackungsverordnung vom 24. Mai 2005 sowie der sich anschließenden Vereinheitlichung des Pfand- und Rücknahmesystems! - Unser Bild zeigt eine Ansicht der seit 1879 bestehenden Arterner Brauerei, die 1936 gleichfalls unter den Pfandzwang auf Bierflaschen fiel.


Dienstag, 22. Februar 2011

Mit dem in Sangerhausen wohnhaften, seit Jahrzehnten in der Altbergbauforschung des Südharzes tätigen und auch publizistisch sehr aktiven Heimatforscher Thilo Ziegler verbindet uns eine bereits seit Jahren bestehende herzliche Freundschaft und Zusammenarbeit. Vergangenes Wochenende kam es seit längerem wieder zu einem persönlichen Besuch mit interessanten Gesprächen und Austausch neuester Schriften. Zu diesem Anlass trennte sich Thilo Ziegler auch von einigen Unterlagen aus seinem sehr umfangreichen Privatarchiv. Zur weiteren Verwendung stellte er dem Heimatverein ARATORA zwei Leitzordner mit hunderten Seiten Material und Kopien zur Geschichte der Saline Artern vom frühen 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts zur Verfügung, u. a. Betriebsbeschreibungen, Produktionszahlen und Geschäftsberichte, Teufen und Bohrungen, Lagepläne, Grundrisse, Schnitte und Karten (z. B. Salinegelände, Kunstturm, Pumpen und Kraftanlagen, Soleschächte, Grubenbahn, Braunkohlenbergwerke nördlich von Artern), diverse handschriftliche Aufzeichnungen, weiterhin gedruckte Chroniken und heimatgeschichtliche Zeitungsartikel. Als Zugabe gab es eine handschriftliche Beschreibung des Arterner Salzwerkes unter preußischer Regie aus dem Jahr 1816. Dafür unser ganz herzlicher Dank, verbunden mit den besten Wünschen, besonders zum Gelingen seiner großen regionalhistorischen Broschürenserie „Die Geschichte des Sangerhäuser Berg- und Hüttenwerkes von den Anfängen bis zur Neuzeit“, von denen bereits drei Hefte erschienen sind (siehe Kapitel „Aktuelle Veröffentlichungen von Mitgliedern & Freunden“ unter SONDERSCHRIFTEN). Bei Interesse zwecks Einsicht wird um vorherige Terminvereinbarung gebeten.


Sonntag, 20. Februar 2011

Der Vorstand unseres Partnervereins, des Vereins für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e. V., lud gestern zu einem Treffen von Mitgliedern und Heimatfreunden, u. a. aus Artern, in die Rosenstadt, um das zwanzigjährige Vereinsbestehen feierlich zu begehen. Der Geschichtsverein Sangerhausen wurde am 4. Februar 1991 gegründet und versteht sich als Nachfolger des 1873 gegründeten und nach 1945 nicht wieder reaktivierten Vereins für Geschichte und Naturwissenschaft in Sangerhausen und Umgegend. Der Geschichtsverein erstreckt seine Tätigkeit auf die Gebiete der Heimatgeschichte, der Denkmalpflege, der Bodendenkmalpflege sowie der Sitten und Gebräuche im Territorium. Im Besonderen macht er sich die Erforschung der Geschichte und Altertümer der Stadt Sangerhausen und die Ausbreitung von geschichtlichem Wissen sowie die Erhaltung der geschichtlichen Zeugnisse und Denkmäler zur Aufgabe und nimmt somit Einfluss auf die Entwicklung der Stadt. - Manfred Köppe, Vizepräsident des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt hielt den Festvortrag und philosophierte launig über den Begriff der Heimat. Auf zwanzig Jahre Sangerhäuser Geschichtsverein blickte anschließend Vereinsvorsitzender Helmut Loth zurück und ging auf zahlreiche Veranstaltungen, Aktivitäten, Veröffentlichungen und Erfolge ein. Zum Abschluss brachte der Naumburger Diplomhistoriker Joachim Säckl (u. a. Buchveröffentlichung „Barocke Fürstenresidenzen an Saale, Unstrut und Elster“, 2007) einen hochinteressanten orts- und landesgeschichtlichen Vortrag unter dem Titel „Sangerhausen. Zu einer landesfürstlichen Residenz der Albertiner (Sachsen-Weißenfels)". – Wie stets bei dergleichen Veranstaltungen sind die Gespräche am Rand wenigstens ebenso ertragreich wie die Vorträge, so auch gestern: Demnächst wird viel digitalisiertes Material aus Kirchenbüchern den Weg nach Artern antreten, weiterhin hundertseitenweise Material des 19. Jarhunderts zu unserer Saline. Dazu mehr in Kürze.


Freitag, 18. Februar 2011

Unser Interessenkreis Arterner Ahnenforscher sowie Gäste aus Sangerhausen und Voigtstedt fanden sich gestern zum ersten Familiengeschichtlichen Abend 2011 in der Volkshochschule Artern ein. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag zur Geschichte und Blasonierung des seit 1929 gültigen Wappens der Stadt Artern. In seinem Referat nahm Andreas Schmölling die Besucher mit auf eine Reise durch die Heraldik, sehr fachkundig ergänzt von Steffen Döhring aus Sangerhausen. Ausgehend von verschiedenen deutschen und ausländischen Familien- und Stadtwappen zeigte er mittels fast einhundert Folien mit historischen Bildern und Faksimiles, dass das vormalige Wappen der Familien von Hacke tatsächlich zwei gegeneinander gekehrte Regenbögen zeigt und keinesfalls imaginäre Radfelgenstücke oder sogar Halbmonde, wie oft in Artern behauptet wird. Leider hat dieser Irrtum sogar in offizielle städtische Dokumente Einzug gehalten hat. Darüber hinaus informierte der Vortragende über die vormaligen Wappenträger – die miteinander versippten Familien von Hacke, von Gehofen und von Artern. Der Schlusspunkt wurde mit dem Wappenstein am Arterner Rathaus gesetzt, dessen beide Symbole (Gabel und Kreuz) schlüssig gedeutet wurden. Die Gabel ist demnach offensichtlich eine Hacke und somit ein altes Symbol, das Verleihungen, Bestallungen oder Belehnungen bildlich darstellt. Naheliegend ist es, das spätere Fräuleingut (späterer Schulkomplex hinter der Marienkirche) als besagten Gutshof anzusehen, den die Hackes nachweislich ab dem Spätmittelalter innehatten. Das Kreuz wäre als Symbolik für den Segen Gottes bzw. der Kirche für eben jene Verleihung oder Belehnung zu deuten. – Zudem stellte der ARATORA-Vorsitzende ein bislang unbekanntes historisches Foto des Arterner Goetheahnenhauses vor, weiterhin eine kürzlich an den Heimatverein übermittelte große genealogische Arbeit über die Familien Schiefer, von Lepel und Lüttich (Oberer und Unterer Hof in Artern), die demnächst an dieser Stelle näher vorgestellt wird. Dem Vortragsteil schloss sich eine wiederum sehr interessante Gesprächsrunde rund um Familienforschung und Heimatgeschichte an. Zum nächsten Familiengeschichtlichen Abend wird im späten Frühjahr eingeladen. Als Gast wird dann Dr. Axel Römer aus Pulheim (NRW) - aus Artern stammend - erwartet, der in und um Artern Genealogie betreibt und zur Geschichte der Pfarrer seit der Reformationszeit forscht.


Goethehaus

Mittwoch, 16. Februar 2011

Einen wahren Glücksfall für das Bilderarchiv des Heimatverein ARATORA bescherten kürzlich Recherchen im Internet. Von einem Anbieter aus Franken konnte eine bislang nie gesehene Ansicht des Goetheahnenhauses in der Harzstraße als Kupferdruck (Druckfarbe schwarzbraun), aufgenommen um 1920/1925 mit einer Blattgröße von ca. 15 x 19,5 Zentimetern (unser Bild), für einen äußerst akzeptablen Preis erworben werden. Dieses Foto muss schon als Rarität angesehen werden, denn niemals zuvor während jahrzehntelanger ortsgeschichtlicher Arbeit kam diese Abbildung vor, geschweige denn, dass diese Ansicht je in der Arterner Heimatliteratur veröffentlicht worden wäre. Das Foto zeigt diesmal nicht das Wohnhaus (seit 1880 ist der Fachwerkbau leider verputzt), sondern den Blick dahinter. Zu sehen sind Hofraum und Nebengelasse in Fachwerkbauweise, im Vordergrund eine hölzerne Galerie und im Hof gestapelte Balken. Leider sind auf der Rückseite keinerlei Vermerke bzw. andere Angaben (Jahr der Aufnahme oder Fotograf vermerkt). Es könnte sein, dass dieses Foto im Vorfeld der Anbringung der Goethetafel am Wohnhaus im Jahr 1929 entstand. Trotz dieses kleinen Makels: ein sehr schönes, weil seltenes Motiv, das sicherlich auch in der Goetheahnenforschung Aufmerksamkeit finden wird. Auch in privater familiengeschichtlicher Hinsicht ist das Bild sehr interessant, da während des 19. Jahrhunderts in jenem alten Goethehaus u. a. ein Schmied namens Schmölling werkelte.


Abzeichen

Montag, 14. Februar 2011

Mit fast hundert Folien einer Power-Point-Präsentation ist der Vortrag zur Geschichte und Blasonierung des Arterner Stadtwappens, der im Rahmen des nächsten Familiengeschichtlichen Abends am Donnerstag, 17. Februar 2011 um 18.30 Uhr in der Volkshochschule Artern gehalten wird, wesentlich umfangreicher ausgefallen als ursprünglich angedacht. Anlass dieses Vortrags sind die immer noch herrschenden Unklarheiten und sogar Falschbeurteilungen über Herkunft und Bedeutung dieses Wappens, das ab dem Hochmittelalter den Schild der Ministerialenfamilie von Hacke zierte. Dabei ist das Bild des Arterner Stadtwappens mit Abstand das einfachste in ganz Thüringen, vielleicht sogar eines der gleichförmigsten in Deutschland. Es besteht lediglich aus einem in blau gehaltenen Schild sowie zwei nach außen gebogenen, silbernen (weißen) Bögen als Wappenbild. Um diese beiden Bögen ranken sich teils unmögliche Geschichten. Was sollen sie nicht alles sein: Stilisierte Regenbögen, zurechtgestutzte Halbmonde oder gar Fragmente von Radfelgen (also ungefähr ein Fünftel einen Vollrades), wie es die Homepage der Stadt Artern bildlich erklären will. Der Vortrag klärt über Herkunft und Aussage des ehemaligen Familienwappens der Herren von Hacke, das seit 1929 offizielles Stadtwappen ist und dessen früheste bildliche Quelle in das frühe 14. Jahrhundert datiert, auf. - Unser Bild zeigt ein Abzeichen von 1929.